Kein „Gendern“ mehr in der Schule?
Die Pflicht zum „Gendern“, einer geschlechtergerechten Sprache, gibt es in unseren Schulen nicht. Allerdings können Lehrer zum Beispiel bei der „Vorwissenschaftlichen Arbeit“ für die Matura ihre Schüler dazu anhalten, den Text dementsprechend zu verfassen. Das liegt in ihrem Ermessen. In Frankreich hat der zuständige Minister jetzt das „Gendern“ in der Schule verboten. Dort wird etwa statt einem „Gender“-Sternchen („Wähler*innen“) ein Punkt verwendet.
JA:
Maximilian Krauss,
Bildungssprecher der Wiener FPÖ

„Der französische Bildungsminister hat die gendergerechte Schriftsprache in Schulen und in seinem Ministerium verboten. Seine Begründung: Die Umsetzung der geschlechtergerechten Sprache sei zu komplex und behindere damit das Lesen sowie das Erlernen der französischen Sprache. Auch die Académie française, die als oberste Hüterin des Französischen gilt, hatte sich bereits 2017 gegen die ,inklusive Schrift‘ ausgesprochen. Denn es gehe um die ,Verständlichkeit und Klarheit‘ der Sprache. In Österreich wäre ebenfalls ein solches Gender-Verbot in den Schulen notwendig. Denn auch in der deutschen Sprache klingt das geschlechtergerechte Formulieren oft unnatürlich. So forderte der Verein Deutsche Sprache (VDS), dass nach französischem Vorbild der ‚ideologisch motivierte Missbrauch der Sprache zwecks gesellschaftlicher Veränderung‘ beendet werden solle. Gender-Sternchen und Binnen-I sind vorwiegend eine Alibi-Aktion von Genderfanatikern, bringen Frauen aber keine echten Verbesserungen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern im Arbeitsbereich und im gesellschaftlichen Leben ist ein wichtiges Anliegen. Das darf aber nicht zu einer Verunstaltung der deutschen Sprache führen.“

NEIN:
Romana Greiner,
Frauensprecherin Sozialistische Jugend

„99 Ärztinnen und ein Arzt sind zusammen 100 Ärzte. Futsch sind die 99 Frauen, nicht mehr auffindbar, verschwunden in der Männerschublade. Anhand dieses Beispiels erkennt man, dass Sprache unsere Wahrnehmung der Welt beeinflusst. Und man erkennt auch, dass Sprache gewisse Sachverhalte verzerren kann. ‚Das Deutsche ist eine Männersprache‘, sagt die Sprachwissenschafterin Luise F. Pusch. Manche mögen nun sagen, die 99 Ärztinnen wären doch ‚mitgemeint‘. Aber würden wir den Spieß umdrehen und den einen Arzt, der zahlenmäßig tatsächlich in der Unterzahl ist, mitmeinen, dann wäre von Männerhass und Genderwahn die Rede. Dass Jugendliche in der Schule über solche Sachverhalte zu diskutieren lernen, ist gut und wichtig. Denn auch unsere Welt besteht nicht nur aus Schwarz oder Weiß, aus Frauen oder Männern. Schule ist ein Ort, wo man nicht nur Wissen aufsaugen und althergebrachte Traditionen in sich aufnehmen sollte. Schule ist ein Ort, wo man lernt, sich seine eigenen Gedanken über Sachverhalte zu machen. Wenn einem nun eine rein männliche Sprache zwanghaft übergestülpt wird, dann wird dieses Denken eingeschränkt.“