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Ausgabe Nr. 28/2026 vom 08.07.2026, Foto: Steph Gomez
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Taylor Momsen, 32.
Taylor Momsen:
Nach Spinnenbiss fast ein Bein verloren
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Sie wirkte bereits im Alter von drei Jahren in einem Werbefilm mit, hatte mit sieben eine Hauptrolle im Film „Der Grinch“ und wurde als Teenager in der Fernseh-Serie „Gossip Girl“ berühmt.

Doch mit 18 Jahren hatte Taylor Momsen genug von der Schauspielerei und widmete sich ihrer Karriere als Sängerin der amerikanischen Rock-Alternative-Band „The Pretty Reckless“. Der WOCHE-Reporter
Steffen Rüth traf die 32jährige im Münchener Hotel „Bayerischer Hof“. Der Anlass des Gespräches ist das vorzügliche neue Album „Dear God“, zunächst aber galt es, eine andere Frage zu klären …
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Frau Momsen, Sie touren seit nunmehr zwei Jahren mit „AC/DC“ um die Welt. Was ist das Schöne daran, mit Angus Young und Kollegen unterwegs zu sein?

Wir haben uns einfach gern. Bei meinem ersten Geburtstag auf dieser Tour wurde ich in Sevilla (Spanien) während eines Auftrittes von einer Fledermaus gebissen. Seitdem nennt mich Angus „Batgirl“ – ein Spitzname, der geblieben ist. Sie haben sogar eine Fledermaus-Geburtstagsfeier für mich geschmissen, mit Kuchen und Teufelshörnern in Fledermausform. Sie sind einfach die Größten. Es ist irgendwie ein bizarrer Satz, laut auszusprechen, dass „AC/DC“ zu meinen engsten Freunden im Leben zählen, aber es ist wirklich wahr.

Erst war es eine Fledermaus, neulich hat Sie eine Spinne erwischt. Was war da wieder los?

Die Sache mit der Spinne war viel schlimmer als der Fledermausbiss. Ich kann nur allen raten: Lasst euch nie von giftigen Spinnen beißen – die wollen einen wirklich umbringen. Das passierte auch wieder auf der „AC/DC“-Tour, dieses Mal in Lateinamerika. Ich spürte zuerst nur einen Biss, der juckte, aber am nächsten Tag, kurz vor der Show, war mein Bein aufgebläht wie ein Ballon. Ich wusste, das war kein normaler Spinnenbiss.

Sie mussten sogar im Spital in Mexiko behandelt werden,
nicht wahr?


Genau, es war beängstigend. Als das Wort „Amputation“ im Raum stand, wurde es ernst. Ich hatte aber am nächsten Abend eine Show und habe mich gegen ärztlichen Rat selbst aus dem Spital entlassen. Ich musste Formulare unterschreiben, die besagten, dass im Falle meines Todes keine Verantwortung für die Klinik bestand. Aber ich habe überlebt, das Bein ist noch dran – nur eine große Narbe direkt unterhalb des Knies wird wohl bleiben. Ich hatte wieder mein bizarres Glück, das mich schon mein ganzes Leben lang verfolgt. Danach war ich allerdings einen ganzen Monat außer Gefecht. Zum Glück war das neue Album „Dear God“ zu dem Zeitpunkt schon fertig.

Schreiben Sie diese Geschichten in einem Buch auf?

Ich schreibe sowieso ständig. Schreiben ist ein Teil meiner Identität. Ich wüsste nicht, wer ich ohne das Schreiben wäre. Vielleicht wird irgendwann tatsächlich ein Buch daraus.

Auch zahlreiche Lieder auf „Dear God“ wirken, als hätten Sie die Worte direkt aus Ihrem Tagebuch entnommen …

Das ist auch so, an vielen Stellen fast wortwörtlich. Ich weiß, dass meine Texte brutal verwundbar und höllisch ehrlich sind, aber anders könnte ich gar nicht schreiben. Ich schreibe Musik vor allem für mich – weil Schreiben die Art ist, wie ich mein Leben verarbeite, wie ich mich selbst verstehe und wie ich die Welt um mich herum begreife. Das mache ich von klein auf, ich kenne es nicht anders. Erst kurz vor der Veröffentlichung eines Albums wird mir jedes Mal wieder klar, wie intim und persönlich das ist, was ich mit der Welt teile.

Im Titellied „Dear God“ geht es auch um das Älterwerden des Körpers. Stehen das Altern und das Jungbleiben durch die Musik für Sie im Widerspruch?

Es gibt tatsächlich eine körperliche Seite des Älterwerdens, die schmerzt, und gerade als Frau kann das einschüchternd sein. Ich habe in den vergangenen Jahren viel Verlust erlebt – das prägt mich bis heute jeden einzelnen Tag, und wird es für den Rest meines Lebens tun. Aber im großen Ganzen des Rock ‘n‘ Roll hält Musik die Seele jung. Am Ende ist das Alter nur eine Zahl. Es geht darum, das Leben so gut wie möglich auszuschöpfen, denn niemand weiß, wie lange wir hier sind.

Welche Bedeutung hat Gott für Sie?

Ich praktiziere keine organisierte Religion, aber im Kontext des Albums ist Gott für mich Hoffnung. Er ist etwas Größeres als wir selbst, jemand, an den wir uns wenden können. Ich glaube, das hat jeder Mensch in sich, ob gläubig oder atheistisch: dieses Flehen kurz vor dem Einschlafen, dieser Wunsch, dass etwas gut ausgeht. Gott ist für mich das hoffnungsvolle Konzept, dass es am Ende eines nicht immer einfachen Lebens Erlösung geben wird.
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