Fasszinierendes Handwerk
Nur noch neun Fassbinder-Betriebe sind in unserem Land ansässig. Einer davon gehört Maximilian Baumgartner. Er bringt dort altes Handwerk weiterhin ins Rollen.
Für den 33jährigen Fassbindermeister Maximilian Baumgartner stand schon früh fest, dass er den Beruf seines Großvaters und Vaters weiterführen möchte. „Ich bin seit Kindheitstagen an vom Rohstoff Holz begeistert. Holz lässt sich verformen und bleibt anschließend in dieser Form stabil. Das können nur wenige Materialien.“
Den Betrieb in St. Konrad bei Gmunden (OÖ) führt er damit in dritter Generation, denn „es ist mir wichtig, dieses Handwerk weiterzugeben.“
Früher gehörten Holzfässer zum Alltag. Getränke und Lebensmittel wurden darin gelagert oder transportiert. Mit der Verbreitung von Kunststoff- und Metallbehältern ging die Nachfrage allerdings stark zurück. Heute fertigt ein Fassbinder vor allem Wein- und Whiskeyfässer sowie traditionelle Holzgefäße oder restauriert historische Fässer. Damit dieses alte Wissen nicht verlorengeht, bildet Baumgartner Lehrlinge aus. „In der Berufsschule in Pöchlarn (NÖ) sitzen derzeit nur zwei Fassbinderlehrlinge. Insgesamt gibt es in unserem Land nur noch neun Fassbinderbetriebe“, erklärt er wehmütig.
Ein Fass besteht dabei aus gebogenen Holzdauben, die ohne Nägel oder Schrauben mit Metallreifen zusammengehalten werden. Die Herstellung erfordert viel Erfahrung und handwerkliches Geschick. Neben klassischen Holzfässern entstehen im Betrieb Butterfässer, Regentonnen, Hackstöcke, Geschenkartikel und das traditionelle Surschaffl (Bottich zum Pökeln von Fleisch), das ausschließlich hier hergestellt wird. Äußerst gefragt sind inzwischen die sogenannten Schaffelpools. „Wir bauen moderne Badefässer nach traditioneller Fassbindertechnik“, berichtet Baumgartner, dem wichtig ist, sein Handwerk der Zeit anzupassen. „Dabei wird deutlich, wie vielfältig altbewährtes Wissen und moderne Standards sind.“
Die Fassherstellung ist weitestgehend aufwändige Handarbeit. Holzarten wie Eiche oder Akazie werden für die Weinfässer und Lärche für die Schaffeln verwendet.
„Ich bin schon beim Holzschnitt dabei. Die Qualität des Rohmaterials entscheidet über das fertige Produkt“, betont der Fassbindermeister. Rund 300 m³ Holz werden jährlich in der Werkstätte verarbeitet“, erklärt Baumgartner, der handwerkliches Geschick, räumliche Vorstellungskraft, logisches Denken und körperliche Ausdauer für die Ausübung dieses Berufsstandes voraussetzt.
