Vater erwachte durch Geburt der Tochter aus dem Koma
Der Brite Sam King erlitt mit nur 27 Jahren einen Herzinfarkt und lag im Koma, als seine Tochter geboren wurde. Seine hochschwangere Frau Emma hatte ihm nur vier Tage zuvor mit einer Herzdruckmassage das Leben gerettet. Als eine Hebamme das Neugeborene auf seine Brust legte, reagierte sein Körper plötzlich wieder und Tränen liefen ihm übers Gesicht.
Es gibt diese Abende, an die wir uns ein Leben lang erinnern. Entweder, weil sie so schön waren, oder weil danach nichts mehr so ist wie zuvor.“
Für Emma King, 27, begann ein solcher Abend am 3. April „ganz normal, mit einem gemeinsamen Essen“. King war in der 39. Woche schwanger, ihr erstes Baby sollte bald kommen, ein Mädchen namens Sophie.
Das Paar ging anschließend zu Bett, sie lebten in einer kleinen Wohnung in Hedge End, nahe Southampton (England).
Sam King war 26 Jahre alt, es gab keine Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Beschwerden. „Ich lag neben ihm und konnte nicht schlafen, wälzte mich hin und her, als ich gegen vier Uhr in der Früh bemerkte, dass sich seine Atmung veränderte. Er rang drei Mal tief nach Luft, dann flatterten seine Augenlider.“
In diesem Moment wusste Emma King noch nicht, dass ihr Mann gerade einen Herzstillstand erlitt. Sie wählte den Notruf, am Telefon begleitete sie eine Mitarbeiterin der Rettung durch die Reanimation. „Emma war unglaublich ruhig“, erinnert sich Sarah Smith, die den Notruf betreute.
Zwanzig Minuten lang dauerte es, bis die Sanitäter eintrafen. Sam King erzählt später: „Wenn sie nicht sofort mit der Herzdruckmassage begonnen hätte, wäre ich nicht mehr hier.“
Als die Rettungskräfte eintrafen, ging der Kampf um Leben und Tod weiter. Elf Mal wurde King mit dem Defibrillator geschockt. Doch der Engländer blieb in einem kritischen Zustand. Die Zeit ohne eigenen, tragfähigen Herzschlag näherte sich zwei Stunden.
„Eine Ausfallzeit des Herzens von fast zwei Stunden bedeutet normalerweise, dass ein Überleben unwahrscheinlich ist oder der Patient schwerste bleibende Schäden davonträgt“, sagt Dr. Edward Langford.
Dann machte der Arzt einen Ultraschall und bemerkte elektrische Aktivität im Herzen. „Sie konnten sehen, dass es noch flatterte. Also gaben sie mich nicht auf“, zeigt sich King heute dankbar. Er wurde ins Spital ge-
bracht, doch sein Zustand blieb lebensbedrohlich. Mehrere Organe versagten und er wurde auf der Intensivstation ins künstliche Koma versetzt.
In der Zwischenzeit wartete seine hochschwangere Frau auf Antworten, die ihr niemand geben konnte. „Wird mein Mann wieder aufwachen? Wird er mich erkennen? Wird er seine Tochter kennenlernen? Niemand wusste, in welchem Zustand er sich befinden würde, sollte er aus dem künstlichen Koma aufwachen und überleben.
Die Geburt unseres Kindes hätte der glücklichste Tag in unserem Leben werden sollen. Stattdessen war sie von Ängsten und Sorgen überschattet. Weil ich so kurz vor dem Geburtstermin stand, versuchte ich dennoch, möglichst ruhig zu bleiben. Ich wollte nicht, dass Sophie etwas passiert. Ich musste für uns beide stark sein.“
Drei Tage nach Kings Zusammenbruch setzten bei seiner Frau in einem Hotel nahe des Spitals schließlich die Wehen ein. „Sam lag nur wenige Minuten entfernt. Ich besuchte ihn sogar während der Wehen zwei Mal, um seine Hand zu halten.“
Als Sophie geboren wurde, hatten die Ärzte bereits begonnen, die Narkosemittel langsam abzusetzen. Sam King war zu dem Zeitpunkt kaum bei Bewusstsein und reagierte nicht auf seine Umwelt.
