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Ausgabe Nr. 28/2026 vom 08.07.2026, Fotos: APA-Images
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Tom Hanks wird 70.
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Hanks mit Rita Wilson (Mi.) und seinen Kindern Colin (2. v. li.), Chet, Elizabeth und Truman (re.).
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1984 in „Splash – Eine Jungfrau am Haken“.
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Hanks als Forrest Gump (1994).
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„Greyhound“ (2020).
Tom Hanks wird 70:
Amerikas Geschichtenerzähler
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Kaum ein Schauspieler verkörpert den „Durchschnittsmenschen“ so wie Tom Hanks. Ob als Schiffbrüchiger, Kapitän, Soldat oder Außenseiter – seit den 1980er Jahren begeistert der zweifache „Oscar“-Gewinner mit Figuren, die berühren und im Gedächtnis bleiben.
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Tom Hanks steht wieder auf der Kommandobrücke. Fast sechs Jahre nach dem Film „Greyhound“ arbeitet der Schauspieler derzeit an der Fortsetzung des Kriegsdramas – als Hauptdarsteller in der Rolle des US-Marineoffiziers Ernest Krause und auch als Drehbuchautor. „In ,Greyhound‘ steht menschliches Verhalten und die enorme psychische Belastung im Vordergrund“, erklärt Hanks, was ihn an seiner Figur fasziniert.

„Im zweiten Teil, der 2027 zu sehen sein wird, geht es darum, herauszufinden, was der Unterschied zwischen Überleben und Nicht-Überleben ist. Überleben ist Durchhaltevermögen und ein allumfassender Glaube an die Fähigkeit, ein verdammtes Problem nach dem anderen zu lösen. Ist das nicht irgendwie wie das Leben selbst?“, fragt Hanks.

Die Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Bereits 1998 verkörperte Hanks in „Der Soldat James Ryan“ den US-Hauptmann John Miller. „Das gute an dem Film ist, dass die Zuschauer uns darin als Menschen erkennen.
Sie können sich selbst an diesen Ort am Omaha Beach (F) versetzen. Genau das hat er bei mir ausgelöst – eine persönliche Erfahrung statt bloß einer historischen“, sagt Hanks über die Rolle, die bis heute zu seinen eindrucksvollsten zählt. Für die Regie zeichnete Steven Spielberg, 79, verantwortlich. Mit ihm verbindet Hanks eine jahrzehntelange Freundschaft.

Gemeinsam widmeten sie sich Projekten über den Zweiten Weltkrieg und produzierten etwa die preisgekrönten Miniserien „Band of Brothers“ (2001) oder „Masters of the Air“ (2024). Auf dem Bezahlsender History Channel läuft derzeit außerdem die 20-stündige Doku „Der Zweite Weltkrieg mit Tom Hanks“.

Dass ihn dieses Kapitel der Geschichte so beschäftigt, hat auch persönliche Gründe. Hanks‘ Vater Amos Mefford Hanks (1924–1992) diente während des Zweiten Weltkrieges bei der US-Marine. „Durch ,Der Soldat James Ryan‘ konnte ich der Erkennungsmarke, die mein Vater mit nach Hause gebracht hatte und die mir als Kind immer mysteriös erschien, Gesichter und Worte geben.“ Diese Verbindung zur Kriegsgeneration sei ein wichtiger Teil seiner Familiengeschichte.

Geboren wurde Thomas Jeffrey Hanks am 9. Juli 1956 in Concord, im US-Bundesstaat Kalifornien, als drittes von vier Kindern. Die Ehe der Eltern – sein Vater lernte Hanks‘ Mutter Janet Frager (1932–2016) in einem Café kennen – hielt nur elf Jahre. Die beiden ließen sich scheiden, als Tom gerade einmal fünf Jahre alt war.

