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Einmal den Opernball eröffnen
Am Donnerstag, 28. Februar, ist es wieder soweit. Mit dem Wiener Opernball wird das rauschendste Fest der Faschingszeit begangen. Ein Augenmerk wird natürlich wieder auf die 144 Paare des Jungdamen- und Jungherrenkomitees gelegt, die den Ball eröffnen.
Mit den Worten „Alles Walzer“ werden am Donnerstagabend gegen 23 Uhr die mehr als 5.000 Gäste des Wiener Opernballes wieder zum Tanz aufgefordert. 288 Tänzerinnen und Tänzer werden dann aufatmen. Zu diesem Zeitpunkt haben die Opernballdebütanten oder das Jungdamen- und Jungherrenkomitee, wie es offiziell heißt, ihre Aufgabe gemeistert und mit einer beeindruckenden Choreographie den bekanntesten Ball der Welt eröffnet.

„Ursprünglich wurden die Mädchen der Aristokratie durch das Balldebüt in die Gesellschaft eingeführt“, erklärt Eva Dintsis, die Generalsekretärin des Opernballes. Die blaublütige „Zugangsbeschränkung“ für diesen Brauch hat sich mittlerweile gelockert. „Heutzutage kann natürlich jeder im Alter zwischen 17 und 24 Jahren mitmachen. Der Opernball ist einfach etwas Besonderes, hat ein ganz eigenes Flair, das Ambiente ist einzigartig.“ 400 bis 500 junge Damen und Herren bewerben sich jedes Jahr, um bei der Eröffnung dabei zu sein. „Wir berücksichtigen alle Bundesländer und ergänzen mit internationalen Paaren“, sagt Dintsis, die seit dem Jahr 1982 im Opernballbüro tätig ist.

Für die Choreographie zeichnet in diesem Jahr das Geschwisterpaar Maria und Christoph Santner verantwortlich. Die mehrfachen österreichischen Staatsmeister im Standardtanz betreiben eine Tanzschule in Wels (OÖ). „Die Musik selbst wurde vorgegeben, choreographisch gab es keine Vorgaben“, sagen die beiden Oberösterreicher, die heuer auch zum ersten Mal den Opernball besuchen werden. „Unser Hauptziel war eine anspruchsvolle Choreographie, die für unser Jungdamen- und Jungherrenkomitee umsetzbar ist. Als Neuerung haben wir erstmals eine Hebefigur eingebaut.“

Neben dem Zeitaufwand für die Proben, geht ein Opernballdebüt aber auch ins Geld, wie Martin Enne von der Plattform www.debuetanten.at, die Hilfestellung und Infos rund ums Opernballdebüt liefert, und selbst ehemaliger Opernballdebütant, weiß. „Mit Eintrittskarte, Bekleidung, Anfahrt, Verpflegung und Unterkunft kann schon mit einem guten Euro-Tausender gerechnet werden“, schätzt der 36jährige. Was die Debütanten Vanessa Blaha, 21, und Fabian Stadler, 24, aus Berndorf (NÖ) auch bestätigen. „Wir arbeiten beide schon ein paar Jahre und können uns den Besuch selbst finanzieren. Die Karte kostet 120 Euro, mein Kleid 180, der ausgeborgte Frack 160 Euro, die Lackschuhe für Herren sind ein Spezialangebot für Opernballdebütanten und kosten 120 Euro, die Handschuhe 30 Euro, der Friseur kostet 100 Euro, für gute Tanzschuhe ist mit 100 Euro zu rechnen. Ich habe mir aber günstige weiße Pumps gekauft und nach der Eröffnung wechsle ich dann in meine Tanzschuhe“, rechnet Blaha vor.

„Aber das ist es wirklich wert“, sagt Enne. „Das Opernballdebüt ist einfach ein einmaliges Erlebnis, das ich jedem Tanzbegeisterten nur empfehlen kann. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, in diesem riesigen Saal zu stehen. Und im Vergleich zum normalen Opernballbesuch ist es noch immer günstig. Die Debütanten können auch Verpflegung mitnehmen.“

Die Ballbesucher erwarten dieses Jahr nicht nur Anna Netrebko und ihren Mann Yusif Eyvazov, die bei der Eröffnung singen, sondern auch ein begehbares Lebkuchenhaus und abwaschbare Tätowierungen mit Opernzitaten. „Mein generelles Kreativ-Konzept für den Wiener Opernball lautet ja bereits seit 2017 ‚Alles Oper‘. Ich setze also Opernszenen oder -zitate in allen möglichen Dekorationen oder Ideen ein“, erklärt die Opernballorganisatorin Maria Großbauer. „Das Lebkuchenhaus ist aus der Oper ‚Hänsel und Gretel‘ und die Idee für die Tätowierungen entstand bei einer Besprechung mit dem Opernball-Team aus einem scherzhaft gemeinten ‚Eigentlich müssten wir uns ein Opernzitat eintätowieren.‘ Obwohl uns Tätowierungen nicht begeistern, aber am Opernball sind sie ja ein Spaß und wieder mit Wasser abwaschbar.“ Eine überschaubare Modernisierung sei auch beim Opernball erwünscht und notwendig.

Und die können die Debütanten hautnah erleben. Die Anmeldung für den nächsten Opernball beginnt übrigens direkt nach dem Ball.