Rudi Roubinek:
„Meine Liebe zu Oldtimern habe ich seit der Kindheit“
„Meine Liebe zu Oldtimern habe ich seit der Kindheit“
Mit Ferdinand Raimunds „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ laden die Raimundspiele Gutenstein (NÖ) zu einem romantisch-komischen Zauberspiel ein.
Mit dabei ist Rudi Roubinek, 56, der eine Vorliebe für „Oldies“ hat.
Mit dabei ist Rudi Roubinek, 56, der eine Vorliebe für „Oldies“ hat.
Herr Roubinek, Sie haben die ehrenvolle Aufgabe, dem doch recht dramatischen Stück „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ eine komische Note zu geben.
Wie gut passt das zu Ihnen?
Gut, hoffe ich, denn das ist vermutlich genau das, was das Publikum von mir erwartet. Es gibt einige Rollen, die ein Komödiant im Laufe seiner Karriere unbedingt spielen möchte – dazu gehören der „Frosch“ in der „Fledermaus“, den ich im Jahr 2015 auf der Bühne Baden (NÖ) spielte, und jetzt der „Habakuk“ im „Alpenkönig“.
Sie wurden im Vorfeld als „Publikumsliebling“ angekündigt. Mögen Sie diese Bezeichnung?
Was von außen an einen herangetragen wird, lässt sich ohnehin nicht beeinflussen. Aber mit dem Begriff „Publikumsliebling“ kann ich mich definitiv leicht arrangieren – das ist allemal besser, als als Bösewicht oder Unsympathler bezeichnet zu werden.
Wie sah Ihre Vorbereitung auf diese historische Figur aus? Wie legen Sie den Habakuk, diesen Bediensteten, an?
Das Stück spielt ja in einer Gesellschaft mit einer starren Hierarchie vom Kaiser bis zum Bettelmann. Der Kammerdiener Habakuk gehört zum Gesinde, gibt sich mit seinem Satz „Ich war zwei Jahre in Paris …“ aber gerne eleganter, als er ist. Historisch gesehen ist er ein einfacher Mensch aus dem Gesinde. Gleichzeitig legt er eine gewisse Spitzfindigkeit und Bauernschläue an den Tag. Er lässt sich durchaus durch das eine oder andere Geldstück motivieren, bleibt aber seinem Herrn gegenüber loyal.
Obwohl sein Herr, der Alpenkönig Rappelkopf,
ein schwieriger Mensch ist …
Rappelkopf ist ein Choleriker an der Grenze zum Wahnsinn. Heute würden wir ihn wohl als paranoid bezeichnen, da er hinter allem das Böse vermutet. Wenn wir das auf die heutige Arbeitswelt projizieren, gibt es sicher auch cholerische, launenhafte Chefs.
Gibt es für Sie persönliche Grenzen im Umgang mit leicht erregbaren Hitzköpfen?
Ich bin seit dem Jahr 1998 Freiberufler. Ich habe zwar Auftraggeber, aber im klassischen Sinne keinen Chef. Wie es ist, so jemanden tagtäglich zu ertragen, weiß ich nicht – ich stelle es mir schrecklich vor.
Wenn Männer cholerisch werden, stelle ich das jedenfalls schnell ab, weil es absolut unproduktiv ist. Die Erfahrung zeigt, die meisten Choleriker fallen in sich zusammen, wenn man Kontra gibt. Wenn mich jemand anschreit, schreie ich zurück. Wenn das nichts hilft, gehe ich einfach und lasse ihn stehen.
Bedeutet das, dass Sie harmoniesüchtig sind?
Nein, das wäre das falsche Wort. In meinem Beruf bin ich extrem pragmatisch und fokussiert auf das Ergebnis. Sobald jemand beginnt, seine eigenen Empfindlichkeiten zu sehr in den Vordergrund zu stellen, leidet die Produktivität.
Mein Beruf basiert auf Arbeitsteilung – niemand macht einen Film oder ein Theaterstück allein. Wir brauchen das Miteinander. Wenn sich die Beteiligten vor und hinter der Kamera oder auf der Bühne nicht wohlfühlen, leidet letztlich das gesamte Projekt darunter. Ich arbeite daher rein lösungsorientiert.
Am Sonntag, dem 2. August, findet unter Ihrer Leitung ab
12 Uhr die jährliche Oldtimer-Fahrt von Puchberg am Schneeberg bis nach Gutenstein mit anschließendem Theaterbesuch statt.
Wie groß ist die Vorfreude?
(lacht) Die Vorfreude ist riesig. Für uns Benzinbrüder ist das natürlich ein absoluter Höhepunkt. Es ist einfach herrlich, wenn Gleichgesinnte zusammenkommen und wir uns an so vielen wunderschönen alten Fahrzeugen erfreuen können.
