Sicher und gesund
mit dem E-Bike
in den Alltag starten
Fahrräder mit Elektromotoren haben die Mobilität für Senioren revolutioniert. E-Bike-Fahren fordert jedoch den Körper und die Sinne stärker als das Fahren mit einem klassischen Fahrrad. Experten verraten, worauf beim E-Bike-Fahren zu achten ist.
Fahrräder mit Elektromotor, kurz E-Bikes, werden in unserem Land gern gekauft. Im Jahr 2024 waren bereits mehr als die Hälfte aller erworbenen Fahrräder mit einem zusätzlichen, elektrischen Antrieb ausgerüstet.

„Für viele Menschen ist es eine Möglichkeit, mehr in der Natur zu sein und sich, wenn auch mit Motorunterstützung, zu bewegen“, sagt Dr. Robert Fritz, Medizinischer Leiter des Zentrums für Gesundheit, Sportmedizin, Ernährung und Trainingstherapie in Wien.

Mit dem Elektrorad kann man Alltagswege statt mit dem Auto mit einem Rad relativ schweißlos und umweltschonend bewältigen. Es braucht auch viel weniger Platz und keine Parkgebühren. Mit der steigenden Anzahl von E-Bike-Fahrern nehmen auch die Unfallzahlen zu. Daher empfiehlt Dr. Fritz, den richtigen Umgang mit einem E-Bike zu erlernen.

„Bei der Nutzung eines E-Bikes, wie generell bei einem Einstieg oder Wiedereinstieg in den Sport, ist es sinnvoll, die Technik zu beherrschen und Krafttraining zu betreiben, um das schwere E-Bike besser stabilisieren zu können. Zudem empfiehlt es sich, den Gleichgewichtssinn zu Hause zu trainieren.“

„Ältere Menschen haben häufiger Probleme beim Umstieg auf ein E-Bike als jüngere, was sich auch an den Unfallzahlen ablesen lässt. 58 Prozent der mit dem E-Bike verunglückten Menschen sind 55 Jahre oder älter“, sagt Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheit im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

Bei Stürzen verletzen sich Betroffene am häufigsten am Kopf, an den Schultern, Armen und Beinen.

Für Experten ist es kaum verwunderlich, dass E-Bike-Fahren mit steigendem Alter anspruchsvoller wird.

Die dafür notwendige körperliche Kraft sollte daher auch im Alter gezielt trainiert und die gesundheitlichen Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Am auffallendsten bei dem Umstieg auf ein E-Bike ist das Gewicht des Sportgerätes. Ein E-Bike wiegt oft zwischen 25 und 30 Kilo, das ist deutlich mehr, als das klassische Fahrrad auf die Waage bringt.

In heiklen Situationen, wie beim plötzlichen Ausweichen oder dem langsamen Rangieren, können ältere Menschen das Gewicht des Fahrrades oft nur schwer halten.

Im schlimmsten Fall kann das schwere Fahrrad umkippen, wenn die Kraft des Fahrers nicht ausreicht.

Deshalb ist es empfehlenswert, das Anfahren oder Kurvenfahren mit dem E-Bike zu üben, damit es zu keinem Kontrollverlust kommt, wenn der Motor kräftig anschiebt.

Die Sorge, ungewollt zu schnell zu werden oder die Kontrolle zu verlieren, kann bei älteren oder ungeübten Fahrern berechtigt sein. Ein wichtiger Faktor, auch beim E-Bike-Fahren, ist, das Gleichgewicht zu halten. Ab etwa 50 Jahren lässt der Gleichgewichtssinn messbar nach, weil das Gehirn, die Muskeln und die Augen langsamer zusammenarbeiten.

Um Unsicherheiten zu vermeiden und um Stürzen vorzubeugen, empfiehlt Dr. Fritz daher ein entsprechendes Gleichgewichtstraining.

Für viele ältere Um- oder Einsteiger fühlt sich das Fahren mit dem E-Bike weniger anstrengend an. Davon sollten sie sich jedoch nicht täuschen lassen und die Anforderungen unterschätzen.

Der Körper arbeitet immer mit. Damit es nicht zur Unterzuckerung, zu Flüssigkeitsmangel oder Kreislaufproblemen kommt, sind regelmäßige Pausen unerlässlich, um zu trinken und sich mit einem Imbiss zu stärken.

Schließlich empfiehlt es sich für Senioren mit Hüft-, Knie- oder Rückenproblemen, ein Modell mit einem tiefen Einstieg zu wählen.

Das Aufsteigen über ein hohes Oberrohr ist oft beschwerlich und kann zu Stürzen führen.


Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in unserem Land
verloren im Jahr 2025 65 Radfahrer, davon 31 mit Elektro-Fahrrädern, ihr Leben.
Vierzig der getöteten Radfahrer waren 65 Jahre oder älter.


Gehen Sie nach einem Sturz zum Arzt bei …

… Kopfschmerzen odereinem Druckgefühl im Kopf

… Übelkeit oder Erbrechen

… Gedächtnislücken (auch bei kurzen Aussetzern)

… Sehstörungen wie Flimmern oder Sehen von
Doppelbildern

… Einnahme von Blutverdünnern

… starker Müdigkeit und zur Sicherheit, wenn Sie ein
künstliches Hüft- und/oder Kniegelenk haben.