Tobias van Dieken, 46:
Der heilige Martin stiehlt ihr Herz
Neben seiner Therapie verkleidet sich ein Soldat für einen Umzug als heiliger Martin. Da ist die große Liebe nicht weit.
Auf ihrem Martinshof hilft Anja (Bet-tina Zimmermann, 51) psychisch leidenden Menschen mit einer pferdegestützten Therapie. Privat befindet sich die dreifache Mutter allerdings selbst in einer schwierigen Lebensphase.

Sie steckt im Trennungsprozess von ihrem früheren Traummann Gregor (Janek Rieke, 55) und hat wenig Interesse an einer neuen Beziehung. Gregor wiederum hat die Hoffnung auf eine Versöhnung noch nicht aufgegeben.

In dieser Situation tritt der Bundeswehroffizier Henrik (Tobias van Dieken, 46) in Anjas Leben. Der Soldat leidet unter Kriegstraumata sowie Beziehungsproblemen und soll auf dem Martinshof dienstlich verordnete Therapiestunden absolvieren. Mit dem für ihn ungewohnten Zustand kann der disziplinierte Mann zunächst wenig anfangen.

Auch sein Therapiepferd „Fideo“, ein nach einer Verletzung ausgemustertes Springpferd, macht ihm den Einstieg nicht leichter.

Erst nach und nach beginnt Henrik, sich auf die Behandlung und die Begebenheiten auf dem Hof einzulassen. Gleichzeitig wächst seine Vertrautheit mit Anja und deren Kindern. Als dann die Vorbereitungen für den St.-Martins-Umzug laufen, kommen sich Henrik und Anja immer näher. Sehr zum Missfallen von Gregor …

Mit Bettina Zimmermann wurde für die Rolle der Anja eine geradezu ideale Besetzung gefunden.

„Pferde sind großartige Tiere“, meint sie, „und sie haben mich schon früh begleitet. Das erste Mal saß ich mit zwei Jahren im Sattel, und mit Mitte zwanzig hatte ich selber einmal ein irisches Halbblut. Aber dennoch war ich nie so ein typisches Pferdemädchen, eher eine Freizeitreiterin.“

Über die Dreharbeiten erzählt sie: „Mit Tieren zu arbei-
ten, macht mir viel Freude. Es ist aber auch eine große Herausforderung, da sie natürlich einen eigenen Kopf und Willen haben.“

Von der pferdegestützten Therapie und deren Heilungs-
möglichkeiten ist Zimmermann beeindruckt. „Untersuchungen zeigten tatsächlich sehr gute Ergebnisse. Im Vorfeld habe ich einiges über diese Therapieform recherchiert und war ganz fasziniert, wie hervorragend Pferde geeignet sind, traumatisierten Menschen zu helfen.“

Der traumatisierte Offizier schlüpft im Lauf der Geschichte beim St.-Martins-Umzug auch in das Gewand des Heiligen.

„Das war für mich stimmig“, meint Tobias van Dieken. „In meiner Kindheit in der deutschen Stadt Bonn gab‘s kein Halloween, da sind wir am St.-Martins-Tag von Tür zu Tür gezogen und haben gesungen, ,Der heilige St. Martin, das war ein guter Mann‘.“

Glaubt man der Legende, stimmt‘s. Der einst römische Soldat begegnete an einem Wintertag einem frierenden Bettler. Dieser tat ihm so leid, dass er mit dem Schwert seinen Mantel teilte und dem Bettler eine Hälfte schenkte. In der Nacht erschien ihm der Bettler und gab sich als Jesus Christus zu erkennen.

Auch der „Umzugs-St.-Martin“ ist ein Guter.
Er hilft Anja mit seiner „Novemberliebe“.