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Die kalte Progression „frisst“ die Steuerreform
Eine „echte und ehrliche Entlastung“ will ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz. Rund sechs Milliarden Euro schwer, inklusive dem ab heuer geltenden Familienbonus, soll die Steuerreform der schwarz-blauen Regierung sein.
In drei Stufen will die Koalition die Steuerzahler entlasten. Ab kommendem Jahr ist die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge um 700 Millionen Euro jährlich geplant. Außerdem soll es eine Erhöhung der Werbungskostenpauschale von derzeit 132 Euro jährlich für Arbeitnehmer geben.

Die kalte Progression wird aber voraussichtlich erst ab dem Jahr 2023 abgeschafft. Sie zehrt derzeit den Entlastungseffekt von Steuerreformen mit der Zeit auf und gleicht einer automatischen Steuererhöhung. Die „heimliche“ Steuerlast entsteht, wenn Löhne erhöht werden, die Tarifstufen des Steuersystems aber gleich bleiben. Die Denkfabrik „Agenda Austria“ hat allein für das Jahr 2023 fast 1,7 Milliarden Euro an zusätzlicher jährlicher Belastung durch die kalte Progression berechnet.

Anders als bei uns werden in der Schweiz und Schweden die Steuertarifstufen jährlich an die Inflation angepasst. Budgetexperten haben ausgerechnet, dass sich die Steuerzahler bei solchen Modellen in unserem Land viel Geld gespart hätten.Und zwar zwischen zwei und vier Milliarden Euro für die Jahre 2017 bis 2019.