Patricia Aulitzky, 47:
„Ich glaube an Zufälle“
Als „Berghebamme“ wurde sie bekannt. Doch Ruhm durch Routine schien Patricia Aulitzky nicht erstrebenswert. Seitdem sehen wir sie in vielen anderen Rollen.
Die ersten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte sie in ihrer Geburtsstadt Salzburg. Aber zwischendurch verbrachte die Tochter eines Arztes auch Zeit bei Verwandten in Tirol. Oder bei ihrem Opa in Wien.

„Er ging dann mit mir oft in den Wurstelprater zum Ponyreiten“, erzählt die am 7. Juli 1979 geborene Patricia Aulitzky. „Später, mit 16 Jahren, arbeitete ich eine Zeitlang als Pferdehüterin in Kanada. Da war ich monatelang ohne Strom und fließendes Wasser mit Pferden in der Natur.“

Maturiert hat sie später aber wieder in Tirol. Lang hielt es die „moderne Nomadin“ (Selbsteinschätzung) dort freilich nicht. Bei einem Aufenthalt in der britischen Metropole London entdeckte sie ihr Interesse für Schauspielerei und Gesang. Studiert hat sie vier Jahre lang in den „Performing Arts Studios“ in Wien. Es folgten Theater-Engagements an heimischen und deutschen Bühnen. Bekannt wurde sie allerdings durch einen Film.
In „Falco – Verdammt, wir leben noch!“ spielte Aulitzky die Frau des Sängers. Und noch bekannter machte sie im Jahr 2015 die Titelrolle in der Reihe „Lena Lorenz“.

Seitdem zählt Patricia Aulitzky zu den gefragtesten und beliebtesten Darstellerinnen des deutschen Sprachraumes. Dass sie nach zehn Filmen als „Berghebamme“ ausstieg, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen, nahm ihr niemand übel.

Ob im Vierteiler „Pregau“, in „Blind ermittelt“, in „Die Toten von Salzburg“ oder in „Der Geier“ – sie war für jede Produktion eine Bereicherung.

Eine Durststrecke bei Angeboten musste sie nur ein Mal bewältigen. „Nach dem ,Falco‘-Film herrschte zwei Jahre Funkstille“, erinnert sie sich. Heute herrscht um sie so ein Griss, dass es privat fast problemtisch ist. „Ich arbeite wahnsinnig gerne, und ich bin auch wahnsinnig gern bei meinem Kind“, erklärt sie. „Ich versuche, beides zu hundert Prozent zu machen. Manchmal gelingt es besser, manchmal schlechter.“

Mit dem Vater ihres Sohnes, einem Fotografen, der die Öffentlichkeit scheut, ist die Salzburgerin verheiratet. Der „Anlass“ dazu war ein schwerer Schiunfall ihres Freundes.

„Es war kurz nach der Geburt unseres Buben, und wir wussten eine Zeitlang nicht, ob er querschnittsgelähmt sein würde. Es ging gut aus, und dann haben wir gesagt: Jetzt heiraten wir!“ Jetzt dürfte auch klar sein, warum Patricia Aulitzky oft und gerne betont: „Ich glaube an den Zufall.“

Patricia Aulitzky ist auch in „Benko – Size Does Matter“ zu sehen (Mo., 2.11., 20.15, ORF1).