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Ausgabe Nr. 29/2026 vom 15.07.2026, Fotos: akg-images / picture alliance / Fryderyk Gabowicz, hgm-press
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Bonnie Tyler
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Mit Ehemann Robert Sullivan.
Bonnie Tyler:
Ihre Lieder bleiben für immer bei uns
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Sie hatte eigentlich noch so viel vor. „Wenn es optimal laufen sollte mit meiner Gesundheit“, sagte sie uns vor zwei Jahren in einem Interview, „kann ich mir vorstellen, noch ungefähr zehn Jahre lang zu singen.“ Es sollte nicht sein. Nun ist die walisische Ausnahmesängerin Bonnie Tyler im Alter von 75 Jahren in einem Spital in Faro (Portugal) gestorben. Nach schwerer Krankheit und doch unerwartet, wie ihre Familie mitteilte.
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Die Sängerin musste Anfang Mai nach einem Darmdurchbruch notoperiert werden und wurde ins Koma versetzt. Alle Bemühungen der Ärzte blieben schließlich erfolglos.

Die Welt verlor damit eine der markantesten und liebenswertesten Stimmen der Popgeschichte. Denn kaum eine Sängerin war so unverwechselbar wie Bonnie Tyler. Ihre Reibeisenstimme machte sie weltberühmt – mit Hits wie „Total Eclipse Of The Heart“, „Holding Out For A Hero“ und „Lost In France“.

Tyler musste sich im Jahr 1977 Knötchen auf den Stimmlippen entfernen lassen. Den ärztlichen Rat, eine Zeitlang nicht zu sprechen, ignorierte sie. Die raue Stimme blieb, führte sie zum Ruhm und wurde zu ihrem Markenzeichen.

Dabei begann alles ganz unspektakulär. Nach der Schule verkaufte die junge Waliserin, die eigentlich Gaynor Hopkins hieß, zunächst Make-up und Kleidung, bevor sie sich auf ein Zeitungsinserat bewarb, in dem eine Harmoniesängerin gesucht wurde. Sechs Abende pro Woche sang sie fortan in Klubs für hart arbeitende Männer, „oft in Bingo-Pausen oder neben der Dartscheibe“, wie sie es selbst einmal beschrieb.

Das härtete ab und sie verlor den letzten Rest ihrer Schüchternheit. „Irgendwann hatte ich alles erlebt, vieles erreicht, wurde ruhiger, gelassener und selbstbewusster.

Ich hatte nichts mehr zu beweisen. Ich konnte einfach rausgehen und mein Leben und meine Arbeit genießen.“ Was den Menschen wie die Bühnenperson Bonnie Tyler so einmalig machte, war ihre unbändige und bis fast zum Schluss ungebrochene Energie.

Noch mit fast 70 Jahren veröffentlichte sie mit „The Best Is Yet To Come“ ein Album, das keinen Zweifel daran ließ, dass sie nichts von ihrer Lust am Leben eingebüßt hatte.

Als sie das Titellied zum ersten Mal hörte, so Tyler im Interview im Jahr 2024, habe sie sofort gewusst: „Das bin ich.“ Sie beschrieb, wie sie sich während der Aufnahmen mit ihrem langjährigen Produzenten David Mackay, mit dem sie schon 1978 zusammengearbeitet hatte, wieder jung und enthusiastisch fühlte – wie mit 26.

„Ich fühle mich jung im Herzen. Ich merke das daran, dass ich überhaupt nicht stillsitzen kann.“ Auch vor frivolen, textlich mutigen Liedern schreckte sie nicht zurück. „Ich hatte erst Bedenken, ob eine Nummer wie ,Call Me Thunder‘ für eine fast 70jährige nicht etwas zu wild sei. Mein Produzent David meinte nur, ,Quatsch, du kannst das machen.‘ Also singe ich über das, was mein Mann und ich einst so am Strand getrieben haben – und vielleicht immer noch treiben.“ Tyler lachte an dieser Stelle ihr kräftiges, herzliches Lachen.

Sie war seit dem Jahr 1973 war mit Robert Sullivan verheiratet, einem Immobilienentwickler und ehemaligen Olympia-Judoka. Ihre Ehe beschrieb sie mit den Worten, sie würde ihren Mann für nichts und niemanden auf der Welt hergeben. Er sei der Mensch geblieben, mit dem sie am liebsten Zeit verbringe. Sullivan sei ihr Ruhepol, er begleitete sie auch auf Tourneen.

Die beiden verbrachten viel Zeit in ihrer Villa an der Algarve in Portugal, wo Bonnie Tyler auch in ihren letzten Lebensmonaten behandelt wurde. Dort, im heimischen Pool, hatte sie erst mit Ende sechzig und während der Corona-Pause überhaupt schwimmen gelernt – ein Umstand, über den sie selbst schmunzeln musste. Ins offene Meer wagte sie sich hingegen nie. „Ich möchte nicht im Bikini auf fremden Facebook-Fotos landen.“

Dafür bezeichnete sie sich als Familienmenschen. Kinder hatte sie mit ihrem Mann nicht, aber drei Schwestern,
zwei Brüder und zahlreiche Nichten und Neffen, die regelmäßig bei ihr zusammenkamen.

Dass sie bis ins hohe Alter noch auf der Bühne stehen konnte, hat sie selbst überrascht. Sie gab ja in diesem Jahr noch Konzerte im Zuge ihrer „Just Live“-Tournee. Weitere Auftritte waren geplant. Ihre Lieder klingen nach. rüth
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