Deep Purple:
Der Menschheit auf den Zahn gefühlt
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Der britische Frontmann von „Deep Purple“, Ian Gillan (2. v. re.), ist bereits 80 Jahre alt und seit Jahrzehnten äußerst erfolgreich im Geschäft. Doch wenn es darum geht, ein neues Album vorzustellen, dann schlägt sein Herz nach wie vor höher und er zeigt eine leise Anspannung. So wie jetzt bei der Präsentation von „Splat!“ (ab Freitag im Handel). Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat nachgefragt.
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Herr Gillan, geht es Ihnen gut?
Ja, alles bestens. Ich bin guter Dinge und sogar ein bisschen aufgeregt. Ich finde es immer klasse, wenn es etwas Neues gibt, über das ich reden kann.
Sie kommen direkt von einem Konzert in Kasachstan. Davor waren Sie in Südkorea und in Japan. In Tokio haben Sie sich sogar mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi getroffen. Welchen Eindruck haben Sie von ihr?
Sie ist eine kluge Frau. Zum Glück haben wir nicht über Politik gesprochen, sondern über Musik. Sie ist gelernte Schlagzeugerin und mag Hardrock. Natürlich hat es sich Ian Paice nicht nehmen lassen, ihr ein Schlagzeug zu schenken.
Hat sie sich gefreut?
Sie war begeistert.
Aber hoffentlich nimmt sie ihm nicht die Arbeit weg?
Nein, nein, niemand wird Ian ersetzen. Ich denke, sie ist klug genug, um rechtzeitig erkannt zu haben, dass das Dasein als Berufsschlagzeugerin ein hartes und karges sein kann. Deshalb ist sie wohl lieber Premierministerin geworden.
Sie machen einen ausgesprochen gut erholten und
entspannten Eindruck.
Aus Fernost haben Sie Ihre Bräune vermutlich nicht, oder?
Das ist die Bräune Portugals. Das Leben in Portugal bekommt mir ausgezeichnet. Ich lebe im Süden, in den Hügeln, etwa 25 Minuten von Faro entfernt. Es ist herrlich ruhig dort. Auf Tour sind wir in einer neuen Stadt pro Tag, vier oder fünf Städte pro Woche – umso schöner ist es, nach Hause zu kommen, die Wäsche zu machen, die Sonne zu spüren und ins Wasser zu gehen. Ich habe ein kleines Boot, mit dem ich oft zu den Inseln in der Lagune hinausfahre. Dort gibt es ein paar Strandrestaurants, die ich mag, mit einfacher, extrem guter Küche. Am liebsten bestelle ich den Steinbarsch oder die Venusmuscheln.
Auf dem Foto Ihres neuen Albums „Splat!“ ist ein Mensch zu sehen, der in einem Fenster aus Zeit und Raum verschwindet. Wer ist das?
Das ist niemand Geringeres als die Menschheit. Das Ideenkonzept hinter „Splat!“ begleitet mich seit Jahren. Das Problem war, dass mir das Ganze als zu hoffnungslos erschien. Und dann kam die Metamorphose ins Bild, mir fiel das Bild des Schmetterlings ein, und plötzlich hatte das Ganze einen Ausweg, der auch Hoffnung machen kann.
Die Raupe, die Verpuppung – das ist mein Schlüssel. Das Insekt trifft die Windschutzscheibe, und in meiner Vorstellung ist das Letzte, was durch seinen Kopf geht, sein eigener Hintern. Dann trete ich in Erscheinung, fliege durch meine eigene Windschutzscheibe in die Vergangenheit, und das Erste, was durch meinen Schädel geht, ist König Artus, gefolgt vom Römischen Reich.
Die Menschheit erscheint mir plötzlich wie Schachfiguren, um sich dann aufzulösen und zu einer eigenen Energieform zu mutieren. Das ist der metaphysische Kern des Albums.
Das Album hat auch politische Züge, etwa im Titel „Arrogant Boy“. Sprechen Sie mit Ihren Freunden über Politik?
Nein, das bringt nur Ärger (lacht).
Ja, alles bestens. Ich bin guter Dinge und sogar ein bisschen aufgeregt. Ich finde es immer klasse, wenn es etwas Neues gibt, über das ich reden kann.
Sie kommen direkt von einem Konzert in Kasachstan. Davor waren Sie in Südkorea und in Japan. In Tokio haben Sie sich sogar mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi getroffen. Welchen Eindruck haben Sie von ihr?
Sie ist eine kluge Frau. Zum Glück haben wir nicht über Politik gesprochen, sondern über Musik. Sie ist gelernte Schlagzeugerin und mag Hardrock. Natürlich hat es sich Ian Paice nicht nehmen lassen, ihr ein Schlagzeug zu schenken.
Hat sie sich gefreut?
Sie war begeistert.
Aber hoffentlich nimmt sie ihm nicht die Arbeit weg?
Nein, nein, niemand wird Ian ersetzen. Ich denke, sie ist klug genug, um rechtzeitig erkannt zu haben, dass das Dasein als Berufsschlagzeugerin ein hartes und karges sein kann. Deshalb ist sie wohl lieber Premierministerin geworden.
Sie machen einen ausgesprochen gut erholten und
entspannten Eindruck.
Aus Fernost haben Sie Ihre Bräune vermutlich nicht, oder?
Das ist die Bräune Portugals. Das Leben in Portugal bekommt mir ausgezeichnet. Ich lebe im Süden, in den Hügeln, etwa 25 Minuten von Faro entfernt. Es ist herrlich ruhig dort. Auf Tour sind wir in einer neuen Stadt pro Tag, vier oder fünf Städte pro Woche – umso schöner ist es, nach Hause zu kommen, die Wäsche zu machen, die Sonne zu spüren und ins Wasser zu gehen. Ich habe ein kleines Boot, mit dem ich oft zu den Inseln in der Lagune hinausfahre. Dort gibt es ein paar Strandrestaurants, die ich mag, mit einfacher, extrem guter Küche. Am liebsten bestelle ich den Steinbarsch oder die Venusmuscheln.
Auf dem Foto Ihres neuen Albums „Splat!“ ist ein Mensch zu sehen, der in einem Fenster aus Zeit und Raum verschwindet. Wer ist das?
Das ist niemand Geringeres als die Menschheit. Das Ideenkonzept hinter „Splat!“ begleitet mich seit Jahren. Das Problem war, dass mir das Ganze als zu hoffnungslos erschien. Und dann kam die Metamorphose ins Bild, mir fiel das Bild des Schmetterlings ein, und plötzlich hatte das Ganze einen Ausweg, der auch Hoffnung machen kann.
Die Raupe, die Verpuppung – das ist mein Schlüssel. Das Insekt trifft die Windschutzscheibe, und in meiner Vorstellung ist das Letzte, was durch seinen Kopf geht, sein eigener Hintern. Dann trete ich in Erscheinung, fliege durch meine eigene Windschutzscheibe in die Vergangenheit, und das Erste, was durch meinen Schädel geht, ist König Artus, gefolgt vom Römischen Reich.
Die Menschheit erscheint mir plötzlich wie Schachfiguren, um sich dann aufzulösen und zu einer eigenen Energieform zu mutieren. Das ist der metaphysische Kern des Albums.
Das Album hat auch politische Züge, etwa im Titel „Arrogant Boy“. Sprechen Sie mit Ihren Freunden über Politik?
Nein, das bringt nur Ärger (lacht).
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