Haar-Seifen sind die neuen Shampoos
Die Haare mit einer eigens dafür hergestellten Seife oder einem festen Shampoo zu waschen, tut den Haaren, der Kopfhaut und der Umwelt gut. Kompakte Shampoos sparen Wasser, Platz sowie jede Menge Plastikmüll. Für „Einsteiger“ gibt‘s jedoch ein paar Details zu beachten.
Bislang waren die „Rollen“ im Badezimmer recht klar verteilt. Unseren Körper pflegen wir mit fester oder flüssiger Seife oder einem Duschgel, für das Haarewaschen verwenden wir flüssige Shampoos.
Ein neuer Kosmetiktrend ist nun dabei, diese Trennung aufzuheben, denn für die Haarwäsche gibt es nicht mehr nur flüssige Shampoos. Feste „Waschstücke“, die es als Haarseife oder Haarshampoo-Stück im Handel zu kaufen gibt, erobern das Badezimmer. Eine Alternative, die sich lohnt auszuprobieren, meint Mag. Sandra Papes von „Die Umweltberatung“. „Flüssiges Haarshampoo besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes überflüssig. Haarshampoo in fester Form oder in Form eines Seifen-Stückes spart zum einen die Plastikflasche. Damit entsteht kein Verpackungsmüll und ein geringerer Platzbedarf. Weiters enthält ein festes Waschstück kein Wasser, daher sind auch keine Konservierungsstoffe notwendig. Außerdem sind weniger Duftstoffe und Farbstoffe darin enthalten.“

Hinter den Begriffen Haarseife und festes Haarshampoo stecken jedoch zwei unterschiedliche Produkte. Festes Haarshampoo enthält verschiedene Tenside, Öle, Parfums und Farbstoffe, nur eben kein Wasser. Haarseifen hingegen bestehen aus Laugen, Fetten und Ölen. Neben den festen Schaumfetten wie Kokos-, Babassu-, Palmkernfett und dem mild reinigenden Olivenöl gibt es in Haarseifen Pflegeöle, die besonders gut für die Haarpflege sind. Avocadoöl (bis 40 Prozent) soll trockenes, sprödes Haar pflegen und Glanz spenden. Distelöl (bis 15 Prozent) ist ein leichtes Öl und gut bei leicht fettigem Haar, Hanföl (bis 15 Prozent) ist für sensible Haut geeignet, und Traubenkernöl (bis 10 Prozent) beschwert die Haare nicht.

Der Umstieg auf die neue Art der Haarpflege ist nicht schwer. Das feste Waschstück nehmen, in der nassen Hand oder direkt im nassen Haar gut aufschäumen und das Haar wie gewohnt waschen. Einfacher ist dennoch der Einstieg mit einem festen Shampoo. Bei Haarseife bedarf es aufgrund der Seifen- und Ölbestandteile anfangs wahrscheinlich eines oder zweier Probeläufe, bis das richtige Seifenstück für das eigene Haar gefunden ist. „Nach der Verwendung von Haarseife muss zum Beispiel das Haar mit Essigwasser gespült werden, um das Verkleben der Haare zu verhindern. Bei festem Haarshampoo ist diese Essigspülung nicht notwendig“, erklärt Mag. Papes. Diese Säurespülung tut dem Haar gut. Sie schließt die Haarschuppen, verleiht dem Haar einen schönen Glanz und verhindert, dass sich Kalk auf den Haaren ansammelt.

Ob Shampoo oder Haarseife, ein festes Waschstück ist äußerst ergiebig, da nur eine kleine Menge pro Haarwäsche verbraucht wird. Ein handgroßes Stück entspricht zwei bis drei Flaschen flüssigem Shampoo.
Nach dem Haarewaschen wird das Stück zum Trocknen auf eine Seifenablage gelegt, wo es bis zu seinem nächsten Einsatz wartet. Der verzögert sich meist mit dem Lauf der Zeit, denn vor allem das Waschen mit Haarseife lässt die Haare länger schön und sauber bleiben.

Einsteiger-Tipps zur richtigen Anwendung von Haarseife
  • Achten Sie beim Waschen in jedem Fall auf eine ausreichende Schaumbildung, Schaum ist essentiell für den Wascherfolg mit Haarseife.
  • Lassen Sie den Schaum nicht länger einwirken, sondern spülen Sie ihn gleich wieder sorgfältig mit warmem Wasser aus. Lieber ein wenig länger als zu kurz, damit die Seife wirklich ausgewaschen wird.
  • Die Haare sollten bereits in nassem Zustand „quietschsauber“ sein.
  • Anschließend können Sie eine saure Spülung aus zwei Esslöffeln Zitronensaft oder Apfelessig auf einen Liter Wasser verwenden, um (insbesondere bei hartem Leitungswasser) der Bildung von Kalkseife vorzubeugen und den natürlichen leicht sauren pH-Wert des Haares wieder herzustellen.
  • Lassen Sie Ihre Haarseife nach der Haarwäsche immer gut trocknen. Gerade Haarseifen mit einem hohen Anteil von Rizinusöl neigen dazu, weich zu werden.
  • Wechseln Sie immer wieder zwischen verschiedenen Haarseifen mit unterschiedlichen Überfettungen und Zutaten. Oft funktioniert eine Seife ein paar Wochen lang gut, doch dann wird das Ergebnis auf einmal weniger gut. Wenn sich die Haare trotz Wäsche spröde anfühlen und nicht frisch und duftig, sollte eine Seife mit höherem Überfettungsgrad gewählt werden, also eine, die mehr als fünf Prozent reines Fett enthält. Kleben die Haare nach der Wäsche oder sind die Haare von Natur aus fettiger, wurde das Haar nicht ausreichend ausgespült oder ist eine weniger ölhaltige Seife besser.