Wie lange währt schon Ihre Liebe zu Oldtimern, und schrauben Sie selbst daran herum?
Das ist eine „Buben-Geschichte“ und reicht zurück bis in meine Kindheit. Ich hatte drei Freunde, die sich ebenfalls für Autos begeisterten, und wir fanden die alten Modelle damals schon schöner als die neuen. Man sah damals noch häufiger alte Käfer, Jaguars oder MGs – wenn auch nicht an jeder Ecke, so doch deutlich öfter als heute.
Uns haben vor allem das Knorrige, das Mechanische, das Scheppernde und der spezielle Geruch fasziniert. Selber schrauben kann ich nicht richtig, das hat mir nie jemand beigebracht. Ich kann zwar Kleinigkeiten wie Ölstand, Reifendruck und Batteriestand kontrollieren sowie Zündkerzen oder Reifen wechseln, aber dann ist es auch schon vorbei mit meinem handwerklichen Geschick.
Mit welchem Oldtimer werden Sie bei der Theaterfahrt unterwegs sein?
Ich fahre einen BMW 700 Sport aus dem Baujahr 1961. Das ist ein sympathischer Kleinwagen mit einer spannenden Geschichte, dem ich zehn Jahre lang hinterhergelaufen bin.
Teilt Ihre Frau Ihre Liebe für Oldtimer?
Sie ist keine eingefleischte Enthusiastin, aber sie begleitet mich hin und wieder zu Oldtimer-Treffen. Für meine Frau ist ein Auto vor allem ein pragmatisches Transportmittel, das viel Platz zum Einräumen bietet und zuverlässig funktionieren muss. Wenn ich am Computer arbeite, habe ich im Hintergrund meistens eine Internetseite für Oldtimer-Angebote offen. Das ist bei mir schon ein bisschen wie eine Sucht.
Zur Person:
Rudolf Roubinek wurde am 3. Dezember 1969 in Wien geboren. Während seines Studiums (Politikwissenschaft und Publizistik) stolperte er 1995 durch Zufall in die Fernsehbranche. Den Beruf lernte er im und außerhalb des ORF von der Pike auf, und zwar als Programmhelfer, Inspizient, Redaktionsassistent, Aufnahmeleiter, Redakteur, Gestalter, Autor, Regisseur.
Bekannt wurde er durch seine Rolle als „Obersthofmeister Seyffenstein“ in der Satiresendung „Wir sind Kaiser“ an der Seite von Robert Palfrader.
Er ist seit etwa drei Jahren beim Roten Kreuz NÖ ehrenamtlich tätig. Unter dem Titel „Halb so schlimm“ bringt er am 16. 10., dem Welt-Reanimationstag, im Auditorium Grafenegg eine Erste-Hilfe-Show auf die Bühne.
Wie gut passt das zu Ihnen?
Gut, hoffe ich, denn das ist vermutlich genau das, was das Publikum von mir erwartet. Es gibt einige Rollen, die ein Komödiant im Laufe seiner Karriere unbedingt spielen möchte – dazu gehören der „Frosch“ in der „Fledermaus“, den ich im Jahr 2015 auf der Bühne Baden (NÖ) spielte, und jetzt der „Habakuk“ im „Alpenkönig“.
Sie wurden im Vorfeld als „Publikumsliebling“ angekündigt. Mögen Sie diese Bezeichnung?
Was von außen an einen herangetragen wird, lässt sich ohnehin nicht beeinflussen. Aber mit dem Begriff „Publikumsliebling“ kann ich mich definitiv leicht arrangieren – das ist allemal besser, als als Bösewicht oder Unsympathler bezeichnet zu werden.
Wie sah Ihre Vorbereitung auf diese historische Figur aus? Wie legen Sie den Habakuk, diesen Bediensteten, an?
Das Stück spielt ja in einer Gesellschaft mit einer starren Hierarchie vom Kaiser bis zum Bettelmann. Der Kammerdiener Habakuk gehört zum Gesinde, gibt sich mit seinem Satz „Ich war zwei Jahre in Paris …“ aber gerne eleganter, als er ist. Historisch gesehen ist er ein einfacher Mensch aus dem Gesinde. Gleichzeitig legt er eine gewisse Spitzfindigkeit und Bauernschläue an den Tag. Er lässt sich durchaus durch das eine oder andere Geldstück motivieren, bleibt aber seinem Herrn gegenüber loyal.
Obwohl sein Herr, der Alpenkönig Rappelkopf,
ein schwieriger Mensch ist …
Rappelkopf ist ein Choleriker an der Grenze zum Wahnsinn. Heute würden wir ihn wohl als paranoid bezeichnen, da er hinter allem das Böse vermutet. Wenn wir das auf die heutige Arbeitswelt projizieren, gibt es sicher auch cholerische, launenhafte Chefs.
