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Ihr gebrochenes Herz ist wieder gesund
Wer jemals vor der Königin von England aufgetreten ist, den kann so leicht nichts mehr schrecken. Schon gar nicht eine vorübergehende Trennung. Die 32 Jahre alte Bluesrock-Gitarristin und -Sängerin Joanne Shaw Taylor aus der Stadt Birmingham im Zentrum der britischen Insel, hat aus dem Liebeschaos eine packende Platte gemacht. Mit „Reckless Heart“ stellt sich Taylor nun hierzulande ausgiebig vor.
Was haben Sie zuerst für sich entdeckt – die Gitarre oder die Stimme?
Definitiv die Gitarre. Ich hätte nie gedacht, dass ich überhaupt singen kann. Als Kind war ich äußerst schüchtern. Meine Eltern behaupten, ich hätte erst mit fünf Jahren angefangen zu sprechen. Aber als ich begann, Erfahrungen in anderen Bands zu sammeln, wurde mir bewusst, dass ich die Frontfrau sein will. Nicht, weil ich ein großes Ego habe, sondern um mir aussuchen zu können, welche Lieder ich spiele. Also führte kein Weg am Singen vorbei.

Und warum haben Sie sich für den doch eher schwermütigen Blues entschieden?
Mein Vater ist Hobbygitarrist, und er liebt den Blues über alles. Er hat mich fast jedes Wochenende nach Bilston zu Konzerten in einen Bluesklub mitgenommen, der „The Robin“ heißt und in der Nähe von Birmingham liegt, wo ich auch aufgewachsen bin. Dort habe ich auch meine ersten eigenen Shows als Teenager gespielt.

Sie sind ja auch schon vor Königin Elisabeth II. aufgetreten, nicht wahr?
Ja, bei der Feier zu ihrem Diamantenen Dienstjubiläum (60 Jahre auf dem Thron) im Jahr 2012. Ich war Gitarris-
tin in der Band von Annie Lennox.

Konnten Sie mit der Königin reden?
Leider nicht. Die Gäste plaudern nicht einfach so mit ihr. Sie richtet das Wort an dich. Aber ihren Sohn, Prinz Charles, habe ich kennengelernt. Ein goldiger Typ. Insgesamt war das ein unwirklicher Tag, Tom Hanks, Elton John, Paul McCartney, alle waren da, und ich fühlte mich, als würde ich durch eine Filmkulisse spazieren. Der einzige Musiker in meinem Alter war Ed Sheeran. Wir standen eine Weile zusammen und mussten ständig lachen.

Wie würden Sie jetzt Ihr neues Werk „Reckless Heart“ beurteilen?
Ist es eine Art Trennungs-Album?
Es ist ein Trennungs- und Versöhnungsalbum. Mein Freund hat mir das Herz
gebrochen, aber ich bin wieder mit ihm zusammen. In den Liedern erzähle ich unsere Geschichte der vergangenen zwei Jahre. Sogar mit glücklichen Liedern wie „All My Love“. Ich trage gerne Optimismus in die Welt. S.R.