Sie hat ihre Aufgabe erfüllt
Glücklich sah Charlène Wittstock bereits bei ihrer Hochzeit in Monaco nicht aus. Nun weilt die 43jährige Fürstin seit Monaten fernab ihrer Familie in Südafrika. Offizielle Termine zum zehnten Hochzeitstag wurden abgesagt.
Sie könnte heute das haben, was ihre Vorfahren vergeblich gesucht haben – Diamanten. Denn als Fürstin von Monaco verfügt Charlène, 43, über kostbarste Geschmeide für Ohren, Hals und das Haupt. Ihre Ururgroßeltern dagegen, die aus Norddeutschland nach Südafrika ausgewandert waren, hatten dort vergeblich nach Diamanten gesucht. Doch die Edelsteine haben für die Fürstin keinen großen Wert, sie fühlt sich im kleinen Fürstentum nicht wohl, vor allem, weil ihr als Südafrikanerin von Anfang an wenig Sympathien von den knapp 40.000 Einwohnern an der Mittelmeerküste entgegengebracht wurden.

Und auch das Eheglück mit Fürst Albert II. scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Dabei hat die am 25. Jänner 1978 in Bulawayo in Simbabwe geborene Wittstock ihre Ehepflicht erfüllt und dem Fürsten einen männlichen Thronfolger geschenkt. Sie brachte im Dezember 2014 die Zwillinge Gabriella und Jacques zur Welt. Deshalb würde sie der Fürst über alles verehren, meint die in Wien lebende Christa Dukor, die von sich sagt, eine Cousine von Alberts Mutter, der bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Fürstin Gracia Patricia, zu sein. Daher verfüge sie über entsprechende Einblicke in das Fürstenhaus. „Charlène hat mit der Geburt des Sohnes Monaco gerettet“, meint Dukor. „Das war Alberts größte Sorge, Monaco zu erhalten. Dazu brauchte er unbedingt einen Sohn, denn nur ein männlicher Nachkomme kann der Thronfolger sein. Albert hat wirklich gezittert, denn zuvor hatte er nur Töchter bekommen – das waren seine unehelichen Kinder.“

Sie gebar ihm einen Thronfolger, dafür verehrt der Fürst seine Frau Charlène
Für Dukor steht fest, dass Albert die in Südafrika aufgewachsene und zur Schwimmerin ausgebildete Charlène nur geheiratet habe, um die Thronfolge zu sichern. Ansonsten hält sie nicht viel von der 43jährigen. „Sie ist arrogant, aber Albert vergöttert sie, weil sie ihm den Sohn geschenkt hat. Und weil sie dafür einiges an medizinischen Untersuchungen über sich hat ergehen lassen müssen. Er ist nett zu ihr und sie ist nett zu ihm. Er hebt sie in den Himmel“, meint die Wienerin, die den Fürsten bereits als Buben kannte. „Ich habe ihn damals immer mit ,mein Prinz‘ angesprochen, weil er ein so unglaublich niedliches Kind war und wie ein kleiner Prinz aussah. Ich finde, diese Anrede wurde ihm unglaublich gerecht. Ich bin stolz darauf, mit ihm verwandt zu sein. Er wuchs ja zu einem äußerst charmanten Mann heran, der sich seiner Wirkung auf Frauen durchaus bewusst war. Er gab den Frauen, mit denen er flirtete, stets das Gefühl, die wichtigste Person im Raum zu sein. Es war halt nur vorher keine Frau dabei, die diesen ganzen Zirkus mitmachen wollte, um sicherzustellen, dass sie auch tatsächlich einen Sohn zur Welt bringen wird. Und dann kam Charlène, die diese Bereitschaft signalisierte. Und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie beschäftigt Albert auf einmal war, um diese ganzen Voruntersuchungen und die baldige Hochzeit auf die Beine zu stellen.“

