Oh, wie das duftet
Zum Heiligen Abend gehören nicht nur Kerzenschein und Weihnachtslieder. Mit dem Fest der Liebe werden auch ganz bestimmte Gewürze verbunden. Ihr Duft weckt wunderbare Kindheitserinnerungen, ihr Aroma veredelt so manche Nascherei. Ein kleiner Ausflug in das Reich von Sternanis, Zimt und Kardamom, süßer Vanille, Muskatnuss und Gewürznelken.
Kardamom im Kaffee
Eukalyptusartig – blumig – krautig
Grüner Kardamom – die Samen sind das eigentliche Gewürz – gehört zu der Familie der Ingwergewächse und stammt ursprünglich aus Asien. Er ist in Kapseln erhältlich sowie in gemahlener Form und würzt Weihnachtsgebäck, warme Getränke sowie asiatische und orientalische Gerichte. Kardamomsamen enthalten zudem ätherische Öle, die entkrampfend und verdauungsfördernd wirken.
Tipp: Für ein neues Geschmackserlebnis eine Prise Kardamom in den Kaffee oder die heiße Schokolade geben.

Vanille, das liebliche Gewürz
Süß – moschusartig – cremig – holzig
Das liebliche Gewürz wird aus den Kapselfrüchten verschiedener Arten der Orchideengattung „Vanilla“ hergestellt und füllt schon beim Backen das ganze Haus mit Weihnachtsduft. Doch dieses Gewürz riecht nicht nur gut, sondern enthält auch zahlreiche Antioxidantien, die die Zellalterung verlangsamen. Die Vanilleschote enthält zudem mehrere B-Vitamine, die das Nervensystem stärken.
Tipp: Schon die Schote selbst hat beim Kochen ein intensives Aroma.

Sternanis, das Glück
Süßholz – warm – eukalyptusartig
Das in der chinesischen Kultur für Glück stehende Gewürz besteht aus sechs bis zehn Kapseln samt Samenkorn und gehört zur Familie der Sternanisgewächse. Botanisch hat er nichts mit Anis zu tun, ähnelt ihm aber im lakritzenartigen Geschmack. Die Früchte werden im Ganzen gemahlen und würzen Spirituosen, Lebkuchen und chinesische Gerichte.
Tipp: Möglichst gut geschützt vor Luft und Licht aufbewahren – am besten in einer gut verschließbaren Dose.

Gewürznelke im Punsch
Süß – beißend – holzig
Die Gewürznelke ist die getrocknete Blütenknospe des Gewürznelkenbaumes. Die kleinen „Nägelchen“ eignen sich hervorragend dazu, mit Punsch oder Glühwein mitgekocht zu werden. Sie lassen sich aber auch in einen Braten stecken und geben ihm eine besonders würzige Note. Als festliche Dekoration machen sie aber auch in Orangen eine gute Figur.
Tipp: Geht die Knospe im Wasser senkrecht unter, sind genügend ätherische Öle enthalten. Schwimmt sie waagrecht, ist sie zu trocken.

Zimt, die trockene Rinde
Warm – süß – holzig – pfeffrig
Zimt gehört zu den Lorbeergewächsen und wird aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen gewonnen. Er kann dazu beitragen, den Blutzucker zu stabilisieren, was vor Diabetes Typ-2 schützt. Deshalb ist Zimt auch ein guter Begleiter in Backwaren, da das Gewürz die Auswirkungen des hohen glykämischen Index von Zucker eindämmt. Das ist allerdings kein Freibrief für ungehemmten Zuckerkonsum.
Tipp: Um das Aroma lange zu erhalten, dunkel und trocken lagern.

Macisblüte, der Nussmantel
Holzig – pfeffrig – warm – süß
Macisblüte wird der Mantel der Muskatnuss genannt und nicht die Blüte, wie der Name vermuten lässt. Der Geschmack ähnelt jenem von Muskatnuss, ist nur etwas frischer und feiner. Sie lässt sich überall, wo Muskatnuss verwendet wird, einsetzen und gehört somit auch zu den klassischen Gewürzen für weihnachtliche Lebkuchen.
Tipp: Manche Asialäden bieten Macisstücke an, die im Mörser selbst gemahlen werden können.

Muskatnuss, die harzige Note
Bittersüß – holzig – warm – nelkenartig
Das nussige Gewürz ist eigentlich der Samen der Muskatfrucht. Zusammen mit der Muskatblüte, die auch zum Würzen genutzt wird, wächst die Muskatnuss am Muskatbaum – überwiegend in tropischen Gebieten. Gerichten wie Erdäpfelpüree, Suppen, aber auch weihnachtlichem Gebäck verleiht die Muskatnuss eine harzige Note.
Tipp: Speisen erst nach dem Kochen mit Muskat würzen, da die Öle sonst rasch verfliegen.

Piment schmeckt in Suppen
Holzig – warm – pfeffrig – süß
Das Gewürz stammt aus den mittelamerikanischen Tropen und gehört wie die Gewürznelke zur Familie der Myrtengewächse. Gemahlen ergänzt Piment vor allem Honig- und Pfefferkuchen. Aber auch in Suppen kommt der pfeffrige Geschmack besonders gut zur Geltung. Die ätherischen Öle im Piment fördern die Verdauung und stärken das Immunsystem.
Tipp: Ist kein Piment im Hause, kommt eine Mischung von Zimt, Gewürznelken und Muskat an den Geschmack heran.