Dann kam der Moment, der für die Familie alles ändern sollte. Eine Hebamme legte King seine Tochter auf die Brust. „Da traten ihm plötzlich Tränen in die Augen“, erzählt seine Frau. Es war die erste sichtbare Reaktion seit seinem Zusammenbruch.
„Sophie hat ihn aus dem Koma geholt. Da wussten wir, dass er sie als sein Baby erkannte und noch kognitive Funktionen vorhanden waren.“ Für Emma King war es ein Wunder, für Sam King der Anfang seiner Rückkehr. „Es war das verrückteste Erlebnis meines Lebens.“
Er selbst erinnert sich nur vage an den Augenblick, die Erinnerung ist bis heute verschwommen. „Es war fast wie ein Traum“, sagt er.
Fachärzte erklären, dass King in einem medikamentös induzierten Koma lag – einem künstlichen Tiefschlaf, der grundsätzlich rückgängig gemacht werden kann. „Aber der emotionale Reiz kann das Erwachen zudem befördert haben“, sagt ein Neurologe.
Insgesamt 33 Tage war King im Spital, 17 davon auf der Intensivstation. Am 6. Mai durfte er überglücklich nach Hause zurückkehren.
Er hat keine bleibenden neurologischen oder körperlichen Schäden davongetragen, nur ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator soll ihn künftig vor gefährlichen Herzrhythmusstörungen schützen.
Warum sein Herz in jener Nacht plötzlich stehenblieb, ist bis heute nicht geklärt. Eine eindeutige Ursache gibt es nicht.
Mittlerweile hat die junge Familie in einen neuen Alltag gefunden. King ist ins Leben zurückgekehrt, geht wieder arbeiten, treibt wieder Sport und besucht Veranstaltungen mit Frau und Kind. „Mein Leben fühlt sich an wie vor dem Herzinfarkt“, meint er.
„Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich noch am Leben sein kann, aber ich bin unendlich dankbar dafür.“ Schuh
Für Emma King, 27, begann ein solcher Abend am 3. April „ganz normal, mit einem gemeinsamen Essen“. King war in der 39. Woche schwanger, ihr erstes Baby sollte bald kommen, ein Mädchen namens Sophie.
Das Paar ging anschließend zu Bett, sie lebten in einer kleinen Wohnung in Hedge End, nahe Southampton (England).
Sam King war 26 Jahre alt, es gab keine Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Beschwerden. „Ich lag neben ihm und konnte nicht schlafen, wälzte mich hin und her, als ich gegen vier Uhr in der Früh bemerkte, dass sich seine Atmung veränderte. Er rang drei Mal tief nach Luft, dann flatterten seine Augenlider.“
In diesem Moment wusste Emma King noch nicht, dass ihr Mann gerade einen Herzstillstand erlitt. Sie wählte den Notruf, am Telefon begleitete sie eine Mitarbeiterin der Rettung durch die Reanimation. „Emma war unglaublich ruhig“, erinnert sich Sarah Smith, die den Notruf betreute.
Zwanzig Minuten lang dauerte es, bis die Sanitäter eintrafen. Sam King erzählt später: „Wenn sie nicht sofort mit der Herzdruckmassage begonnen hätte, wäre ich nicht mehr hier.“
Als die Rettungskräfte eintrafen, ging der Kampf um Leben und Tod weiter. Elf Mal wurde King mit dem Defibrillator geschockt. Doch der Engländer blieb in einem kritischen Zustand. Die Zeit ohne eigenen, tragfähigen Herzschlag näherte sich zwei Stunden.