Zwei sportbegeisterte Menschen haben sich gefunden. Der 63jährige Monegasse hatte vor seiner Thronbesteigung im Jahr 2005 fünf Mal für sein Land als Bobfahrer an Olympischen Winterspielen teilgenommen, die Südafrikanerin nahm unter ihrem Mädchennamen Wittstock im Jahr 2000 an den Olympischen Sommerspielen in Sydney (Australien) teil. Sie belegte damals mit der 4 x 100-Meter-Lagenstaffel den fünften Platz. Im selben Jahr gewann sie die Goldmedaille über 200 Meter Rücken beim Schwimmwettkampf Mare Nostrum in Monaco, dabei lernte sie den damaligen Erbprinzen Albert kennen. Sie blieb fortan an der Seite des Monegassen und trat mit ihm gemeinsam bei offiziellen Anlässen auf.
Wie sich ihre Liebe entwickelte, blieb nach außen hin undurchschaubar. Unbeschwert glücklich zeigte sich Charlène selten. Auch nach der Thronübernahme Alberts durch den Tod seines Vaters Rainier. Die Hochzeit fand schließlich am 1. Juli 2011 statt.

Ein Bund, der im Fürstentum Monaco scheinbar kein Glück bringt. Sogar Gracia Patricia soll sich in Monaco gefangen gefühlt haben, deren Ehe mit Fürst Rainier III. hielt zwar und sie brachte drei Kinder zur Welt, doch sie endete im Jahr 1982 auf tragische Weise. Die Fürstin starb im Alter von 52 Jahren, nachdem ihr Wagen, in dem auch ihre jüngste Tochter Stephanie (damals 17) saß, aus einer Haarnadelkurve flog. Für Stephanie von Monaco, 56, gab es ebenfalls kein Eheglück. Zunächst suchte sie Liebe beim Leibwächter Daniel Ducruet, 56, bekam mit ihm zwei Kinder und ließ sich scheiden, weil er mit Belgiens „Miss Oben Ohne“ erwischt wurde. Die zweite Ehe mit dem Zirkus-Akrobaten Adans Lopez Peres, 45, endete im Jahr 2004 nach nur wenigen Monaten Ehe. Ihrer älteren Schwester Caroline von Monaco, 64, erging es ähnlich. Ihre erste Ehe mit dem Investmentbanker Philippe Junot, 81, scheiterte 1980 nach nur zwei Jahren, ihren zweiten Mann Stefano Casiraghi verlor die dreifache Mutter im Jahr 1990 bei einem Rennboot-Unfall. Er wurde nur 30 Jahre alt. Und die Ehe mit dem Skandal-Prinzen Ernst August von Hannover, 67, stand schon bei deren Schließung im Jahr 1999 unter keinem guten Stern. Das Paar gilt seit 2009 als getrennt, ist jedoch nicht geschieden.

Ein Fluch soll den Grimaldis das Eheglück versagen
Eine Sage belegt angeblich, dass seit mehr als 700 Jahren ein Fluch über der herrschenden Grimaldi-Familie liegen würde. Rainier I. soll eine junge Frau in seine Burg verschleppt und vergewaltigt haben. Aus Rache soll sie ihn mit einem Fluch belegt haben. „Niemals soll ein Grimaldi Glück in der Ehe finden.“
Für den Fürsten Albert II. und die Fürstin Charlène scheint dieses Glück derzeit in weiter Ferne. Sie weilt seit März in Südafrika und widmet sich dem Schutz von Nashörnern. Er sitzt mit den Kindern, 6, daheim in Monaco. Angeblich leidet sie an einer Infektion im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, die eine Rückkehr verhindert. Deshalb mussten die Feierlichkeiten zum zehnten Hochzeitstag am 1. Juli in Monaco abgesagt werden. „Albert und ich hatten keine andere Wahl, als den Anweisungen des medizinischen Teams zu folgen, auch wenn es wirklich schwierig ist“, erklärte die 43jährige.

Im Fürstentum wird diese Abwesenheit nicht gern gesehen, für die Bewohner passt es in ihr ablehnendes Verhalten gegenüber Charlène. „Sie mag unser Land nicht“, heißt es. „Sie hat es ja oft genug öffentlich kritisiert. Und sie spricht kaum unsere Landessprache Französisch.“ Wann die Fürstin zurückkehrt, steht noch nicht fest.