Mit Massentests das Virus in den Griff bekommen?
Die Regierung hat das Land zum dritten Mal „zugesperrt“. Doch dieses Mal soll der „Lockdown“ nicht für alle gleich lang dauern. Wer bei den Massentests Mitte Jänner ein „negatives“ Ergebnis bekommt, für den enden viele Ausgangsbeschränkungen schon am 18. Jänner. Alle anderen müssen bis zum 24. Jänner warten, lautet der Plan der türkis-grünen Koalition. Rund ein Fünftel der Bevölkerung ging zu den Massentests im Dezember, jetzt sollen es mehr werden.
JA:
Rudolf Anschober,
Gesundheitsminister (Grüne)

„Ein Antigen-Schnelltest ermöglicht ein unkompliziertes Testen und liefert bereits innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis. Daher eignet sich diese Test-Art sehr gut für großflächiges Testen in der Bevölkerung. Eine Teilnahme ist besonders einfach und komfortabel möglich. Ein leichter Zugang zu Tests und die Möglichkeit, sich bei bereits leichten Symptomen zu testen, ist ein wichtiger Pfeiler unserer Teststrategie. Im Zuge der ersten Runde im Dezember konnten wir so rund 6.000 Menschen ohne Symptome über ihre Erkrankung informieren und dadurch eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus verhindern. Somit konnte eine Infektionseindämmung erwirkt werden. Auf individueller Ebene kann es das Risiko senken, unsere Angehörigen über eine versteckte Infektion anzustecken. Konsequentes, regelmäßiges Testen ist daher ein wirksames Werkzeug im Kampf gegen die Pandemie. Umso mehr Menschen es nutzen, umso wirksamer kann es sein. In unserem neuen Plan gegen die Pandemie setzen wir daher auf ein massives Absenken der Infektionen durch den ,Lockdown‘, das Durchtrennen der Infektionskreisläufe durch die Massentestungen und auf das anschließende Impfen. So können wir die Pandemie schrittweise bezwingen.“

NEIN:
Norbert Hofer,
FPÖ-Parteichef

„Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollten die von Experten vorgeschlagenen Maßnahmen eine Vorlage für die politische Entscheidung sein. In Österreich ist das offenbar anders, denn die Politik hält sich nur selten daran. Im Frühjahr legten die Experten den Fokus auf den Schutz der besonders vom Virus gefährdeten Menschen – Kanzler Kurz sperrte das Land zu und machte allen Menschen Panik. Im Herbst das gleiche Bild. Das Gesundheitsministerium hielt in seiner Teststrategie am 13. Oktober fest, dass das Testen ohne begründeten Verdacht die Anzahl falsch-positiver Ergebnisse erhöht und die vorhandene Testkapazität belastet. Wenige Wochen später wurde der Gesundheitsminister wieder vom Kanzler überrumpelt, als dieser plötzlich Österreich Massentests verordnete. Der Gesundheitsminister sollte an dieser Stelle eigentlich auch gegen die Massentests auftreten, wie seine Experten dies vorgeschlagen haben. Wobei die Masse diese Tests ohnehin ignorierte, weil sie in Wahrheit nichts bringen. Sie geben maximal 24 Stunden Gewissheit, nicht infiziert zu sein. Deshalb bringen sie uns in der Pandemie-Bekämpfung keinen Millimeter nach vorne. Es wäre gescheiter, in Altenwohn- und Pflegeheimen ein wirksames Testnetz zu installieren.“