Desirée Nosbusch, 61:
„Ich lasse mich nicht unterkriegen“
Die Schauspielerin wusste lange Zeit nicht, was Liebe ist. Erst mit einem Österreicher fand Désirée Nosbusch ihre große Liebe. Beruflich ist sie ein Multitalent und punktet nun auch als Regisseurin.
Die gebürtige Luxemburgerin, sie kam am 14. Jänner 1965 auf die Welt, hatte eine unbeschwerte Kindheit. Bis zu ihrem zwölften Lebensjahr. Dann wurde das bildhübsche Mädchen von der Radioanstalt des Landes als Moderatorin von Kindersendungen entdeckt. Daneben bewältigte sie auch die Anforderungen der Schule, die sie mit der mittleren Reife abschloss.

Désirée Nosbuschs Eltern, ein Lkw-Fahrer und eine aus Italien stammende Schneiderin, waren stolz auf ihre erfolgreiche Tochter.

Dann wurde sie 16 Jahre alt, und der Kinderfunk-Macher Georg Bossert (1939–1995) ernannte sich zu ihrem Manager und „Ziehvater“. Seine erste fragwürdige Handlung war, dass er sie zu einem Interview mit dem gefürchteten Klaus Kinski (1926–1991) schickte, der Désirée so nahetrat, dass sie die Flucht ergriff.

Noch schlimmer erging es ihr mit ihrem Manager. Erst in ihrer 2022 erschienenen Autobiografie „Endlich noch nicht angekommen“ packte sie über die Zeit zwischen 1981 und 1990 aus. „Dieser Mann hat mich vergewaltigt, und was Liebe war, wusste ich nicht. Danach hatte ich es sehr schwer, es zu lernen“, ist da zu lesen. „Ein Paar waren wir ganz sicher nie. Es waren Jahre voller Qualen.“

Warum es niemand merkte und ihr zu Hilfe kam – Regisseure, Kameramänner, Autoren, sie ignorierten alle Warnzeichen, weil dieses Duo doch so erfolgreich zusammenzuarbeiten schien. Und Nosbuschs Eltern, einfache Leute, griffen nicht ein, weil sie die Situation nicht erfassten.

Nach ihrer Devise „Ich lasse mich nicht unterkriegen“ löste sich Nosbusch schließlich doch von Bossert, der fünf Jahre später von seinem erwachsenen Sohn im Zuge einer Auseinandersetzung erstochen wurde.

Zum ersten Mal glücklich fühlte sich die Darstellerin erst, als sie den österreichischen Komponisten Harald Kloser, 70, traf. Die beiden heirateten und bekamen den inzwischen 31jährigen Sohn Noah-Lennon und die 28jährige Tochter Luka. Die Ehe scheiterte dennoch.

Genauso wie einige Beziehungen und Désirée Nosbuschs zweite Ehe, die Ende des vergangenen Jahres in die Brüche ging.

Trotz der langen Zeit seit der Trennung nennt sie heute Harald Kloser als ihre „große Liebe“. „Es wäre schön gewesen, wären wir eine intakte Familie unter einem Dach geblieben“, meint sie.

Als Schauspielerin bleibt ihr der Erfolg als Polizeipsychologin in „Der Irland-Krimi“ nun schon seit sieben Jahre treu. Für die Serie „Bad Banks“ wurde sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Und auch für ihr Regie-Debüt mit „Poison – Eine Liebesgeschichte“ gab es bereits Preise.