Charlize Theron, 50:
Die Frau der Schmerzen
Die Frau der Schmerzen
Wenn die aus Südafrika stammende Schauspielerin Charlize Theron, 50, ihrem Beruf nachgeht, dann macht sie das mit vollem Körpereinsatz. Kaum ein Projekt endet für sie nicht auf dem Operationstisch.
Kurz vor Mitternacht klingelte in Charlize Therons Elternhaus in Benoni (Südafrika) das Telefon. Ihre Mutter Gerda Maritz nahm ab. Eine Tante rief aufgeregt an: „Dein Mann hat wieder den ganzen Abend lang bei uns getrunken und ist äußerst aufgewühlt. Seht euch vor.“ So begann im Juni 1991 der Zwischenfall, der das Leben von Charlize Theron geprägt hat. Sie war damals 15 Jahre alt.
Immer, wenn der Vater Charles Theron, ein Alkoholiker, betrunken heimkam, bedrohte er seine Familie. Dann verbarrikadierte sich die Mutter mit ihrer Tochter in deren Zimmer. So als habe sie geahnt, was ihr brutaler Mann an diesem Abend plante, hatte sich Maritz mit ihrer Pistole bewaffnet.
„Bald darauf knallten am Eingang unseres Bauernhauses Schüsse“, erinnert sich Charlize Theron. Außer Rand und Band, donnerte der Vater Sekunden später mit den Fäusten an die Zimmertür und rief: „Verdammt! Macht auf!“ Und: „Heute Nacht werde ich euch erschießen.“
„Leider war das Schloss meiner Tür kaputt. Mein Vater versuchte hereinzukommen, doch wir beide stemmten uns von innen dagegen. Das erzürnte ihn derart, dass er drei Mal auf die Tür schoss, um uns zu töten. Wie durch ein Wunder verpassten uns die Kugeln.“
Nachdem der Wüterich seine Pistole geleert hatte, hörten ihn Mutter und Tochter höhnen. „Ihr glaubt, ich kann euch nicht erreichen? Wartet. Ich hole jetzt mein Gewehr.“ Damit wurde es draußen still. „Im selben Augenblick riss meine Mama die Tür auf und schoss auf meinen Vater. Er starb bald darauf in einer Ambulanz. Ich erlebte alles wie einen schlechten Traum“, sagt Charlize Theron. „Am nächsten Tag schickte mich meine Mutter zur Schule, so als sei nichts geschehen.“ Ähnlich dachte offensichtlich auch das Gericht, das den Fall behandelte. Es stufte das Erschießen als Notwehr ein und ließ Gerda Maritz unbehelligt.
„Mama ist meine Heldin“, sagt Theron. „Sie machte mich zu der Person, die ich heute bin.“ Zu einer mutigen Frau, die sich vor nichts fürchtet, nicht im Leben und nicht vor den Filmkameras.
Die deutschstämmige Mutter ist 72 Jahre alt und wohnt heute unweit von ihrer Tochter in Los Angeles (USA). Nach dem Tod von Charles Theron hat sie sich bemüht, ihrer Tochter bei der Bewältigung ihrer Scham zu helfen. Denn andere Kinder hänselten das Mädchen wegen ihrer zerstörten Familie. „Deshalb wollte ich weg aus Südafrika“, sagt die Schauspielerin, die am 7. August 1975 in Benoni das Licht der Welt erblickt hat. „In diesem Land sah ich keine Zukunft für mich.“
Brünett, langbeinig, sie ist 183 Zentimeter groß, sportlich und unternehmungslustig, gewann die Fünfzehnjährige in Johannesburg (Südafrika) bei einem internationalen Modellwettbewerb eine Reise nach Mailand (Italien).
Nach mäßigem Erfolg als Modell in Italien kaufte sie mit ihrem letzten Geld eine Flugkarte nach Los Angeles, um Karriere in Hollywood zu machen.
Der erhoffte Erfolg blieb nicht aus. Als 18jährige wurde sie auf dem Hollywood Boulevard von einem Agenten entdeckt, im Jahr 2003 gelang ihr der berufliche Durchbruch im Horrorfilm „Monster“, und sie trug einen „Oscar“ als beste Hauptdarstellerin nach Hause.