„Das Fitnessstudio befindet sich bei uns in der Werkstätte“, fügt Geselle Dominik, 31, hinzu, der bereits seine Lehre im Betrieb abgeschlossen hat und seit 15 Jahren hier arbeitet. Er kennt jeden Arbeitsschritt auswendig. Zunächst schneidet er das Holz für die Fässer in Überbreite zu und hobelt sie. An der Fügemaschine werden die Bretter für die Seiten, im Fachjargon Dauben genannt, zugeschnitten. Sind alle Dauben vorbereitet, werden sie in der richtigen Reihenfolge aufgestellt und mit Eisenreifen zusammengehalten. „Das Fass ist damit noch lange nicht fertig, denn jetzt steht es noch wie ein Reifrock. Die Dauben müssen erst zusammengezogen werden“, weiß Max Baumgartner, der bereits den Feuerkorb für den nächsten Schritt vorbereitet. „Durch das Erhitzen des Fasses und das Feuchthalten im Wasser können die Dauben mit einem Fasszug langsam in die passende Form gebogen und mit dem Metallreifen bespannt werden.“
Dabei muss das Holz handwarm sein. „Jah-
relange Erfahrung lehrt einen, wie viel geheizt werden muss“, meint er lachend und legt noch ein Scheit Holz nach. Dabei ist gutes Gehör gefragt, denn „wenn das Holz zu knacken beginnt, muss sofort Wasser aufgegossen werden, damit das Holz wieder biegsam wird. Ansonsten bricht die Daube ab.“
Unverkennbar mit dem Fassbinder verbunden ist der Zirkel. „Das Auszirkeln ist ein wichtiger Arbeitsschritt zur Bemessung des Fassbodens, der etwa 30 mm dick ist. Der Zirkel wird exakt sechs Mal in der gefrästen Einkerbung eingemessen, um den passenden Radius für den Boden zu erhalten“, meint der Geselle Dominik und zeigt den größten Zirkel in der Werkstatt, der Kreise von vier Meter Durchmesser zu ziehen erlaubt. Nachdem er ihn wieder an seinen Platz gebracht hat, schlägt er erneut die Metallreifen vom Fass, damit er den genau angepassten, zugeschnittenen und gefrästen Boden einsetzen kann. Bis zu acht Mal werden bei einem Fass die Metallringe auf- oder abgeschlagen. Dazu verwendet er einen Setzhammer und schreitet im Takt rund um das Fass.
Vor dem Einsetzen des Bodens werden die Nuten mit natürlichem Schilf ausgelegt. Auch die Zwischenräume der Dauben werden damit abgedichtet. Erst danach erhält das Fass seine endgültigen, exakt angefertigten und vernieteten Metallreifen.
Nach dem letzten Beschlag der Eisenreifen wird das Fass über dem Feuer „starrgeheizt“, damit es die Form hält. „Das ist das Herzstück der Fassbinderei. Wenn dieser Arbeitsschritt getan ist, ist es geschafft“, weiß Baumgartner.
Die Besonderheit bei der Herstellung von Weinfässern ist das „Toasten“. Das leichte bis starke Ausbrennen des Fassinneren spielt eine entscheidende Rolle bei der geschmacklichen Entwicklung des Inhaltes. Durch die Reaktion von Alkohol mit dem getoasteten Holz entstehen Geschmacksnuancen, die den Charakter des Getränkes intensivieren. Verwendung findet diese Herstellungsart bei Eichenfässern, in denen Wein, Whiskey, Rum und Edelbrand gelagert werden.
Den Betrieb in St. Konrad bei Gmunden (OÖ) führt er damit in dritter Generation, denn „es ist mir wichtig, dieses Handwerk weiterzugeben.“
Früher gehörten Holzfässer zum Alltag. Getränke und Lebensmittel wurden darin gelagert oder transportiert. Mit der Verbreitung von Kunststoff- und Metallbehältern ging die Nachfrage allerdings stark zurück. Heute fertigt ein Fassbinder vor allem Wein- und Whiskeyfässer sowie traditionelle Holzgefäße oder restauriert historische Fässer. Damit dieses alte Wissen nicht verlorengeht, bildet Baumgartner Lehrlinge aus. „In der Berufsschule in Pöchlarn (NÖ) sitzen derzeit nur zwei Fassbinderlehrlinge. Insgesamt gibt es in unserem Land nur noch neun Fassbinderbetriebe“, erklärt er wehmütig.
Ein Fass besteht dabei aus gebogenen Holzdauben, die ohne Nägel oder Schrauben mit Metallreifen zusammengehalten werden. Die Herstellung erfordert viel Erfahrung und handwerkliches Geschick. Neben klassischen Holzfässern entstehen im Betrieb Butterfässer, Regentonnen, Hackstöcke, Geschenkartikel und das traditionelle Surschaffl (Bottich zum Pökeln von Fleisch), das ausschließlich hier hergestellt wird. Äußerst gefragt sind inzwischen die sogenannten Schaffelpools. „Wir bauen moderne Badefässer nach traditioneller Fassbindertechnik“, berichtet Baumgartner, dem wichtig ist, sein Handwerk der Zeit anzupassen. „Dabei wird deutlich, wie vielfältig altbewährtes Wissen und moderne Standards sind.“
Die Fassherstellung ist weitestgehend aufwändige Handarbeit. Holzarten wie Eiche oder Akazie werden für die Weinfässer und Lärche für die Schaffeln verwendet.
