„Meine Stimme klingt wie die von Freddie Mercury“
Seine Version des „Queen“-Klassikers „Bohemian Rhapsody“ am Klavier fand im Internet schnell großen Anklang. Gut 34 Millionen Mal wurde das Video von Marc Martel, 43, bislang auf „YouTube“ angesehen. Dabei klingt er wie eine Reinkarnation von Freddie Mercury (er starb 1991). Céline Dion brachte der 43jährige Kanadier mit seiner Version von „Somebody To Love“ sogar zum Weinen. Wenn Martel Ende Februar mit der „One Vision of Queen“-Tribute-Show für zwei Termine in unserem Land gastiert, ist also kollektive Gänsehaut garantiert. Die WOCHE-Reporterin Katja Schwemmers sprach vorab mit dem Künstler.
Herr Martel, wie sind Sie als Sänger, der Lieder der legendären Band „Queen“ nachsingt, entdeckt worden?
Roger Taylor (Schlagzeuger von „Queen“, Anm. d. Red.) hatte Videos von mir auf der Internet-Plattform „YouTube“ gesehen. Er kam auf die verrückte Idee, seine eigene „Queen“-Coverband zu gründen und wählte mich 2011 als Sänger von „Queen Extravaganza“ aus. Mit dieser Gruppe war ich dann vor fünf Jahren das erste Mal in Europa auf Tour. So hat es angefangen. Ich hatte zwar zuvor schon fast täglich gehört, welche Ähnlichkeit meine Stimme mit der von Freddie Mercury aufweist. Aber ich wusste nicht, wie selten es ist, so wie er zu klingen. Ich hatte zwölf Jahre ja meine eigene Band. Und nun mache ich meine eigenen Tribute-Shows mit „One Vision of Queen“.

Gönnen Sie sich nun künstlerisch mehr Freiheiten?
Schon. Vorher war es Rogers Version einer „Queen“-Coverband. Ich gehe in meiner Show so weit, dass ich ein oder zwei bekannte Lieder spiele, die nicht von „Queen“ sind. Ich singe sie aber im Stil von „Queen“ – „Ave Maria“ zum Beispiel. Freddie flirtete ja gern mit klassischer Musik in seinen späteren Jahren.

Müssen Sie bestimmte Techniken anwenden, um so zu klingen wie er?
Es ist eigentlich nur der Akzent, an den ich denken muss. Meine Stimme klingt ganz natürlich so wie seine.

Ihre Stimme ist auch in der „Queen“-Verfilmung „Bohemian Rhapsody“ zu hören. Warum wurde das unter den Tisch gekehrt?
Das ist die Hollywood-Magie. Die Macher wollten, dass die Menschen den Film sehen und glauben, dass sie Freddie Mercury zusehen; selbst wenn alle wissen, dass es der Schauspieler Rami Malek ist, eben mit meiner Stimme. Einen weiteren Namen mit in den Ring zu werfen, hätte die Faszination des Filmes entwerten können.

Welche Musik würde Freddie Mercury heutzutage machen, was glauben Sie?
Das ist schwer zu sagen, weil er vielen Musikstilen frönte. Wer hätte damals erwartet, dass er gleich ein ganzes Opern-Album macht? Ich hätte mir auf jeden Fall gewünscht, dass er irgendwann zurück zum Rock ‘n‘ Roll finden würde. Ich bin mir sicher, dass es so gekommen wäre und „Queen“ immer noch Platten aufnehmen würde.

Sie haben sowohl die kanadische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Warum?
Ich lebe mittlerweile seit 20 Jahren in Amerika. In Nashville (US-Staat Tennessee), um genauer zu sein. Dort landet niemand zufällig, dort muss einer schon hinwollen. Denn es ist ein bisschen merkwürdig, dort zu wohnen, wenn du nicht in der Countrymusik verwurzelt bist.

Wie leben Sie dort?
Meine Freundin und ich haben ein Haus vor den Toren der Stadt. Aber wir denken darüber nach, bald noch ländlicher zu wohnen, ein bisschen mehr Land zum Bewirtschaften zu haben. So bodenständig war ich immer schon. Der Glanz und Glamour von Los Angeles war nie meine Sache.

Konzerte:
26.1., Salzburgarena, Slbg;
28.1., Olympiahalle, Innsbruck.