„Eine Ausfallzeit des Herzens von fast zwei Stunden bedeutet normalerweise, dass ein Überleben unwahrscheinlich ist oder der Patient schwerste bleibende Schäden davonträgt“, sagt Dr. Edward Langford.
Dann machte der Arzt einen Ultraschall und bemerkte elektrische Aktivität im Herzen. „Sie konnten sehen, dass es noch flatterte. Also gaben sie mich nicht auf“, zeigt sich King heute dankbar. Er wurde ins Spital ge-
bracht, doch sein Zustand blieb lebensbedrohlich. Mehrere Organe versagten und er wurde auf der Intensivstation ins künstliche Koma versetzt.
In der Zwischenzeit wartete seine hochschwangere Frau auf Antworten, die ihr niemand geben konnte. „Wird mein Mann wieder aufwachen? Wird er mich erkennen? Wird er seine Tochter kennenlernen? Niemand wusste, in welchem Zustand er sich befinden würde, sollte er aus dem künstlichen Koma aufwachen und überleben.
Die Geburt unseres Kindes hätte der glücklichste Tag in unserem Leben werden sollen. Stattdessen war sie von Ängsten und Sorgen überschattet. Weil ich so kurz vor dem Geburtstermin stand, versuchte ich dennoch, möglichst ruhig zu bleiben. Ich wollte nicht, dass Sophie etwas passiert. Ich musste für uns beide stark sein.“
Drei Tage nach Kings Zusammenbruch setzten bei seiner Frau in einem Hotel nahe des Spitals schließlich die Wehen ein. „Sam lag nur wenige Minuten entfernt. Ich besuchte ihn sogar während der Wehen zwei Mal, um seine Hand zu halten.“
Als Sophie geboren wurde, hatten die Ärzte bereits begonnen, die Narkosemittel langsam abzusetzen. Sam King war zu dem Zeitpunkt kaum bei Bewusstsein und reagierte nicht auf seine Umwelt.
Dann kam der Moment, der für die Familie alles ändern sollte. Eine Hebamme legte King seine Tochter auf die Brust. „Da traten ihm plötzlich Tränen in die Augen“, erzählt seine Frau. Es war die erste sichtbare Reaktion seit seinem Zusammenbruch.
„Sophie hat ihn aus dem Koma geholt. Da wussten wir, dass er sie als sein Baby erkannte und noch kognitive Funktionen vorhanden waren.“ Für Emma King war es ein Wunder, für Sam King der Anfang seiner Rückkehr. „Es war das verrückteste Erlebnis meines Lebens.“
Er selbst erinnert sich nur vage an den Augenblick, die Erinnerung ist bis heute verschwommen. „Es war fast wie ein Traum“, sagt er.
Fachärzte erklären, dass King in einem medikamentös induzierten Koma lag – einem künstlichen Tiefschlaf, der grundsätzlich rückgängig gemacht werden kann. „Aber der emotionale Reiz kann das Erwachen zudem befördert haben“, sagt ein Neurologe.
Insgesamt 33 Tage war King im Spital, 17 davon auf der Intensivstation. Am 6. Mai durfte er überglücklich nach Hause zurückkehren.
Er hat keine bleibenden neurologischen oder körperlichen Schäden davongetragen, nur ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator soll ihn künftig vor gefährlichen Herzrhythmusstörungen schützen.
Warum sein Herz in jener Nacht plötzlich stehenblieb, ist bis heute nicht geklärt. Eine eindeutige Ursache gibt es nicht.
Mittlerweile hat die junge Familie in einen neuen Alltag gefunden. King ist ins Leben zurückgekehrt, geht wieder arbeiten, treibt wieder Sport und besucht Veranstaltungen mit Frau und Kind. „Mein Leben fühlt sich an wie vor dem Herzinfarkt“, meint er.
„Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich noch am Leben sein kann, aber ich bin unendlich dankbar dafür.“ Schuh