„Mein Vater war ein autoritärer Mensch. Es gab keine Erklärungen. Es wurde getan, was er sagte“, erinnert er sich an seine Kindheit. Dazu hätten auch zehn Umzüge in zehn Jahren gehört, was ihn als Kind geprägt habe. „Schon als Siebenjähriger verbrachte ich viel Zeit damit, mit dem Überland-Bus zwischen dem Wohnort meiner Mutter und dem meines Vaters hin- und herzufahren“, erzählt Hanks. „Fünf Stunden, in denen ich einfach nur vor mich hin träumte, aus dem Fenster schaute und die Menschen und vorbeifahrenden Autos beobachtete. Da ich dort nun einmal still sitzen musste, stellte ich mir vor, was wohl gerade vor sich ging“, erklärt er, wie diese Erfahrung ihn dazu inspirierte, ein „Geschichtenerzähler“ zu werden.

Während der High-School-Zeit entdeckte Hanks seine Liebe zur Schauspielerei. Nach dem Abschluss begann er ein Schauspielstudium an der „California State University“, wo er auch seine erste Frau Susan Dillingham (1952–2002) – ihr Künstlername war Samantha Lewes –, kennenlernte. Im Jahr 1977 wurde deren gemeinsamer Sohn Colin geboren, 1982 dann Tochter Elizabeth.

„Ich bin ein Kind aus einer ersten (nicht berühmten) Ehe“, schreibt die 44jährige Hanks-Tochter in ihren 2025 veröffentlichten Memoiren „The 10: A Memoir of Family and the Open Road“ (Verlag Gallery Books). Sie erzählt darin von den Herausforderungen, mit denen sie und ihr Bruder nach der Scheidung der Eltern im Jahr 1985 konfrontiert waren. „Die Realität meiner Kindheit war, dass mein Vater nicht da war. Manchmal vergingen Monate, ohne dass ich ihn sah, obwohl er oft anrief.“

Hanks selbst gab später zu, als Vater Fehler gemacht zu haben. „Du verletzt die Kinder irgendwie immer wieder und wenn sie älter werden, kommst du und sagst: ‚Hey, kann ich mit dir darüber reden, was für ein Idiot ich all die Jahre war?‘“

Während sein Privatleben von Höhen und Tiefen geprägt war, entwickelte sich Hanks beruflich zu einem der gefragtesten Schauspieler Hollywoods. Nach seinen Anfängen beim Fernsehen drehte er einige erfolgreiche Kino-Komödien, etwa „Splash“ (1984).

Der internationale Durchbruch gelang ihm schließlich 1988 mit dem Film „Big“, der ihm seine erste „Oscar“-Nominierung einbrachte. Den „Oscar“ als bester Hauptdarsteller gewann Hanks schließlich gleich zwei Mal in Folge: 1994 für seine Darstellung des an AIDS erkrankten Anwaltes Andrew Beckett in „Philadelphia“, ein Jahr später für seine Rolle als gutmütiger Außenseiter Forrest Gump im gleichnamigen Film. Es folgten zahlreiche weitere Erfolge mit Filmen wie „Schlaflos in Seattle“ (1993), „Apollo 13“ (1995), „Cast Away – Verschollen“ (2000), „Captain Phillips“ (2013) oder der Animationsfilmreihe „Toy Story“, in der Hanks seit 1995 dem Cowboy Woody seine Stimme leiht. Im Jahr 2002 wurde der Kalifornier als bisher jüngster Preisträger mit dem „AFI Life Achievement Award“ für sein Lebenswerk geehrt.

Privat fand Hanks sein Glück an der Seite der Schauspielerin Rita Wilson, 69. Das Paar heiratete 1988 und hat zwei gemeinsame Söhne, Chet, 35, und Truman, 30.

Im Jahr 2013 machte Hanks, der als einer der nahbarsten Hollywood-„Stars“ gilt, seine Typ-2-Diabetes- Diagnose öffentlich. „Ich bin Teil dieser faulen amerikanischen Generation, die einfach blind durchgefeiert hat und sich jetzt mit der einen oder anderen Krankheit auseinandersetzen muss.“ Abseits der Filmkameras gilt Hanks als leidenschaftlicher Sammler historischer Schreibmaschinen. Seine rund 300 Exemplare faszinieren ihn, weil „jede ihre eigene Geschichte erzählt“. rz
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