Liebe auf Sizilien mit
Ann-Kathrin Kramer:
Ein gestohlenes Leben
Eine Deutsche verliebt sich in einen Italiener. Doch dann lässt dieser nichts mehr von sich hören. Ihr Mann versteckt alle Briefe von ihm.
In einer Sommernacht auf der italienischen Insel Sizilien trifft die junge Edda auf Matteo, einen leidenschaftlichen Musiker. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive Beziehung – geprägt von Musik, Leichtigkeit und dem Gefühl, angekommen zu sein.

Doch Eddas Zweifel und ihr Leben in Deutschland drängen sich zwischen die beiden. Nach einem Streit verlässt Edda Italien, heiratet ihren „Ex“ Jaecki und bekommt eine Tochter mit ihm.

Mehr als 20 Jahre vergehen. Als Jaecki (Steffen Groth, 52) stirbt, hinterlässt er Edda (Ann-Kathrin Kramer, 60) auf Video ein Geständnis, das ihre scheinbar so harmonische Ehe in Frage stellt.

„Ich habe dir dein Leben gestohlen“, sagt er – und sie findet gleichsam als Erbschaft den Schlüssel zu einem Schließfach. Darin entdeckt Edda viele alte Briefe von Matteo, die ihr Jaecki all die Jahre vorenthalten hat.

Mit Tochter Poppy (Hannah Schiller, 26) reist Edda wieder nach Italien. Die Briefe werden zum Ausgangspunkt einer Reise in die Vergangenheit und zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Für Edda und Poppy beginnt eine Suche nach Antworten, nach Versöhnung und –vielleicht – nach einem Neuanfang …

Für Ann-Kathrin Kramer ging durch ihre Rolle ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. „Ich war vor den Dreharbeiten zu diesem Film noch nie auf Sizilien, obwohl ich schon lange unbedingt hinwollte“, erzählt sie. „Für mich war es ein Sehnsuchtsort, vielleicht auch, weil man doch eher schon einmal in Venedig war als auf Sizilien.“

Die Arbeit vor der Kamera hinderte sie nicht, die Insel richtig kennenzulernen. „Das Drehteam hat in Palermo gewohnt, dem kulturellen und politischen Zentrum der Insel, und war dadurch mittendrin im Trubel der Stadt“, schwärmt Kramer.

Die Darstellerin, die heuer im Juli den 17. Hochzeitstag mit Harald Krassnitzer, 65, feierte, mit dem sie freilich bereits seit 27 Jahren zusammenlebt, findet ein Handlungselement der „Amore mio“-Geschichte besonders interessant: „Auf Eddas Reise nach Italien passiert etwas Schönes. Man wird daran erinnert, dass Menschen, die wir nur in einem bestimmten Alter kennen, nicht immer so waren. Eine Mutter war nicht immer eine Mutter, sie war auch einmal eine junge Frau mit Flausen im Kopf und einem unbändigen Freiheitssinn. Das vergessen wir oft. Und Kinder können es sich meistens gar nicht vorstellen.“

Ann-Kathrin Kramer bedauert, dass Frauen im Film in einem gewissen Alter fast nie oder nur selten gezeigt werden.

„Das sind alte Erzählmuster, an denen festgehalten wird“, meint sie. „Da gibt es die junge Frau, dann die eher noch jugendliche Mutterfigur – und danach kommt ,die lustige Alte‘. Dazwischen fehlt unglaublich viel. Es wäre wirklich an der Zeit, diese Erzählformen endlich aufzubrechen, denn sonst werden großartige Geschichten nie erzählt. Das Leben ist ja nicht aus, wenn geheiratet wird und ein Kind kommt.“