Ryan Reynolds, 49: Der Held hat Angst
Als witziger „Deadpool“ zählt er zu den beliebtesten Superhelden der Leinwand. In der Wirklichkeit ist Ryan Reynolds weniger heldenhaft. Er leidet unter Angstzuständen und Panikattacken.
Schon als Kind wollte er Schauspieler werden. „Wenn ich einen Film sah, wäre ich am liebsten in die Leinwand oder in den Bildschirm gesprungen und hätte mit-
gemacht“, erzählt Ryan Reynolds, 49.

Dann kam eine Gelegenheit, von der er geträumt hatte. Von der Schultheater-Gruppe sollte ein Stück aufgeführt werden, es wurden Darsteller gesucht. Der etwas dickliche Bub bewarb sich und wurde abgelehnt. „Der zuständige Lehrer sagte, ich hätte kein Talent“, erinnert sich Reynolds. „In Wahrheit fand er vermutlich, dass ich zu fett war. Ich habe eine Nacht durchgeweint.“
Doch der „unbegabte Dicke“ gab nicht auf.

Wo immer man sich für eine Rolle bewerben konnte, bewarb er sich. Als 14jähriger wähnte er sich am Ziel, er ergatterte eine Rolle in der Teenager-Seifenoper „Hillside“.

Als die Serie auslief, wartete der Nachwuchsmime, am 23. Oktober 1976 im kanadischen Vancouver geboren, auf neue Angebote. Vergeblich. Also arbeitete er als Verkäufer im Lebensmittelgeschäft seiner Eltern. Bis ihn ein Freund überredete, alles auf eine Karte zu setzen und sein Glück im Mekka aller Filmfanatiker zu versuchen – in Hollywood. Wer wagt, gewinnt.

Ein paar Monate später wurde Ryan Reynolds für die Serie „Ein Trio zum Anbeißen“ engagiert. Damit wurden auch gewichtigere Filmemacher auf den Kanadier aufmerksam, er drehte in der Folge Komödien, Liebesgeschichten, Action- und Horrorfilme.

An diesem Punkt war es nur eine Frage der Zeit, wann der fesche Typ, der im Jahr 2010 zum „Sexiest Man Alive“ gewählt wurde, einen Superhelden verkörpern durfte. Die Comic-Verfilmung „Green Lantern“ floppte, doch mit „Deadpool“ schaffte er es. Als humorvoller, rotgekleideter Held war ihm der „Star“-Status endgültig sicher, genauso wie die in solchen Sphären üblichen Millionengagen.

Nahezu gleichzeitig scheiterte nach nur drei Jahren seine Ehe mit Scarlett Johansson, 41. Im Jahr darauf heiratete Ryan Reynolds seine Kollegin Blake Lively, 39. Mit ihr hat er mittlerweile drei Töchter und einen Sohn. Er nennt sie eine „furchtlose Person und die absolute Liebe meines Lebens“.

Das „furchtlos“ hat Lively ihrem Ehemann voraus. Denn vor der Kamera mag sich Reynolds noch so sehr als Held bewähren, im echten Leben sieht es anders aus. „Ich leide schon mein ganzes Leben unter Angstzuständen“, gibt er zu. „Manchmal sind sie mehr, manchmal weniger präsent. Bevor ich bei einer Premiere über den roten Teppich gehen oder gar live in einer Fernsehsendung auftreten muss, bekomme ich Panikattacken, zittere und bin in Schweiß gebadet. Mein Therapeut meint, ich sei ein schwieriger Fall. Wem sagt er das?“

Die Action-Komödie „Deadpool & Wolverine“ ist ab 22.40 Uhr auch auf PRO7 zu sehen.