Mit neuen Filmen war die Schauspielerin nun auf die Rolle einer Frau an der Seite eines starken Mannes festgelegt und das gefiel ihr überhaupt nicht. Sie wagte sich an psychologisch und körperlich herausfordernde Darstellungen.
Schon für „Monster“ hat sie 25 Kilo Gewicht zugelegt. In ihrem aktuellen Film „Die Odyssee“ kämpft sie als Göttin Calypso in einem
wilden Meer ums Überleben und hält Odysseus als Sexsklaven. Nur weil Theron körperlich ungewöhnlich fit ist, hat sie die Strapazen beim Drehen an der marokkanischen Küste überstanden.
Doch als Theron nach Abschluss der Arbeiten in Marokko wieder in Los Angeles eintraf, führte sie ihr erster Weg zum Arzt. Sie wurde am Ellenbogen operiert. Es war nicht das erste Mal, dass sie nach der Arbeit im Spital landete. Beim Drehen von „AEon Flux“ in Berlin (D) brach sie sich 2004 einen Halswirbel und war gezwungen, sechs Wochen lang eine Halskrause zu tragen. Ein Kampf in „The Old Guard“ 2020 endete mit einem gebrochenen Daumen.
Andere Rollen bescherten ihr gebrochene Zähne und Leistenbrüche. „Fast nach jedem meiner mehr als 50 Filme musste ich operiert werden“, berichtet Theron. „Einmal war ich kurz vor einer Lähmung.“
Angeborene Disziplin und harte Arbeit am Körper im Fitnessstudio erlauben der Schauspielerin, solche Widerstände zu überwinden. „Trotzdem dauert es heute viel länger, mich von Verletzungen zu erholen. Ich wünschte, ich hätte meinen 25 Jahre alten Körper zurück, den ich gegen eine Wand werfen konnte, ohne dass es am nächsten Tag wehtat. Heute muss ich manchmal nach der Arbeit drei Tage ausruhen.“
Hilfe von einem Mann erhält sie dabei nicht. Glück hat sie in Beziehungen nicht gefunden. Obwohl Theron mit dem irischen Schauspieler Stuart Townsend verlobt war, gingen sie nach neun Jahren wieder getrennte Wege.
Geheiratet hat sie nie. Theron lebt heute mit ihren Kindern Jackson, 14, und August, 11, in einer spanischen Villa in einer Siedlung im Süden von Los Angeles. Die Kinder sind adoptiert. Jackson war ein Bub, bis er seiner Mutter eröffnete, dass er sich als Mädchen fühle. „Seitdem erziehe ich zwei Mädchen“, sagt die Schauspielerin. „Sie sind alles, was derzeit in meinem Leben zählt.“
Immer, wenn der Vater Charles Theron, ein Alkoholiker, betrunken heimkam, bedrohte er seine Familie. Dann verbarrikadierte sich die Mutter mit ihrer Tochter in deren Zimmer. So als habe sie geahnt, was ihr brutaler Mann an diesem Abend plante, hatte sich Maritz mit ihrer Pistole bewaffnet.
„Bald darauf knallten am Eingang unseres Bauernhauses Schüsse“, erinnert sich Charlize Theron. Außer Rand und Band, donnerte der Vater Sekunden später mit den Fäusten an die Zimmertür und rief: „Verdammt! Macht auf!“ Und: „Heute Nacht werde ich euch erschießen.“
„Leider war das Schloss meiner Tür kaputt. Mein Vater versuchte hereinzukommen, doch wir beide stemmten uns von innen dagegen. Das erzürnte ihn derart, dass er drei Mal auf die Tür schoss, um uns zu töten. Wie durch ein Wunder verpassten uns die Kugeln.“
Nachdem der Wüterich seine Pistole geleert hatte, hörten ihn Mutter und Tochter höhnen. „Ihr glaubt, ich kann euch nicht erreichen? Wartet. Ich hole jetzt mein Gewehr.“ Damit wurde es draußen still. „Im selben Augenblick riss meine Mama die Tür auf und schoss auf meinen Vater. Er starb bald darauf in einer Ambulanz. Ich erlebte alles wie einen schlechten Traum“, sagt Charlize Theron. „Am nächsten Tag schickte mich meine Mutter zur Schule, so als sei nichts geschehen.“ Ähnlich dachte offensichtlich auch das Gericht, das den Fall behandelte. Es stufte das Erschießen als Notwehr ein und ließ Gerda Maritz unbehelligt.
