Regeln für den Urlaub im Ausland
Der Sommerurlaub ist für viele Menschen eine kurzzeitige Befreiung vom Alltag. In diesem Jahr wird er etwas anders. Mindestabstand und Maskenpflicht begleiten uns vorerst beim Besuch fremder Länder. Am Strand werden Liegen weiter auseinandergestellt. An einigen Orten können sich Urlauber ein Plätzchen am Strand sogar reservieren.
Italien war eines von der Pandemie am schlimmsten betroffenen Länder. Die Grenze zu unserem südlichen Nachbarn war lange zu, seit dem 16. Juni dürfen wir wieder nach Italien fahren. Weder eine Quarantäne noch ein Covid-Test sind für die Ein- und Heimreise notwendig.

Eine partielle Reisewarnung bleibt für die Lombardei aufrecht. „Wir empfehlen, dort nicht hinzufahren. Wer es trotzdem tut, dem können Konsequenzen nach dem Dienst- und Konsularrecht drohen. Sollte eine Person trotz Reisewarnung in eine Notlage geraten, könnte für die Rückholung ein Teil der Kosten eingefordert werden“, warnt Außenminister Alexander Schallenberg.

Italien: Abstand am Strand

Die Italiener bereiten sich seit Wochen unbeirrt auf die Sommersaison vor. Die Region Venetien, zu der auch die Stadt Venedig gehört, wirbt um Urlauber aus unserem Land. „Alle Strände sind geöffnet. Viele Einheimische sprechen Deutsch“, erzählt Luca Zaia, Regionspräsident von Venetien.

Für den Strand wurde ein Leitfaden vorgelegt, der in ganz Italien gilt. Jeder Sonnenschirm soll einen Platz von zehn Quadratmetern um sich herum haben. Sonnenliegen ohne Sonnenschirm müssen 1,5 Meter voneinander entfernt stehen und nach jedem Besitzerwechsel desinfiziert werden. Besucher eines Strandbades sollen vorab eine Eintrittskarte buchen.

Buffets in Hotels sind vorerst verboten. „Eine Lockerung ist jederzeit möglich“, sagt Zaia. In Restaurants herrscht Maskenpflicht, aber nicht beim Essen. An Flughäfen, Bahnhöfen und in Museen müssen Reisende damit rechnen, dass mit einem Scanner Fieber gemessen wird. Zu fremden Personen muss ein Abstand von einem Meter eingehalten werden, in Südtirol sind es zwei Meter. Geht dies nicht, muss eine Maske getragen werden.

Spanien: Strand reservieren und mit Karte zahlen

Warten heißt es vorerst noch für Reisen nach Spanien. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez möchte die Grenzen seines Landes für Einreisende aus den EU-Staaten des Schengenraums am 21. Juni öffnen. Die österreichische Regierung hatte geplant, Reisende aus Spanien ab 1. Juli ins Land zu lassen, nun wird eine frühere Grenzöffnung ebenfalls erwogen.

Sobald Urlauber in Spanien ankommen, müssen sie sich an einige Sicherheitsvorkehrungen halten. „In den Hotels gibt es vorerst keine Buffets. Kellner werden mit Gummihandschuhen servieren“, sagt Sánchez. Handtücher und Fernbedienungen werden verschweißt auf den Zimmern bereitgestellt. Außerdem werden unnötige Dekorationsgegenstände verschwinden. Das erleichtert dem Personal das Putzen, denn jedes Zimmer wird nach der Abreise der Gäste desinfiziert. Die Hotels empfehlen, über das Internet einzuchecken und mit Karte zu bezahlen, also bargeldlos. Am Strand besteht die Regierung auf einen Abstand von mindestens vier Metern zwischen den Sonnenschirmen und zwei Metern zwischen den Liegen. Am Wasser soll ein breiter Streifen für Spaziergänger frei bleiben. An manchen Badeorten können sich Urlauber ein Stück Strand vorab im Internet reservieren, zum Beispiel am Strand von Canet d‘en Berenguer in der Provinz Valencia.

Griechenland: Es gibt wieder Flüge

Seit Mitte Juni dürfen Urlauber ohne Quarantänepflicht wieder nach Griechenland kommen. Die Flughäfen nach Athen und Thessaloniki werden wieder angesteuert. Die übrigen Flughäfen sollen ab 1. Juli öffnen. Bei der Ankunft finden stichprobenartig Tests statt.

Sehenswürdigkeiten wie die Akropolis in Athen und Strände sind wieder geöffnet. Liegen und Sonnenschirme am Meer und an den Schwimmbädern im Hotel stehen drei bis fünf Meter voneinander entfernt. Der reguläre Fährverkehr zu den Inseln wurde wieder aufgenommen, allerdings vorerst mit begrenzter Passagierzahl.

Slowenien: Hotels haben offen

In unserem Nachbarland Slowenien haben die Hotels wieder geöffnet. An den Stränden ist Schwimmen erlaubt. Maskenpflicht gilt in öffentlichen Transportmitteln und Gesundheitseinrichtungen. Die Weiterreise nach Kroatien ist erlaubt.

Kroatien: Einreise-Formular notwendig

Bei der Einreise nach Kroatien müssen sich Urlauber bis auf Weiteres registrieren. Es wird empfohlen, dies vor der Reise zu tun, um die Wartezeit an der Grenze zu verkürzen. Das Formular wird im Internet (https://entercroatia.mup.hr) in deutscher Sprache bereitgestellt. Die Urlauber müssen persönliche Daten und die Adresse ihrer Unterkunft angeben. Das Formular soll nach der Registrierung ausgedruckt und an der Windschutzscheibe des Autos befestigt werden.

Frankreich: Karten für Museen vorab erwerben

Restaurants und Kaffeehäuser haben in Frankreich wieder geöffnet. In der Hauptstadt Paris darf bis 22. Juni aber nur in Außenbereichen wie Gastgärten oder auf Terrassen getrunken und gegessen werden.

Das Schloss Versailles ist bereits geöffnet. Der
Louvre in Paris öffnet erst wieder am 6. Juli. Einige Kulturorte haben ein Reservierungssystem eingeführt. Wer beispielsweise den Louvre besuchen will, muss vorab eine Eintrittskarte im Internet erwerben. Das Tragen einer Maske ist bei allen Museumsbesuchen vorgeschrieben.

Portugal: Technik für den Strandbesuch

In Geduld üben müssen sich Urlauber, die nach Portugal wollen. Eine Einreise ist derzeit noch verboten, ab 1. Juli soll es wieder möglich sein. Die Portugiesen haben indes die Zeit genutzt und die Applikation „Info Praia“ für Mobiltelefone entwickelt. Sie informiert die Nutzer darüber, wie voll ein Strand ist und zeigt Ausweichmöglichkeiten. Beim Betreten des Strandes müssen Schuhe getragen werden. widlak