Country-Legende Dolly Parton († 80) ist tot und hinterlässt ein geheimes Vermächtnis
Sie ist ihr Leben lang auf Bühnen gestanden, aber ihren letzten Auftritt wünschte sich Dolly Parton (1946–2026) ohne Publikum.
Nur drei Tage nach ihrem Tod am 25. August wurde die Country-Legende auf dem „Woodlawn“-Friedhof in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee beigesetzt, im engsten Familienkreis ohne Kameras. Die „Jolene“- und „Nine to Five“-Sängerin war nach einem kurzen Krebsleiden im Alter von 80 Jahren im Kreise ihrer Liebsten eingeschlafen.

„Die Traurigkeit ist mit uns, aber nicht mit Dolly. Sie hat ihr Leben gelebt“, teilte ihre Familie mit.

Musik war ihr Ein und Alles mit 3.000 Liedern, hundert Millionen verkauften Tonträgern, zehn „Grammy“-Auszeichnungen und 80 Nummer-eins-Hits. Das Leben von Dolly Parton, die als viertes von insgesamt zwölf Kindern in einer ärmlichen Holzhütte in Tennessee aufwuchs, war ein amerikanischer Traum. Mit kaum zehn Jahren war ihre außergewöhnliche Stimme bereits im Radio zu hören. Mit nur 13 Jahren nahm sie ihr erstes Lied „Puppy Love“ auf und stand mit dem Country-
Sänger Johnny Cash († 71) auf einer Bühne, der das junge Mädchen ermutigte, eine Karriere im Musikgeschäft anzustreben. Der Rest ist Geschichte. Mit eiserner Disziplin und unermüdlicher Arbeit schuf die nur 152 Zentimeter große Musikerin ein Imperium. Ihr im Jahr 1974 veröffentlichter Country-Hit „I Will Always Love You“ brach 1992 in der Version von Whitney Houston († 48) im Liebesdrama „Bodyguard“ sogar den Weltrekord – er wurde mehr als 20 Millionen Mal verkauft und ist das erfolgreichste Lied, das eine Frau jemals geschrieben hat. Allein rund zehn Millionen Euro an Gewinnbeteiligungen soll Dolly Parton bekommen haben.

Mit ihrem Geschäftssinn und ihrer Menschlichkeit wurde die Musikerin zum Vorbild für die nächste Generation von Künstlerinnen – etwa für Miley Cyrus, 33, ihre Patentochter, mit der sie auch für legendäre Gesangsduette gemeinsam auf der Bühne stand.

Legendär ist freilich nicht nur ihre Musik, sondern auch ihr Äußeres. Mit blonden Perücken, rotlackierten Stöckelschuhen, funkelnden Strasssteinchen, viel Schminke und bereits in den späten Sechzigern chirurgisch vergrößertem Busen, stach sie weit hervor. Mindestens eine halbe Million Euro soll sie für Schönheitsoperationen ausgegeben haben. „Es kostet eine Menge Geld, so billig auszusehen“, sagte sie einmal.

Auch auf der Filmleinwand war die Sängerin zu sehen. Gemeinsam mit dem Actionhelden Sylvester Stallone, 80, spielte sie 1984 eine der Hauptrollen in der Musik-Komödie „Der Senkrechtstarter“, die sich an den Kinokassen jedoch als Flop erwies. „Ich schätze, das Publikum wollte weder Sylvester als Komiker sehen – noch mich, wie ich versuche, ihn zu spielen“, fasste sie den Misserfolg in ihrer 1994 erschienenen Autobiografie „Mein Leben und andere unfertige Geschäfte“ zusammen.

In den Ruhestand wollte Dolly Parton nie gehen, lieber „auf der Bühne sterben“. Dieser Wunsch blieb ihr verwehrt. Am Ende wollte die Frau mit einem geschätzten Vermögen von 400 Millionen Euro keinen Prunk – nur ein Bett aus flauschiger Baumwolle, in der sie ihre letzte Ruhe finden konnte. „Nach einem Leben in schweren Strasssteinen verdient sie es endlich, bequem zu liegen“, verriet ihr Neffe Bryan Seaver. Er ist überzeugt, dass Parton nun wieder mit ihrem geliebten Mann Carl Dean († 82) vereint ist, der 2025 nach fast 60 gemeinsamen Ehejahren starb.

Wer „Dollys“ gewaltiges Millionen-Erbe bekommt, ist noch ein Geheimnis. Ein Testament mit den konkreten Erben ist bislang nicht bekannt. Parton hatte keine eigenen Kinder. Als Begünstigte gelten deshalb ihre 19 Nichten und Neffen. Auch wohltätige Einrichtungen könnten bedacht worden sein. Immerhin hat die Musikgröße im Laufe ihrer Karriere mehr als eine halbe Milliarde Euro gespendet.

Doch selbst mit ihrem Tod ist Dolly Partons musikalische Geschichte noch nicht zu Ende. Es gibt ein geheimes, unveröffentlichtes Lied mit dem Titel „My Place In History“ (Mein Platz in der Geschichte) – weggeschlossen in einer Holzkiste nahe ihres eigenen Freizeitparks „Dollywood“ in Tennessee. Die darf erst 2045 geöffnet werden.

Es ist das Jahr, in dem Parton ihren 99. Geburtstag gefeiert hätte. „Es ist ein gutes Lied“, versicherte sie zu Lebzeiten.