Gibt es für Sie persönliche Grenzen im Umgang mit leicht erregbaren Hitzköpfen?
Ich bin seit dem Jahr 1998 Freiberufler. Ich habe zwar Auftraggeber, aber im klassischen Sinne keinen Chef. Wie es ist, so jemanden tagtäglich zu ertragen, weiß ich nicht – ich stelle es mir schrecklich vor.
Wenn Männer cholerisch werden, stelle ich das jedenfalls schnell ab, weil es absolut unproduktiv ist. Die Erfahrung zeigt, die meisten Choleriker fallen in sich zusammen, wenn man Kontra gibt. Wenn mich jemand anschreit, schreie ich zurück. Wenn das nichts hilft, gehe ich einfach und lasse ihn stehen.
Bedeutet das, dass Sie harmoniesüchtig sind?
Nein, das wäre das falsche Wort. In meinem Beruf bin ich extrem pragmatisch und fokussiert auf das Ergebnis. Sobald jemand beginnt, seine eigenen Empfindlichkeiten zu sehr in den Vordergrund zu stellen, leidet die Produktivität.
Mein Beruf basiert auf Arbeitsteilung – niemand macht einen Film oder ein Theaterstück allein. Wir brauchen das Miteinander. Wenn sich die Beteiligten vor und hinter der Kamera oder auf der Bühne nicht wohlfühlen, leidet letztlich das gesamte Projekt darunter. Ich arbeite daher rein lösungsorientiert.
Am Sonntag, dem 2. August, findet unter Ihrer Leitung ab
12 Uhr die jährliche Oldtimer-Fahrt von Puchberg am Schneeberg bis nach Gutenstein mit anschließendem Theaterbesuch statt.
Wie groß ist die Vorfreude?
(lacht) Die Vorfreude ist riesig. Für uns Benzinbrüder ist das natürlich ein absoluter Höhepunkt. Es ist einfach herrlich, wenn Gleichgesinnte zusammenkommen und wir uns an so vielen wunderschönen alten Fahrzeugen erfreuen können.
Wie lange währt schon Ihre Liebe zu Oldtimern, und schrauben Sie selbst daran herum?
Das ist eine „Buben-Geschichte“ und reicht zurück bis in meine Kindheit. Ich hatte drei Freunde, die sich ebenfalls für Autos begeisterten, und wir fanden die alten Modelle damals schon schöner als die neuen. Man sah damals noch häufiger alte Käfer, Jaguars oder MGs – wenn auch nicht an jeder Ecke, so doch deutlich öfter als heute.
Uns haben vor allem das Knorrige, das Mechanische, das Scheppernde und der spezielle Geruch fasziniert. Selber schrauben kann ich nicht richtig, das hat mir nie jemand beigebracht. Ich kann zwar Kleinigkeiten wie Ölstand, Reifendruck und Batteriestand kontrollieren sowie Zündkerzen oder Reifen wechseln, aber dann ist es auch schon vorbei mit meinem handwerklichen Geschick.
Mit welchem Oldtimer werden Sie bei der Theaterfahrt unterwegs sein?
Ich fahre einen BMW 700 Sport aus dem Baujahr 1961. Das ist ein sympathischer Kleinwagen mit einer spannenden Geschichte, dem ich zehn Jahre lang hinterhergelaufen bin.
Teilt Ihre Frau Ihre Liebe für Oldtimer?
Sie ist keine eingefleischte Enthusiastin, aber sie begleitet mich hin und wieder zu Oldtimer-Treffen. Für meine Frau ist ein Auto vor allem ein pragmatisches Transportmittel, das viel Platz zum Einräumen bietet und zuverlässig funktionieren muss. Wenn ich am Computer arbeite, habe ich im Hintergrund meistens eine Internetseite für Oldtimer-Angebote offen. Das ist bei mir schon ein bisschen wie eine Sucht.
Zur Person:
Rudolf Roubinek wurde am 3. Dezember 1969 in Wien geboren. Während seines Studiums (Politikwissenschaft und Publizistik) stolperte er 1995 durch Zufall in die Fernsehbranche. Den Beruf lernte er im und außerhalb des ORF von der Pike auf, und zwar als Programmhelfer, Inspizient, Redaktionsassistent, Aufnahmeleiter, Redakteur, Gestalter, Autor, Regisseur.
Bekannt wurde er durch seine Rolle als „Obersthofmeister Seyffenstein“ in der Satiresendung „Wir sind Kaiser“ an der Seite von Robert Palfrader.
Er ist seit etwa drei Jahren beim Roten Kreuz NÖ ehrenamtlich tätig. Unter dem Titel „Halb so schlimm“ bringt er am 16. 10., dem Welt-Reanimationstag, im Auditorium Grafenegg eine Erste-Hilfe-Show auf die Bühne.








