Kate Winslet, 50:
„Meine ,Titanic‘ geht nie unter“
Der Film über den Untergang der „Titanic“ machte Kate Winslet weltberühmt und verfolgt sie bis heute. Angst vor dem Ruhm hat sie aber nicht mehr.
Wenn es um das Aussehen von Filmgrößen geht, redet Kate Winslet Klartext. „Da gibt es keine Geheimnisse“, erklärt die Engländerin. „Ich möchte jeder Frau, die versucht, einen ,Hollywood-Look‘ nachzuahmen, sagen: Es ist ein Mythos. Die Frauen auf dem roten Teppich haben zuvor vier Stunden in einem Make-up-Sessel verbracht, um so auszusehen und hatten wahrscheinlich jeden Tag in der Woche vor der Veranstaltung eine Gesichtsbehandlung.“

Das geradezu fanatische Bemühen, der am 5. Oktober 1975 in Reading geborenen Darstellerin, den schönen Schein durch die Wahrheit zu entlarven, geht auf Erlebnisse in ihrer Kindheit und Jugend zurück. „In der Schule nannten sie mich ,Wabbelspeck‘ und lachten mich aus, weil ich Schauspielerin werden wollte.“ Kein Wunder, dass die Tochter aus einer Schauspielerfamilie heute Jugendlichen Mut machen möchte, sich stark und wohl im eigenen Körper zu fühlen.

Trotz der Hänseleien nahm sie schon als Elfjährige Schauspielunterricht und erhielt ihre erste Rolle in einem Werbefilm für Frühstücksflocken. Auch die Zeit, in der sie in diversen Serien die „fettes Mädchen“-Figuren darstellen musste, stand sie wacker durch. Und reagierte – ungesund. „Mein Gewichtsverlust in jungen Jahren war das Ergebnis einer gesundheitsschädlichen Ernährung“, weiß sie heute. „Ich bekam Essstörungen.“

Besser ging es ihr erst, als sie in „Heavenly Creatures“, ihrem ersten Kinofilm, auch ihre erste Hauptrolle ergatterte und eine minderjährige Mörderin spielte. Der endgültige Durchbruch glückte ihr in „Sinn und Sinnlichkeit“, der Verfilmung eines Literaturklassikers. Ihre Leistung wurde mit einer „Oscar“-Nominierung als beste Darstellerin in einer Nebenrolle belohnt. Danach kam der Film, der Kate Winslets Leben auf den Kopf stellte: „Titanic“.

„Diese Arbeit war ein Geschenk auf Dauer“, meint sie. „Ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die diese Geschichte meiner Laufbahn eröffnet hat. Anfangs hat mir der plötzliche, extreme Bekanntheitsgrad aber auch Angst gemacht. Das hat sich mit den Jahren gelegt. Doch es gibt bis heute kaum ein Gespräch, in dem ich nicht darauf angesprochen werde. Meine ,Titanic‘ geht offenbar nie unter.“ Die Krönung mit einem „Oscar“ folgte allerdings erst zwölf Jahre später für „Der Vorleser“.

Dass in diesen Jahren zwei Ehen, aus denen Winslet eine Tochter und einen Sohn hat, scheiterten, verwundert sie nicht. „Ich war eine schreckliche Ehefrau“, gibt sie zu. „Der enorme berufliche Druck, dem ich ausgesetzt war, führte zu unüberbrückbaren Differenzen im Alltag. Der Dreifachbelastung – Schauspielerin, Mutter, Ehefrau – war ich auf Dauer einfach nicht gewachsen.“ Ihre dritte Ehe, mit dem britischen Geschäftsmann Edward Abel Smith, 48, hält nun bereits seit 14 Jahren. Bear Blaze, der Sohn aus dieser Beziehung, ist zwölf Jahre alt.

„Als er zum ersten Mal ,Titanic‘ sah, hat er danach furchtbar geweint und erklärt, er wolle auch einmal Schauspieler werden“, erzählt die Mama, die jetzt mit „Die Fotografin“ ins Fernsehen kommt. „Dieser auf Tatsachen beruhende Film über eine Kriegsfotografin war mir ein Herzensanliegen“, betont Winslet, die dabei auch als Produzentin fungierte.