Corona: Sollen wir wieder alles aufsperren?
In wenigen Ländern wird mehr getestet als bei uns. Auf tausend Bürger kamen bei uns zuletzt 31 Corona-Tests pro Tag, in Deutschland waren es zwei. Die Zahl der Infektionen steigt dennoch stetig, Impfstoff ist Mangelware. Jetzt will die Regierung auf regionale Maßnahmen setzen. Nur in der „Modellregion“ Vorarlberg sind derzeit Gasthäuser offen und Veranstaltungen mit bis zu hundert Personen möglich. Voraussetzung dafür ist aber ein negativer Corona-Test.
JA:
Norbert Hofer,
FPÖ-Chef

„Am 2. November war der letzte Tag, an dem es möglich war, ein Mittagessen in einem Restaurant zu konsumieren oder spontan in einem Kaffeehaus vorbeizuschauen. Seit damals steht die Gastronomie, wie im Übrigen auch die Hotellerie, auf der ,Schwarzen Liste‘ der Bundesregierung – und das völlig zu Unrecht. Beide Sparten haben bewiesen, dass sie den Gästen einen Corona-sicheren Aufenthalt ermöglichen können: Maskenpflicht für Mitarbeiter und Gäste beim Kommen und Gehen, weitere Tischabstände oder Plexiglaswände zwischen den Tischen und regelmäßiges Desinfizieren haben ermöglicht, dass sich in Gasthaus, Café und Co. keine Corona-Cluster bilden. Es ist daher unverständlich, warum Hotellerie und Gastronomie, aber auch Kulturstätten weiterhin geschlossen haben müssen. Wenn sich Menschen dort nicht treffen können, dann verlagern sie diese Begegnungen in den privaten Bereich. Und dort wird auf Schutzmaßnahmen nicht immer sehr viel Wert gelegt. Dort passieren dann auch die Ansteckungen. Daher mein Appell: Gastronomie und Hotellerie wieder öffnen, unter klaren Regeln, die sich bereits
bestens bewährt haben. Es hängen auch zigtausende Arbeitsplätze an diesen Branchen.“

NEIN:
Pamela Rendi-Wagner,
SPÖ-Chefin

„Corona bestimmt leider schon viel zu lang unser Leben. Lokale, Sportplätze und Theater sind geschlossen. Diese Situation ist belastend. Wir sehnen uns alle nach Freiheit. Ganz besonders unsere Kinder. Aber ich warne eindringlich vor leichtfertigen Lockerungen. Grund dafür sind die bisherigen Öffnungen. Sie sind zu früh gekommen, weil die Infektionszahlen zu hoch waren. Hätten wir noch ein paar Wochen durchgehalten, wären schrittweise Öffnungen zu Ostern möglich gewesen. Und das dauerhaft. So aber weckt die Regierung falsche Hoffnung und muss dann wieder den Retourgang einlegen. Denn die dritte Welle kommt auf leisen Sohlen. Die Zahlen steigen wieder rasch an und die Spitäler kommen an ihre Limits. Das dürfen wir nicht zulassen. Ich selbst weiß, wie dramatisch diese Krankheit ist. Meine 70jährige Mutter musste auf der Intensivstation behandelt werden. Das kann jeden treffen. Nicht zuletzt, weil die neuen Mutationen auch für jüngere Menschen sehr gefährlich sind. Darum muss unser gemeinsames Ziel sein, endlich mit den Impfungen voranzukommen. Bis dahin braucht Österreich einen konsequenten Weg der Vernunft und Sicherheit.“