„Ich bin schon beim Holzschnitt dabei. Die Qualität des Rohmaterials entscheidet über das fertige Produkt“, betont der Fassbindermeister. Rund 300 m³ Holz werden jährlich in der Werkstätte verarbeitet“, erklärt Baumgartner, der handwerkliches Geschick, räumliche Vorstellungskraft, logisches Denken und körperliche Ausdauer für die Ausübung dieses Berufsstandes voraussetzt.
„Das Fitnessstudio befindet sich bei uns in der Werkstätte“, fügt Geselle Dominik, 31, hinzu, der bereits seine Lehre im Betrieb abgeschlossen hat und seit 15 Jahren hier arbeitet. Er kennt jeden Arbeitsschritt auswendig. Zunächst schneidet er das Holz für die Fässer in Überbreite zu und hobelt sie. An der Fügemaschine werden die Bretter für die Seiten, im Fachjargon Dauben genannt, zugeschnitten. Sind alle Dauben vorbereitet, werden sie in der richtigen Reihenfolge aufgestellt und mit Eisenreifen zusammengehalten. „Das Fass ist damit noch lange nicht fertig, denn jetzt steht es noch wie ein Reifrock. Die Dauben müssen erst zusammengezogen werden“, weiß Max Baumgartner, der bereits den Feuerkorb für den nächsten Schritt vorbereitet. „Durch das Erhitzen des Fasses und das Feuchthalten im Wasser können die Dauben mit einem Fasszug langsam in die passende Form gebogen und mit dem Metallreifen bespannt werden.“
Dabei muss das Holz handwarm sein. „Jah-
relange Erfahrung lehrt einen, wie viel geheizt werden muss“, meint er lachend und legt noch ein Scheit Holz nach. Dabei ist gutes Gehör gefragt, denn „wenn das Holz zu knacken beginnt, muss sofort Wasser aufgegossen werden, damit das Holz wieder biegsam wird. Ansonsten bricht die Daube ab.“
Unverkennbar mit dem Fassbinder verbunden ist der Zirkel. „Das Auszirkeln ist ein wichtiger Arbeitsschritt zur Bemessung des Fassbodens, der etwa 30 mm dick ist. Der Zirkel wird exakt sechs Mal in der gefrästen Einkerbung eingemessen, um den passenden Radius für den Boden zu erhalten“, meint der Geselle Dominik und zeigt den größten Zirkel in der Werkstatt, der Kreise von vier Meter Durchmesser zu ziehen erlaubt. Nachdem er ihn wieder an seinen Platz gebracht hat, schlägt er erneut die Metallreifen vom Fass, damit er den genau angepassten, zugeschnittenen und gefrästen Boden einsetzen kann. Bis zu acht Mal werden bei einem Fass die Metallringe auf- oder abgeschlagen. Dazu verwendet er einen Setzhammer und schreitet im Takt rund um das Fass.
Vor dem Einsetzen des Bodens werden die Nuten mit natürlichem Schilf ausgelegt. Auch die Zwischenräume der Dauben werden damit abgedichtet. Erst danach erhält das Fass seine endgültigen, exakt angefertigten und vernieteten Metallreifen.
Nach dem letzten Beschlag der Eisenreifen wird das Fass über dem Feuer „starrgeheizt“, damit es die Form hält. „Das ist das Herzstück der Fassbinderei. Wenn dieser Arbeitsschritt getan ist, ist es geschafft“, weiß Baumgartner.
Die Besonderheit bei der Herstellung von Weinfässern ist das „Toasten“. Das leichte bis starke Ausbrennen des Fassinneren spielt eine entscheidende Rolle bei der geschmacklichen Entwicklung des Inhaltes. Durch die Reaktion von Alkohol mit dem getoasteten Holz entstehen Geschmacksnuancen, die den Charakter des Getränkes intensivieren. Verwendung findet diese Herstellungsart bei Eichenfässern, in denen Wein, Whiskey, Rum und Edelbrand gelagert werden.








