Welt-Roboter-Spiele in Peking:
Lauf, Roboter, lauf
In der chinesischen Hauptstadt Peking haben sich vier Tage lang Roboter in unterschiedlichsten Disziplinen gemessen. Und dabei erstaunliche Leistungen erbracht.
Seine Beine schienen den Boden kaum zu berühren. Mit mehr als 52 Stundenkilometer raste der dem Menschen nachgebaute Roboter über die 100-Meter-Bahn und brach den Weltrekord des aus Fleisch und Blut bestehenden Jamaikaners Usain Bolt. Der benötigte für diese Distanz 9,58 Sekunden. Sein Kontrahent aus Schrauben, Stahl und Mikrochips brauchte „nur“ 9,39 Sekunden.

Damit bewiesen die Hersteller dieser Geräte, wie rasant auch deren Entwicklung vorankommt. Mehr als 2.000 dieser „Athleten“ von 666 Mannschaften, die vor allem aus dem asiatischen Raum kamen, haben sich vom 22. bis 26. August in Peking (China) gemessen.

In Lauf-Disziplinen ebenso wie im Bodenturnen, Hochsprung, Weitsprung, Cheerleading, Tennis, Kickboxen oder Fußball und Hindernislauf.

Wobei es natürlich Hoppalas zum Schmunzeln gab. Etwa dann, als die Läufer aus den Kurven getragen wurden oder mit voller Wucht gegen eine Schaumstoffwand prallten, weil sie nach dem Zieleinlauf nicht
bremsen konnten.

„Durch die Wucht des Aufpralles wurden sie regelrecht zurückgeschleudert“, berichtet ein amüsierter

Zuschauer. „Dabei gingen einige Modelle zu Bruch. Und als Elektroteile Funken sprühten, wurden sie mit Löschschaum überzogen und anschließend wie die echten Athleten mit der Trage abtransportiert.“ Dennoch brachen die selbst agierenden Roboter, die nicht ferngesteuert werden durften, auch über 400 Meter und 1.500 Meter die menschlichen Weltrekorde.

Allerdings dürften derartige Vergleiche zwischen Mensch und Maschine nach Ansicht von Wissenschaftlern nicht angestellt werden. „Schließlich ist der Roboter nur für eine bestimmte Anwendung gebaut, während wir Menschen in Körpern stecken, bei denen nicht einfach
die Beine um ein paar

Zentimeter verlängert werden können“, erklärt ein Experte für Robotik. Er verweist auch darauf, dass bei den Wettkämpfen in Peking in Kauf genommen wurde, dass die Roboter zerstört wurden. Und so sprang ein Modell aus dem Stand über eine Höhe von 2,88 Metern. Ein Rekord, der zeigt, wie sich die Technik verbessert.

Bei den ersten Wettkämpfen humanoider Roboter im Vorjahr an gleicher Stelle, nahmen nur 280 Teams mit mehr als 500 Athleten teil. In diesem Jahr waren es vier Mal so viele.

Bei all der technischen Entwicklung zeigten die Spiele in Peking dennoch Schwachstellen auf. Etwa dann, wenn die humanoiden Roboter häusliche Aufgaben übernehmen mussten. Darauf arbeiten die Entwickler zum großen Teil hin.

Doch ihre Hände sind noch zu wenig entwickelt. Um etwa einen kleinen Karton in einen größeren zu stecken, benötigt der Roboter einen Saugnapf mit Vakuumpumpe. Ohne derartige Hilfsmittel scheitern die Roboter derzeit noch an einfachsten Aufgaben.

Dabei sollen sie einmal gut 80 Prozent der anfallenden Aufgaben anhand einfacher Sprachbefehle in einem Haushalt übernehmen.