Maskenpflicht in der Klasse für ältere Schüler?
Kurz vor dem Schulbeginn im Osten am 7. September soll die „Corona-Ampel“ in Betrieb gehen. Sie springt je nach Infektionen im Bezirk oder in der Stadt auf Grün, Gelb, Orange oder Rot. Das hat Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Denn ab „Gelb“ müssen Schüler und Lehrer abseits der Klasse verpflichtend eine Maske tragen. Im Unterricht dürfen sie den Mund-Nasen-Schutz abnehmen. Nur bei Gruppenarbeiten ohne Abstand können Lehrer die Masken verlangen.
JA:
Thomas Szekeres,
Ärztekammer-Präsident

„Wir stehen noch mitten in der Zeit der Corona-Pandemie und im Herbst ist mit einer weiteren Zunahme von CoV-Fällen zu rechnen. In Kombination mit der jährlichen Influenza-Welle sind wir daher alle dazu angehalten, uns selbst und unsere Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Gegen die echte Grippe gibt es eine Schutzimpfung, die ich allen dringend empfehle. Gegen Corona gibt es aber noch keinen wirksamen überprüften Impfstoff. Gerade angesichts der jetzt steigenden Zahlen an CoV-Infizierten, die sich zum Teil in urlaubsbedingter Sorglosigkeit im Ausland angesteckt haben, müssen wir die bekannten Vorsichtsmaßnahmen verstärkt beachten: Regelmäßige Handhygiene, ein Meter Abstand zu Mitmenschen und das Tragen einer Schutzmaske in geschlossenen Räumen. Ich trete auch dafür ein, dass Kinder ab einem gewissen Alter Schutzmasken tragen sollen, aber nicht nur im Supermarkt, sondern auch in der Schule am Gang und in den Klassenzimmern. Kleinkinder, das belegen Untersuchungen, sind selten Überträger von Corona, anders ist das aber bei Kindern ab der beginnenden Pubertät und einem zwölfjährigen Kind ist das durchaus zumutbar.“

NEIN:
Hermann Brückl,
FPÖ-Bildungssprecher

„Unsere Schüler, egal welchen Alters, im Unterricht zum Tragen von Masken zu zwingen, ist unbotmäßig, hindert beim Lernen und schürt unnötige Ängste. Das Infektionsgeschehen an unseren Schulen spielt, wie zahlreiche Studien belegen, für die Verbreitung des Virus nur eine unbedeutende bis kaum existente Rolle. Das Übertragungsrisiko innerhalb der Schule ist gering und die Kontaktpersonen-Nachverfolgung ist an Schulen wesentlich einfacher und rascher möglich als in anderen Bereichen. Eine Maskenpflicht im Unterricht ist vernunftmäßig schon nicht geboten, da die Schüler mit Blickrichtung zur Lehrerin beziehungsweise zum Lehrer sitzen und daher die Ansteckungsgefahr wesentlich geringer ist als in vielen anderen Lebenssituationen, bei denen Menschen ungeordnet zusammenkommen. Viel wichtiger als die Maskenpflicht im Unterricht ist die Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln. Gut durchlüftete Klassenzimmer, gelegentliches Händewaschen und ein bewusster und vernünftiger Umgang der Schüler miteinander sind wesentlich. Wir dürfen unsere Kinder nicht zu einem stundenlangen
Lernen mit Maske verpflichten.“