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Die Inseln des ewigen Sommers
Vom Winter in den Sommer gelangen Urlauber, die auf die Kapverden fliegen. Sie befinden sich an der Westküste Afrikas, sieben Flugstunden von unserem Land entfernt. Dort gibt es fünfzehn Inseln, die sich allesamt wunderbar zum Baden, Sonnen und Erkunden eignen. Ein Geheim-Tipp.
Wälder, Berge, Meer und Wüste. All das gibt es auf den Kapverden, knapp 600 Kilometer von der Westküste Afrikas entfernt. Sie bestehen aus 15 Inseln, neun davon sind bewohnt. Die Inselgruppe etabliert sich als neues Ziel für Badeurlauber und Sonnenhungrige. Denn auf den Kapverden ist immer Sommer.

Die Wassertemperatur beträgt zwischen 22 und 27 Grad, an Land klettert das Thermometer im Jänner auf bis zu 29 Grad. Doch trotz des angenehmen Klimas, das auf jeder Insel vorherrscht, sind sie alle unterschiedlich. Brava ist die kleinste, dafür aber blumenreichste Insel, und auf Fogo befindet sich mit dem 2.829 Meter hohen Vulkan die höchste Erhebung der Kapverdischen Inseln. Auf der bergigen Schönheit Santo Antão werden auf schwarzer
Lavaerde Mais, Ananas und Kaffee angebaut und auf Sal fühlen sich Schwimmer sowie Surfer wohl.

Schön ist auch Santiago, die größte Insel der Kapverden. Hier finden Urlauber feinsandige Strände, mächtige Gebirge, trockene Steppengebiete, Täler und Hochebenen vor. Im Tal bei Assomada, das sich im Inselinneren befindet, können die Besucher den ältesten und größten Baum der Kapverden besichtigen. Es handelt sich um einen Kapokbaum, der 500 Jahre alt und 40 Meter hoch ist. In seiner Baumkrone brüten die selten gewordenen Purpurreiher.

Vom Dorf Nhagar führt ein 1,5 Kilometer langer Weg zu dem Baum. Dabei kommen die Ausflügler auch an einer Zuckermühle vorbei, die von Ochsen angetrieben wird. Dort können die Urlauber frisch hergestellten Rum probieren, das Nationalgetränk der Insel.

Zu dem alkoholischen Getränk passt das deftige Essen, das die Insulaner ihren Gästen servieren. „Die ,Cachupa‘ ist das Lieblingsessen der Bewohner. Das ist ein Eintopf aus gestampftem Mais und Bohnen, der mit Gemüse und manchmal mit Fleisch und Wurst angereichert wird. Zu empfehlen ist auch Fisch, der auf jeder Insel frisch gefangen und kurz darauf zubereitet wird“, gibt Christina Fink-Kraus vom Tui-Reisebüro in Krems (NÖ) einen kulinarischen Tipp.

Auf Santiago liegt auch die alte Hauptstadt der Kapverden, die Stadt Cidade Velha. Dort thront hoch über dem Meer die Festung „Real de São Filipe“. Die mit his-
torischen Kanonen bestückte Bastion bietet einen schönen Ausblick auf die Bucht, die Stadt und das grüne Tal, das sich ins Landesinnere erstreckt. Mittlerweile wurde Cidade Velha von Praia als Hauptstadt abgelöst, das sich ebenfalls auf Santiago befindet.

Die meisten Urlauber kommen aber nicht wegen der Kultur auf die Insel, sondern wegen der Strände. Zwei der beliebtesten Strände liegen auf Boa Vista, wo es auch einen internationalen Flughafen gibt. „Austrian Airlines fliegt ihn seit Dezember direkt an“, sagt die Tourismus-Fachfrau. Die Flugzeit beträgt sieben Stunden, die Zeitverschiebung aber nur zwei. Für die Einreise brauchen die Urlauber ein Visum, das von vielen Reiseveranstaltern direkt beantragt wird.

Kaum gelandet, können die Gäste ins türkisfarbene Wasser springen. Auf Boa Vista gibt es 55 Kilometer lange, feinsandige Strände, die größtenteils nahtlos ineinander übergehen. „Ein einsamer Strand ist der ‚Praia de Chaves‘. Er ist ideal für lange Spaziergänge“, sagt Fink-Kraus. An der Südspitze lädt der 15 Kilometer lange Strand „Praia de Santa Monica“ zum Sprung ins erfrischende Nass ein.

Die Buchten vor der Inselhauptstadt Sal Rei eignen sich ebenfalls gut zum Baden, da sie durch eine vorgelagerte Insel geschützt werden. Wer von der Sonne vorerst genug hat, kann die Altstadt erkunden. Auf dem Hauptplatz gibt es Pavillons mit bunten Blumen zu bewundern. Afrikanische Händler bieten ihre Waren feil.

Ein beliebtes Fotomotiv ist das Wrack der „Cabo Santa Maria“. Der spanische Frachter strandete aufgrund eines Navigationsfehlers im Jahr 1968. Das rostige Gerippe des Schiffes trotzt noch immer den Wellen. Es ist nicht das einzige Boot, das vor Boa Vista auf Grund gelaufen ist. Rund um die Insel liegen 120 Wracks. Warum sie gestrandet sind, ist bis heute ein Rätsel.

Die Insel Boa Vista ist auch für ihre Dünen bekannt. Der Wind trägt den Sand der Sahara über den Atlantik und treibt ihn zu den Kapverden. Auf Boa Vista ist deshalb im Nordwesten eine Wüste entstanden. Die weichen Hügeln aus Sand werden von den Insulanern liebevoll als „Sahara im Atlantik“ bezeichnet. Wer auf der Insel Streit mit seinem Reisepartner hat, kann ihn sprichwörtlich in die Wüste schicken. widlak