„Mama ist meine Heldin“, sagt Theron. „Sie machte mich zu der Person, die ich heute bin.“ Zu einer mutigen Frau, die sich vor nichts fürchtet, nicht im Leben und nicht vor den Filmkameras.
Die deutschstämmige Mutter ist 72 Jahre alt und wohnt heute unweit von ihrer Tochter in Los Angeles (USA). Nach dem Tod von Charles Theron hat sie sich bemüht, ihrer Tochter bei der Bewältigung ihrer Scham zu helfen. Denn andere Kinder hänselten das Mädchen wegen ihrer zerstörten Familie. „Deshalb wollte ich weg aus Südafrika“, sagt die Schauspielerin, die am 7. August 1975 in Benoni das Licht der Welt erblickt hat. „In diesem Land sah ich keine Zukunft für mich.“
Brünett, langbeinig, sie ist 183 Zentimeter groß, sportlich und unternehmungslustig, gewann die Fünfzehnjährige in Johannesburg (Südafrika) bei einem internationalen Modellwettbewerb eine Reise nach Mailand (Italien).
Nach mäßigem Erfolg als Modell in Italien kaufte sie mit ihrem letzten Geld eine Flugkarte nach Los Angeles, um Karriere in Hollywood zu machen.
Der erhoffte Erfolg blieb nicht aus. Als 18jährige wurde sie auf dem Hollywood Boulevard von einem Agenten entdeckt, im Jahr 2003 gelang ihr der berufliche Durchbruch im Horrorfilm „Monster“, und sie trug einen „Oscar“ als beste Hauptdarstellerin nach Hause.
Mit neuen Filmen war die Schauspielerin nun auf die Rolle einer Frau an der Seite eines starken Mannes festgelegt und das gefiel ihr überhaupt nicht. Sie wagte sich an psychologisch und körperlich herausfordernde Darstellungen.
Schon für „Monster“ hat sie 25 Kilo Gewicht zugelegt. In ihrem aktuellen Film „Die Odyssee“ kämpft sie als Göttin Calypso in einem
wilden Meer ums Überleben und hält Odysseus als Sexsklaven. Nur weil Theron körperlich ungewöhnlich fit ist, hat sie die Strapazen beim Drehen an der marokkanischen Küste überstanden.
Doch als Theron nach Abschluss der Arbeiten in Marokko wieder in Los Angeles eintraf, führte sie ihr erster Weg zum Arzt. Sie wurde am Ellenbogen operiert. Es war nicht das erste Mal, dass sie nach der Arbeit im Spital landete. Beim Drehen von „AEon Flux“ in Berlin (D) brach sie sich 2004 einen Halswirbel und war gezwungen, sechs Wochen lang eine Halskrause zu tragen. Ein Kampf in „The Old Guard“ 2020 endete mit einem gebrochenen Daumen.
Andere Rollen bescherten ihr gebrochene Zähne und Leistenbrüche. „Fast nach jedem meiner mehr als 50 Filme musste ich operiert werden“, berichtet Theron. „Einmal war ich kurz vor einer Lähmung.“
Angeborene Disziplin und harte Arbeit am Körper im Fitnessstudio erlauben der Schauspielerin, solche Widerstände zu überwinden. „Trotzdem dauert es heute viel länger, mich von Verletzungen zu erholen. Ich wünschte, ich hätte meinen 25 Jahre alten Körper zurück, den ich gegen eine Wand werfen konnte, ohne dass es am nächsten Tag wehtat. Heute muss ich manchmal nach der Arbeit drei Tage ausruhen.“
Hilfe von einem Mann erhält sie dabei nicht. Glück hat sie in Beziehungen nicht gefunden. Obwohl Theron mit dem irischen Schauspieler Stuart Townsend verlobt war, gingen sie nach neun Jahren wieder getrennte Wege.
Geheiratet hat sie nie. Theron lebt heute mit ihren Kindern Jackson, 14, und August, 11, in einer spanischen Villa in einer Siedlung im Süden von Los Angeles. Die Kinder sind adoptiert. Jackson war ein Bub, bis er seiner Mutter eröffnete, dass er sich als Mädchen fühle. „Seitdem erziehe ich zwei Mädchen“, sagt die Schauspielerin. „Sie sind alles, was derzeit in meinem Leben zählt.“








