Jetzt anmelden
Die Fichte sticht, die Tanne nicht
Der Christbaumverkauf ist angelaufen. Und wer bis jetzt noch keinen hat, für den ist es höchste Zeit, sich einen zuzulegen. Getreu dem Motto: „Die Fichte sticht, die Tanne nicht“, geht der Trend eindeutig zur Nordmannstanne.
Laut Überlieferung wurde zu Weihnachten 1814 der erste Christbaum in unserem Land aufgestellt. Die reiche Gesellschaftsdame Fanny von Arnstein, die vor ihrer Heirat in Berlin (D) lebte, brachte diese Tradition nach Wien. Seither breitete sich der Christbaum rasant in allen Gesellschaftsschichten unseres Landes aus. Und das hat sich bis heute nicht geändert.

„Auf einen Christbaum verzichten nur 15 Prozent aller 3,8 Millionen Haushalte. Dies sind neben Menschen anderer Glaubensrichtungen oft ältere Personen und Einzelhaushalte“, weiß Karl Schuster, Geschäftsführer der niederösterreichischen Christbaumbauern, die jedes Jahr mehr als eine Million Bäume verkaufen.

Zu „Großmutters Zeiten“ stand dabei noch die Fichte im Mittelpunkt. Doch heute tragen die Last der Kerzen und Kugeln meist die Zweige junger Tannenbäume.

„Vor allem die Nordmannstanne, die ursprünglich aus dem Kaukasus stammt, ist äußerst beliebt. Sie hat weiche Nadeln und eine satte grüne Farbe. Mit großem Abstand danach kommt die Blaufichte. Denn ihr eilt der Ruf voraus, zu stechen“, sagt der Christbaumbauer Franz Raith aus dem Waldviertel (NÖ). Der Züchter weiß auch genau, wie der perfekte Christbaum aussehen muss. „Grün sollte er sein. Die Nadeln dicht, der Wuchs kerzengerade und wohlproportioniert“, so der 67jährige. Und natürlich muss auch der Preis stimmen.

40 bis 50 Euro lassen Herr und Frau Österreicher für ihre meist 1,70 Meter großen Bäumchen springen, die in vier von fünf Fällen aber nicht aus dem Wald, sondern von speziellen Christbaumfeldern stammen. Sie leben also nur, um ihre Bestimmung zu Weihnachten zu erfüllen.

Doch dies ist kein Grund zur Trauer. „Immerhin produzieren Christbäume auf der Fläche eines Fußballfeldes während der zehnjährigen Wachstumsphase 70 bis 100 Tonnen Sauerstoff. Über den Bioabfall oder die Sammelstellen entsorgt, werden sie nach den Feiertagen zu wertvollem Kompost oder spenden als Heizgut Wärme“, weiß Schuster.

Doch leider schleichen sich in den Tagen vor Weihnachten neben ehrlichen Christbaumkäufern auch zahlreiche Diebe, mit Axt und Säge bewaffnet, durch unsere Wälder.

Laut Schätzungen werden jährlich etwa 40.000 Bäume gestohlen. Wer aber glaubt, auf diese Art günstig zu einem Baum zu kommen, irrt. Wird ein Langfinger erwischt, hat er mit einer Geldstrafe von mindestens tausend Euro zu rechnen. Handelt es sich um einen Wiederholungstäter, kann für diesen Diebstahl sogar eine Freiheitsstrafe blühen. Hwie