Linkshänder haben häufiger einen Zwilling
Geheimnisvoll, rekordverdächtig und außergewöhnlich. Die Fähigkeiten unseres Körpers liefern allerlei Unterhaltsames und bringen sogar Mediziner zum Staunen. Ein neues Buch verrät Spannendes, das jeden von uns betrifft.
So manch‘ Kurioses über unseren Körper ist uns schon bekannt. Etwa, dass der Darm rund sieben Meter misst und wir ein Drittel unserer Lebenszeit schlafend verbringen. Doch es gibt viel Überraschenderes. Der deutsche Zahnarzt und Buchautor Dr. Jürgen Brater war neugierig und hat weltweit spannendes Medizinwissen gesammelt. In seinem neuen Buch „Unnützes Medizinwissen. Fakten und Geschichten, die selbst den Arzt verblüffen“ (Verlag Yes, ISBN: 978-3-96905-047-7, € 10,30) stellt er allerlei skurrile Geschichten vor. Hier sind ein paar Beispiele.
  • Linkshänder sind eine Besonderheit, denn nur jeder Zehnte bevorzugt im Alltag die linke Hand. Doch damit ist der Besonderheiten nicht genug. Unter Linkshändern gibt es mehr Vegetarier, im Wasser können sie besser sehen und sie finden sich unter Blonden doppelt so häufig wie unter Rot- und Schwarzhaarigen. Unter ihnen gibt es auffällig viele künstlerisch Begabte und sie haben häufiger einen Zwilling zum Bruder oder zur Schwester. Wobei dieser nur selten ebenfalls Linkshänder ist.
  • Obwohl der Schlaf seit vielen Jahren erforscht wird (und noch vieles im Dunkeln liegt), sind so manche Entdeckungen kaum bekannt. So erreicht das lauteste Schnarchen 92 Dezibel, was etwa der Lautstärke eines Presslufthammers entspricht. In einer Nacht wachen wir rund 25 Mal auf, ohne dass wir uns am nächsten Tag erinnen können. Forscher vermuten darin ein Überbleibsel aus der frühen Menschheitsgeschichte. Da war es notwendig, immer wieder einmal aufzuwachen und einen Blick auf die Umgebung zu werfen. Männer erleben während des Nachtschlafes etwa alle zwei Stunden eine Erektion, und Frauen schlafen besser allein, Männer nicht. Die Begründung, Frauen fühlen sich weitaus mehr als Männer durch das Schlafverhalten eines anderen gestört.
  • Das Risiko, einen Heuschnupfen zu bekommen, ist bei Menschen höher, je ängstlicher sie sind. Das fanden britische Forscher heraus, die mehr als 50 Jahre die Daten von 5.700 Menschen auswerteten. Offenbar, so die Forscher, besteht ein engerer Zusammenhang zwischen Psyche und Immunsystem, als bisher angenommen wurde.
  • Es fällt den wenigsten Menschen auf, aber beim Harnlassen halten wir meist automatisch die Luft an. Der Grund dafür liegt im Zwerchfell. Wollen wir „Wasser lassen“, müssen wir Druck auf die Baucheingeweide ausüben. Das ist nur mit angespanntem Zwerchfell möglich. Um das Zwerchfell anzuspannen, müssen wir die Lunge mit Luft füllen. Das heißt, die mit Luft gefüllte Lunge drückt das Zwerchfell Richtung Bauch. Dieser Druck auf die gefüllte Blase öffnet ihren Schließmuskel und wir können es „plätschern“ lassen.
  • Rothaarige werden nicht grau. Das liegt daran, dass sich ihre Haarfarbe im Laufe des Alters zuerst in einen verblassten Kupferton und schließlich in ein roséfarbenes Blond umbildet. Lagern sich mehr und mehr Luftbläschen in das Haar ein, werden sie glänzend weiß, aber nie grau.
  • Wir haben zwar zwei Augen, aber mit dem einen sehen wir bevorzugt. Es ist unser sogenanntes „dominantes“ Auge. Welches das ist, lässt sich leicht überprüfen. Legen Sie die Spitzen von Daumen und Zeigefinger einer Hand so zusammen, dass die Finger eine kreisförmige Öffnung bilden. Die halten sie eine halbe Armlänge vors Gesicht und fixieren durch die Öffnung einen Gegenstand. Wenn Sie abwechselnd ein Auge schließen, bleibt bei einem Auge der optische Eindruck unverändert (das „Bild“ bleibt im Kreis), während beim anderen Auge das Bild aus dem Fingerkreis zur Seite „hüpft“. Der Grund für das Phänomen, der Gegenstand wird vor allem mit dem dominanten Auge gesehen. Bei zwei Drittel ist dies das rechte Auge. Erstaunlicherweise sieht das dominante Auge nicht immer besser. Ist das rechte Auge dominant, landen die Seheindrücke in der linken Hirnhälfte. Das wirkt sich auf den Charakter aus. Ist das rechte Auge und damit die linke Hirnhälfte dominant, sind die Menschen besser in analytischen und logischen Aufgaben, haben ein ausgeprägtes Zeitgefühl und einen besseren Umgang mit Zahlen. Ist das linke Auge und damit die rechte Hirnhälfte dominant, liegen die Stärken in einer besseren räumlichen Wahrnehmung, in Kreativität, Musikverständnis und in gefühlsbetonten Dingen.
  • Wer hat sich nicht schon einmal gewundert. Wackelt der Kopf, können wir lesen, wackelt der Text, ist Lesen unmöglich. Dieses Phänomen beruht darauf, dass das Bild nicht in den Augen, sondern im Gehirn entsteht. Wackelt der Kopf, ist das Auge aufgrund von Informationen des Gleichgewichtsorganes aus dem Innenohr sofort bemüht, ausgleichend gegenzubewegen und so das Bild stabil zu halten. Gleiches passiert, halten wir den Kopf schief. Am Bildeindruck ändert sich nichts, das Bild wird nicht schräg, alle senkrechten Linien bleiben senkrecht. Den raschen Informationen aus dem Gleichgewichtsorgan sei Dank.