Insel-Freiheit bei den Hippies
Das Meer ist der Hauptgrund, warum es Urlauber auf die Balearen-Insel Ibiza zieht. Auf dem spanischen Eiland gibt es weiße Sandstrände und Buchten, die von roten Steilküsten umrahmt sind.
Die Hügellandschaft im Norden lädt zum Wandern ein und in Ibiza-Stadt empfiehlt sich der Besuch der Altstadt. Am Wochenende öffnet der Hippie-Markt „Las Dalias“.
Trommelklänge ertönen am Strand „Benirrás“ auf der spanischen Insel Ibiza. Jeden Sonntag versammeln sich hier Menschen, um mit Trommeln und Bongos den Sonnenuntergang zu feiern. Die Musiker tragen luftige Kleidung und versprühen ein positives Lebensgefühl.
Für diese mediterrane Leichtigkeit ist die Baleareninsel berühmt. In den 1960er Jahren ließen sich „Hippies“, sogenannte „Blumenkinder“, auf dem Eiland nieder. Damals war Ibiza noch bettelarm. Das unberührte Paradies verwandelte sich schnell. Der Tourismus kam in Schwung. Im Süden des Eilandes wurden Hotels gebaut, um Urlauber zu beherbergen.

Der Norden der Insel blieb davon weitestgehend verschont. Die sehenswerte Hügel-Landschaft ist geprägt von üppiger Vegetation. Schafe schlummern in der Mittagshitze unter knorrigen Feigenbäumen, Pinienwälder sowie Ginster bedecken felsige Anhöhen und auf roter Erde wachsen Weinreben sowie Zitronen- und Olivenbäume.
Hier oben ist es ruhig. In dieser Idylle findet Wolfgang Lettner jene Zutat, die er für seinen Insel-Gin benötigt. „Ich sammle Wacholderbeeren von den Phönizischen Wacholdern, die hier wild wuchern“, erzählt der Gastronom, der auf der Insel das Restaurant „Casa Colonial“ betreibt.

Lettner, ein gebürtiger Bayer (D), lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten auf Ibiza. „Jeder kann auf der Insel tun und lassen, was er will, solange er dies auch jedem anderen gönnt. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz“, sagt Lettner.
Durchs Hinterholz wandern ist mittlerweile auch bei Urlaubern beliebt. Auf Ibiza gibt es einige markierte Wanderwege. „Wer gerne die Insel zu Fuß erkundet, sollte sich die Wanderung durch das Tal ,Es Broll‘ nicht entgehen lassen“, sagt Maria Fuentes vom örtlichen Tourismusverein. Es ist ein Ausflug zum grünen Herzen der Insel.
Die Wanderer spazieren entlang von Orangen- und Zitronenhainen. „Die üppige Vegetation verdankt das fruchtbare Tal dem Bewässerungssystem, das aus maurischer Zeit stammt und von einer Quelle gespeist wird. Der Wanderweg führt bis nach San Mateo.“

Nach einer Wanderung lädt das Meer zum Baden
Für Gipfelstürmer bietet sich eine Wanderung auf den höchsten Berg der Insel, den „Sa Talaia“ an. Mit seinen 475 Metern ist er eher ein Hügel, dafür lässt sich von hoch oben fast die gesamte Insel überblicken. Der 15 Kilometer lange Rundweg beginnt im Dorf Sant Josep de sa Talaia.
Zum Wandern allein zieht es Besucher freilich nicht auf die Insel. Sie kommen vor allem, um im Meer zu baden. Der Mai ist der ideale Monat, um das Wandern mit einem Strandurlaub zu verbinden. Die Temperaturen sind mild und das Wasser angenehm warm.

Auf Ibiza gibt es 60 Strände. Die Bucht „Sa Caleta“ ist von roten Steilküsten umrahmt. Der Strand „Ses Salines“ beeindruckt mit glasklarem Wasser. Sein Name geht auf die nahegelegenen Salzfelder zurück. Am Strand „Cala Conta“ können sich Besucher ein Tretboot ausborgen, sich vom Bananenboot über die Wellen ziehen lassen oder selbst mit einem Jet-Ski über das Meer düsen.
Der längste Strand der Insel befindet sich nahe Ibiza-Stadt, der Hauptstadt der Insel. Der Küstenabschnitt hört auf den Namen „Playa d‘en Bossa“ und ist zwei Kilometer lang. „Es gibt einen ruhigen Abschnitt für erholsame Strandtage und einen, wo etliche Bars und Musiker für Unterhaltung sorgen“, erzählt Fuentes.

Nach einem ausgiebigen Bad im Meer lohnt es sich, die Hauptstadt der Insel zu erkunden. Die Altstadt von Ibiza-Stadt ist von einer meterdicken Mauer umgeben und wurde zum Weltkulturerbe erklärt.
Durch ein mächtiges Tor und auf einer Zugbrücke erhalten die Ausflügler Eintritt in die Festungsstadt „Dalt Vila“. Mehrere Tunnel verbinden die einzelnen Ebenen miteinander. Ein Labyrinth aus verwinkelten Gassen weist den Weg nach oben. Auf dem höchsten Punkt des Hügels thront die Kathedrale Santa Maria.
Ein Pflichtbesuch auf Ibiza ist auch der Hippie-Markt „Las Dalias“ in Sant Carles. Am Samstag und Sonntag bieten hier Hippies, die immer noch die Insel bevölkern, ihre Waren an. Flippige Kleidung, Schmuck und Windspiele gehören zum Sortiment. Dort können die Ausflügler das Lebensgefühl der Blumenkinder spüren und in Form von Mitbringseln mit nach Hause nehmen.

An öffentlichen Orten muss auf Ibiza eine Maske getragen werden. Die Corona-Pandemie hat das kleine Eiland, das eineinhalb Mal so groß ist wie Wien, aber gut im Griff. Die 7-Tages-Inzidenz betrug in der Vorwoche 13, während sie bei uns bei 220 lag.
Bei der Einreise müssen sich Urlauber in keine Quarantäne begeben, sie benötigen aber einen negativen PCR-Test. Sobald wieder heimischer Boden betreten wird, müssen die Ausflügler in Quarantäne, obwohl die Chance auf Ibiza gering ist, sich mit dem Virus zu infizieren.

Auf nach Ibiza
Angebot: 3.5.–10.5., Hin- und Rückflug ab Wien, 7N im DZ im 4*-Hotel „Nautico-Ebeso“ inkl. Frühstück, 550 Euro p.P.,
Tel.: 0800 200 400, www.ruefa.at