"Ich war schon in der Schule eine Plaudertasche"
ORF-Zusehern ist Kristina Inhof, 31, keine Unbekannte. Seit 2015 moderiert die sympathische, quirlige Mödlingerin (NÖ) den Sport. Ab 25. September wirft sie sich in die Abendrobe und ersetzt Mirjam Weichselbraun bei den „Dancing Stars“. Ob die Moderatorin selber gerne das Tanzbein schwingt und warum sie das Fußballspielen lieber sein lässt, verriet sie im WOCHE-Interview.
Frau Inhof, wie kam es dazu, dass Sie heuer zum ersten Mal „Dancing Stars“ moderieren?
Ich würde es als Glück im Unglück bezeichnen. Ohne die Corona-bedingte Absage von Mirjam Weichselbraun, 38, sie möchte sich in der Krise um ihre Kinder kümmern, wäre ich nicht zu dieser Chance gekommen. Es kam völlig unerwartet, als ich gefragt wurde. Nun wird ein Traum wahr.

Welche Herausforderungen bedeutet das in Zeiten von Corona?
Ich muss natürlich viele Punkte im Alltag beachten, wie Abstandsregeln und zahlreiche Hygienevorschriften. Auch mein Umfeld passt gut auf sich auf, um mich zu schützen.

Sie treten mit Klaus Eberhartinger auf. Haben Sie ihn schon getroffen?
Nein, noch nicht. Es wird für uns beide ein neues Abenteuer. Aber Eberhartinger, 70, ist ein Routinier und ein lockerer Typ. Ich habe durch den Sport viel Live-Erfahrung und kann daher auch mit Schmähs und Wuchteln umgehen. Ich bin sicher, wir werden gut harmonieren.

Könnten Sie sich vorstellen, selbst das Tanzbein bei „Dancing Stars“ zu schwingen?
Für 2020 konzentriere ich mich einmal auf die Moderation. Ich liebe es, mit meinen Freundinnen ausgelassen in Lokalen zu tanzen, in einer Tanzschule war ich aber noch nicht. Ich bin mir aber sicher, ich kann bei „Dancing Stars“, wenn ich gut zuschaue, viel lernen (lacht).

Das Moderieren liegt Ihnen …
Ich habe schon in der Schule gerne Referate gehalten. Aber ich wurde auch oft ermahnt und hatte Klassenbucheinträge, weil ich mit meiner Sitznachbarin zu viel getratscht habe. Wir wurden auseinandergesetzt. Ich war schon in der Schule eine Plaudertasche.

Sie haben beim Regionalsender W24 angefangen. Erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Auftritte?
Ja, ich habe beim Frühstücksfernsehen begonnen. Da habe ich mich meistens dafür gemeldet, frühmorgens von einer Wetterstation den Zuschauern einen Ausblick auf das Wetter zu geben. Das waren schöne Erfahrungen, ich habe dort viel gelernt.

Warum hat es Sie dann zum Sport verschlagen?
Sport war schon immer ein Teil meines Lebens. Wir waren immer eine sportliche Familie, mein Papa war Sportlehrer. Auch ich habe jahrelang bei Hypo NÖ Handball gespielt. Später habe ich Sportwissenschaften studiert und den Bachelor gemacht.

Wäre Frauenfußball etwas für Sie?
Ich musste bei meiner Aufnahmeprüfung für das Sportstudium Fußball spielen. Das war mitunter das Anstrengendste, was ich je gemacht habe. Ich war fix und fertig. Also eher nichts für mich (lacht.)

Haben Sie manchmal noch Lampenfieber, wenn Sie vor ein Millionenpublikum treten?
Ja, ich bin nach wie vor nervös. Das raubt mir auch meine guten Schlafstunden. Kurz vor Sendungen mache ich aber bestimmte Atemübungen, damit ich voll konzentriert an die Sache herangehen kann.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie in der Männerdomäne Fußball ein Match moderieren? Werden Sie als Frau anders behandelt als ein Mann?
Es ist eigentlich ganz locker für mich. Ich habe wunderbare männliche Kollegen wie Herbert Prohaska, 65. Er ist ein „cooler“ Typ, der mich schätzt und ernstnimmt. Ich habe aber auch hohe Anforderungen an mich selbst, da ich durch Kompetenz punkten möchte.

Tut es Ihnen leid, dass die Fußball-Europameisterschaft auf nächstes Jahr verschoben wurde?
Nein, überhaupt nicht, denn sonst wäre „Dancing Stars“ nicht gekommen. Ich freue mich auf die große Tanz-Show und danach auf die Fußball-Spiele.

Welche Chance geben Sie unserer National-Elf?
Ich war schon bei der EM 2016 dabei, nach der wir aber ein bisschen schaumgebremst sind. Die Leistungen der Spieler sind aber jetzt herzeigbar. Sie haben viele junge dabei, auch aus der Red Bull Salzburg Akademie. Ich traue ihnen einiges zu.

Wie sieht der Alltag einer Sport-Moderatorin aus? Bleibt da noch Zeit für Freunde und Familie?
Ich habe einen Beruf, der häufig am Wochenende und am Abend stattfindet. Dafür mag ich es, an Montagen gut ausschlafen zu können. Da ich keine geregelte Arbeitswoche habe, bin ich es gewöhnt, mir meine Treffen mit Freunden zu anderen Zeiten auszumachen. Damit komme ich aber gut klar.

Was haben Sie beruflich noch vor?
Ich möchte unbedingt Moderatorin bleiben. Später schreibe ich vielleicht aber noch eine Autobiografie, weil ich schon als Siebenjährige Bücher geschrieben habe. Das hat mir damals schon Spaß gemacht.

Wurden Sie schon einmal im Internet angefeindet?
Bislang wurde ich von schlimmen Kommentaren verschont. Wenn jemand destruktive Kritik übt, kann ich mich davon distanzieren. Denn wenn er anonym im Netz andere beschimpft, rührt das eher von einem Problem dieser Person.

Sie sind im Bezirk Mödling (NÖ) aufgewachsen und wohnen noch immer dort. Hat es Sie jemals von dort weggezogen?
Ich mag die Natur, die meine Heimat bietet. Außerdem habe ich die Großstadt Wien, in der ich arbeite, direkt vor der Tür. Und da ich äußerst heimatverbunden bin, möchte ich auch in meiner Heimat bleiben.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Ich bin ein Familienmensch. Die Familie ist mein Ruhepol. Ich mag es zum Beispiel, wenn alle eingeladen sind und es viel zu essen gibt. Sonst gehe ich zum „Disco Spinning“, das ist Fitnesstraining unter der Diskokugel. Das macht wahnsinnig viel Spaß.

Was essen Sie am liebsten? Kochen Sie selber?
Ich mag Sushi, Fisch, Meeresfrüchte und neue Trends, zum Beispiel alles mit Avocado. Aber auch Süßigkeiten. Bei Schokolade und Gummibärchen kann ich nicht Nein sagen. Zum Kochen komme ich aufgrund meines Berufes aber nur selten.

Kocht Ihr Freund für Sie?
Mein Freund kann leider nicht kochen, dafür mag er es, wenn ich für ihn koche und wir dann gemeinsam gut essen (lacht).

Wie sieht es aus mit Kindern?
Ich möchte gerne einmal eine Familie haben.

Und wie geht‘s in nächster Zukunft weiter?
Ich möchte „Dancing Stars“ gut erledigen. Und ich hoffe, dass wir alle bald wieder ein Leben haben werden, das uns an die Zeit vor Corona erinnert.