Unser schönes Landleben
„Meine Hühner versorgen mich mit frischen Eiern“. Der eigene Garten ist für viele Menschen ein Ort der Erholung. Einige nutzen ihn auch, um Gemüse und Obst anzubauen oder Tiere zu halten. Wir zeigen, welche prominenten Menschen sich selbst versorgen und wo Tiere zur Familie gehören. Die deutsche Fernsehmoderatorin Judith Rakers hält Hühner, baut Gemüse an und hat einige Obstbäume in ihrem Garten.
Giovanni“ ist der Hahn im Korb. Er ist der Chef einer bunten Hühnertruppe und darf im Garten der „Das Erste“-
„Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers leben, bis er sprichwörtlich von alleine tot umfällt. Denn in den Kochtopf kommt keines ihrer Hühner.
Dabei wollte die 45jährige Deutsche anfangs gar keine Hühner, geschweige denn einen Hahn. „Früher waren mir Hühner suspekt. Ich fand sie hektisch und konnte ihr Flattern nicht einschätzen“, erzählt Judith Rakers, deren Meinung sich zum Federvieh geändert hat.

Als sie ein Fachwerkhaus mit Garten am Stadtrand von Hamburg (D) kaufte, zog sie los, um vier Hennen zu besorgen. Sie entschied sich für die Rasse Dresdner. „Das sind anfängerfreundliche Hühner, die recht zutraulich werden können. Das Huhn ,Schatzi‘ lässt sich streicheln und springt beim Füttern auf meinen Schoß“, freut sich Rakers, die ihr Leben auf dem Land im Buch „Homefarming – Selbstversorgung ohne grünen Daumen“ beschrieben hat.
Doch der Hühnerzüchter, bei dem sie sich die vier „Damen“ abholte, gab ihr auch einen Hahn mit. „Er soll die Hühner beschützen“, erklärt Rakers. Aus diesem Grund genießt nun auch „Giovanni“ das entspannte Landleben bei der Moderatorin, die sich mit dem Hahn einen Schönheitskönig in den Garten holte. Das Tier erreichte bei einem Wettbewerb 96 von 97 Punkten und wurde mit einem „Hervorragend“ ausgezeichnet.

Der Hahn veranstaltet Krähkonzerte und die Hühner legen bunte Eier
Der Hahn hat allerdings einen Nachteil. „Er ist laut. Schlafen ist nur mit geschlossenen Fenstern möglich. Wenn er der einzige Hahn in der Umgebung wäre, würde sich sein Gekrähe in Grenzen halten. Mein Nachbar hat aber auch einen Hahn. Sobald der um fünf Uhr zu krähen beginnt, stimmt auch ‚Giovanni‘ mit ein. Sie veranstalten dann wahre Krähkonzerte“, sagt Rakers.
Ursprünglich war der Plan, die Hühner auch zu essen. „Ich muss lachen, wenn ich heute daran denke, weil schon nach 20 Minuten mit den Hühnern klar war, dass ich das niemals tun werde. Nichts ist schöner, als in der Früh durch den Garten zu gehen und von glücklichen Hühnern begrüßt zu werden. Die Eier im Legenest sind manchmal so frisch, dass noch die Körperwärme des Huhnes zu spüren ist“, erzählt die Deutsche.

Angeblich haben ihre Dresdner-Hühner einen geringen Bruttrieb. „Doch bei mir haben ein paar Wochen nach dem Einzug gleich drei der Damen zu brüten begonnen“, schmunzelt Rakers. So sind aus den anfänglichen fünf Hühnern mittlerweile 15 geworden. Rakers hat ihren Glucken Bruteier anderer Rassen zum Ausbrüten gegeben, um eine bunte Truppe zu erhalten.
Durch Rakers Garten wuseln nun Araucana-Hennen, die grüne Eier legen, die Barnevelder-Hühner beeindrucken mit schokobraunen Eiern und die Wyandotten legen braune Eier.
Unter das Federvieh mischt sich auch Rakers Pferdestute „Sazou“. „Ich hole sie am Wochenende manchmal zu mir. Neben meinem Haus befindet sich ein Naturschutzgebiet, in dem es sich schön ausreiten lässt.“
„Sazous“ Hinterlassenschaften sind ein idealer Dünger. „Die Pferdeäpfel hüte ich wie einen Goldschatz. Ich lagere sie so, dass sie langsam verrotten und ich sie dann als organischen Langzeitdünger in meine Beete einarbeiten kann. Dort wächst mein Gemüse wegen dieser Humus-Düngung besonders gut. Hühnermist ist ebenfalls ein wunderbarer Pflanzendünger“, sagt Rakers.

Als die 45jährige das Haus von den Vorbesitzern übernahm, fand sie einen riesigen Ziergarten vor. Es gab Rhododendren, Fliederbüsche und einige Obstbäume. „Ich hatte von Anfang an Äpfel, Birnen, Mirabellen, Zwetschken und Kirschen. Es fehlten aber Gemüse, Beerensträucher und Kräuter. Ich begann daher, den Garten umzugestalten.“
Die Moderatorin baut nun Erdäpfel, Zucchini, Kürbisse und Auberginen an. „Ich habe klassische Beete am Boden und zusätzlich noch Hochbeete aus Holz sowie ein Frühbeet mit Dach, in dem ich Salate, Spinat, Kräuter, Zwiebeln und Kohlrabi anbaue.“ Nach dem ersten Jahr im Nutzgarten kam noch ein Gewächshaus hinzu, in dem Paradeiser und Gurken gedeihen.
Allerdings hätte sich Rakers nie träumen lassen, dass sie jemals ihr eigenes Gemüse anbauen würde. „In meinem Leben hatten die Themen Garten und Gemüseanbau nie eine Rolle gespielt. Erst als ich mit einem Selbstversorger sprach, änderte sich das. Ich träumte plötzlich vom Leben auf dem Land mit Gemüsebeeten.“
Dabei behauptet Rakers, keinen grünen Daumen zu haben, weil bei ihr keine Zimmerpflanze überlebt. „Einen grünen Daumen brauche ich nicht für den Anbau von Gemüse. Das meiste wächst von allein.“

Anfängern empfiehlt sie, Gemüse zu pflanzen, das leicht zu pflegen und bald zu ernten ist. „Am besten ist, mit Radieschen, Salat oder Karotten zu beginnen. Die müssen nicht vorgezogen werden. Sie können direkt ins Beet gesät werden und versprechen eine schnelle Ernte“, erklärt Rakers.
In ihrem Garten wächst das Gemüse mitunter in den schönsten Formen, die sich in keinem Supermarkt finden. Rakers hat schon Erdäpfel in Form eines Herzens geerntet. Einzig ihre Katzen „Luzi“, „Lotti“ und „Jack“ torpedieren ihren Erfolg. „Sie helfen beim Erdäpfelanbau beim Graben der Löcher. Doch sobald ich die Erdäpfel in die Erde lege, kommt es vor, dass die Katzen sie hinter meinem Rücken wieder ausgraben“, schmunzelt Rakers.