Aaron Taylor-Johnson, 36:
Der Jäger mit der Kraft des Löwen
Er ist als nächster James Bond im Gespräch. Aber schon jetzt ist Aaron Taylor-Johnson umtriebig. Als „Kraven the Hunter“ will er die Verbrecher rund um den Erdball erledigen.
Aus seiner Kindheit in Russland hat sich Sergei Kravinoff (Aaron Taylor-Johnson, 36) nur seine Liebe zur Natur und den Tieren bewahrt. Tiere sind ihm näher als so mancher Mensch.

Die Gründe dafür liegen weit zurück. Nach dem Tod seiner Mutter litt der Sohn unter der Kaltherzigkeit seines Vaters Nikolai (Russell Crowe, 62). Der hatte nur wenig für Sergei übrig und ließ ihn wissen und spüren, dass er ganz klar dessen Halbbruder Dmitri (Fred Hechinger, 26) bevorzugte.

Eines Tages nahm Nikolai seine Söhne mit auf eine Großwildjagd, um sie abzuhärten. Dabei kam es zu einer zukunftsweisenden Situation. Sergei wollte Dmitri vor dem Angriff eines großen Löwen beschützen, doch er wurde von den Augen des Raubtieres derart in den Bann gezogen, dass er sein Gewehr nicht abfeuerte. Der Löwe verletzte ihn tödlich, doch er brachte ihn zu dem Mädchen Calypso (Ariana DeBose, 35), das ihn mit Hilfe von Magie wieder zum Leben erweckte.

Sergei merkte danach bald, dass seine körperlichen Eigenschaften animalisch geworden waren. Fortan vertraute er Tieren mehr als Menschen. Er nannte sich „Kraven the Hunter“ und wollte der gefürchtetste Jäger der Welt werden. Kein Verbrecher sollte vor ihm sicher sein.

„Das Schöne an dieser Rolle war für mich, dass ich hier eine Figur von Grund auf spielen, also erfinden konnte“, meint Aaron Taylor-Johnson. „Ich habe dafür viel Zeit investiert und versucht, diesen ,Kraven‘ möglichst vielschichtig zu machen. Auf das Ergebnis bin ich – ohne falsche Bescheidenheit – wirklich stolz. Und ich denke, es hat Langlebigkeit.“

Dass es für Filmfreunde verwirrend sein könnte, ihn im Superhelden-Universum in einer bislang unbekannten Rolle zu sehen, befürchtet Taylor-Johnson nicht. „Da liegen doch Welten dazwischen“, erklärt er. „Und die Menschen können durchaus unterscheiden, was sich da vor ihnen abspielt.“

Regelmäßig verbreitete Gerüchte, er könnte der nächste James-Bond-Darsteller werden, weist der englische Schauspieler zurück. „Ich konzentriere mich auf Dinge, die ich beeinflussen kann“, betont Aaron Taylor-Johnson. „Und bisher hat mir noch niemand einen Vertrag für diese Aufgabe vorgelegt. Also existiert dieses Thema für mich nicht, ich bin kein Träumer und auch kein Freund von Spekulationen.“

Der ehemalige Geheimagent „007“ im Dienste Ihrer Majestät, Pierce Brosnan, 73, sieht das anders. „Ich habe erlebt, wie Aaron als ganz junger Schauspieler an den Drehort kam und ungemeine Energie und Persönlichkeit ausstrahlte. Ja, ich bin überzeugt, wenn er es will, anstrebt und auch bekommt, wäre er ein wunderbarer James Bond. Ich habe da keine Zweifel.“