Soll es Eintrittstests für den Handel geben?
Die ursprünglich nach der „Osterruhe“ geplanten Handels-Eintrittstests in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sind am Bundesrat gescheitert. Die Parlaments-Länderkammer hat die Novelle des Covid-Maßnahmengesetzes vorerst blockiert. Die Paragraphen treten jetzt acht Wochen später in Kraft. Doch damit will sich die Regierung nicht zufrieden geben. Die Eintrittstests in den Handel, abgesehen von den Grundversorgern, blieben bis zuletzt ein Streitthema.
JA:
Gaby Schwarz,
ÖVP-Gesundheitssprecherin

„Ich bin für jeden Test, der es uns ermöglicht, rasch zu erkennen, wer eventuell unwissentlich das Virus weiterverbreitet. Und deshalb auch für die Eintrittstests in den Handel, abgesehen von Geschäften, in die jeder gehen muss wie etwa Supermärkte oder Apotheken. Mittlerweile sind es alle Menschen, die hier leben und arbeiten, gewohnt, sich für gewisse Dinge, die sie gerne machen möchten, testen zu lassen. Ich sehe das sehr deutlich in
Eisenstadt (B) bei der Teststation im ,E_Cube‘, wie groß die Bereitschaft mittlerweile ist, einen Test zu machen. Das Testen wird die Zukunft sein, sowohl im Sport als auch bei kulturellen Veranstaltungen, in der Gastronomie, im Tourismus, wo immer es notwendig sein sollte. Und da gehört für mich auch dazu, dass der Handel mitspielt. Die Teststrategie ist ein ganz wichtiges Instrument, solange nicht genügend Menschen in unserem Land geimpft werden können. Wir haben uns daran gewöhnt, dass es Tests bei den körpernahen Dienstleistern gibt. Ich glaube, dass wir uns genauso an Tests im Handel gewöhnen werden. Das ist ein minimaler Aufwand mit einem großen Ergebnis, und zwar, dass wir uns und unser Gegenüber gut schützen.“

NEIN:
Rainer Will,
Handelsverband-Geschäftsführer

„Eintrittstests in den Geschäften würden kaum etwas an den Corona-Fallzahlen ändern, aber zwei Drittel aller Umsätze vernichten. Diese Maßnahme würde tausende Unternehmen in ihrer Existenz gefährden und zehntausende Arbeitsplätze kosten. Wir reden hier allein in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland von 280 Millionen Euro Umsatzverlust pro Woche. Daher lehnen wir Corona-Eintrittstests im Handel kategorisch ab.
Mittlerweile sprechen sich auch 80 Prozent der Bevölkerung gegen derartige Eintrittstests aus. Zurecht, denn die tägliche Praxis zeigt, dass die strengen Sicherheitsauflagen von den Geschäften flächendeckend eingehalten werden. Die Konsumenten halten den Mindestabstand vorbildlich ein und tragen eine FFP2-Maske. Vor diesem Hintergrund wären
Zutrittstests im Handel die ultimative Bestrafung und wissenschaftlich nicht haltbar. Der Handel ist kein Corona-Hotspot, wie inzwischen unzählige Studien belegt haben. Zutrittstests wären in unserer Branche ein massiver bürokratischer Mehraufwand und schlichtweg nicht administrierbar. Das Verkaufspersonal müsste die Tests von Millionen Menschen kontrollieren.“