Große Hitze belastet das Herz schwer
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Anhaltende Sommerhitze mit mehr als 30° Celsius bringt ältere Menschen schnell an den Rand ihrer Kräfte. Dr. Patricia Walentiny aus Kärnten verrät, welchen Gefahren Ältere ausgesetzt sind.
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Der Sommer ist eine wunderbare Jahreszeit. Er bringt uns die längsten Tage, wir grillen im Freien mit Familie und Freunden, vergnügen uns an Badeseen und fahren ans Meer. Doch unsere Sommer werden heißer und bringen für unser Land häufig untypisch hohe Temperaturen, meist in Form von „Hitzewellen“.
Während junge und gesunde Menschen überdurchschnittlich hohe Temperaturen gut verkraften, stellen sie für ältere eine Herausforderung, mitunter eine gesundheitliche Gefahr dar.
Davor warnen Mediziner wie OÄ Dr. Patricia Walentiny, vom Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt. Die Leiterin des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation verrät, worauf ältere Menschen bei Hitzewellen achten müssen.
Dr. Walentiny, mit welchem Gesundheitsproblem kämpfen ältere Menschen an Hitzetagen häufig?
Mit Flüssigkeitsmangel. Bei einem Flüssigkeitsmangel von ein bis zwei Prozent der Körpermasse, das sind etwa 1,4 Liter bei einem Körpergewicht von 70 Kilo, muss mit Leistungseinschränkungen gerechnet werden.
Wie macht sich das bemerkbar?
Mit Schwäche, Schwindel, Apathie, Lethargie und einer erhöhten Sturzneigung. Die Wahrnehmung kann ein-
geschränkt sein, Verwirrtheit kann auftreten.
Kann das lebensbedrohlich werden?
Ein Flüssigkeitsmangel von 20 Prozent der Körpermasse gilt als lebensbedrohlich. Etwa jeder fünfte von 100 Patienten, der mit dieser Diagnose ins Spital gebracht wird, stirbt innerhalb von 30 Tagen nach der Aufnahme. Gefährliche Symptome sind plötzlicher Gewichtsverlust, Blutdruckabfall, Herzrasen, Krampfanfälle, Thrombosen sowie Kreislauf- und Nierenversagen.
Belastet die Sommerhitze ein altes Herz?
Ja. Das Blut wird zähflüssiger. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Hinzu kommt, dass bei zu geringem Blutvolumen das Herz schlechter durchblutet wird. Es muss schneller schlagen. Wird zu lange zu wenig getrunken, erhöht sich das Risiko für Herzversagen.
Warum lässt im Alter der Durst nach?
Die Sinneswahrnehmung verändert sich. Die Sensoren, die dem Gehirn signalisieren, dass getrunken werden muss, melden häufig zu früh, dass der Bedarf gedeckt sei. Zusätzlich nimmt die fettfreie Körpermasse und damit der Wassergehalt des Körpers ab. Der Durst setzt oft erst dann ein, wenn bereits ein Mangel vorliegt. Mein Tipp, stellen Sie sich die Trinkration für den Tag bereits in der Früh sicht- und greifbar bereit. Variieren Sie Ihre Getränke und planen Sie bewusst Trinkzeiten ein.
Bei Hitze sinkt der Blutdruck. Warum ist das so?
Nehmen wir zu wenig Flüssigkeit auf, führt das zum Blutdruckabfall, da sich bei Hitze die Blutgefäße weiten. Kombiniert mit nächtlichem Wasserlassen kann das zu Stürzen auf dem Weg zur Toilette führen.
Wie viel sollten ältere Menschen trinken?
Ältere Menschen haben einen täglichen Bedarf an Flüssigkeit von etwa 30 Millilitern Wasser pro Kilo Körpergewicht. Ein Beispiel: Ein älterer Mensch mit einem Körpergewicht von 70 Kilo benötigt rund 2,1 Liter Flüssigkeit. Etwa 300 Milliliter Wasser entstehen durch Stoffwechselprozesse in den Körperzellen. Rund 700 Milliliter werden über feste Nahrung aufgenommen. Die restlichen 1,1 Liter müssen daher getrunken werden.
Und wenn es 30 Grad Celsius und mehr hat?
Aus medizinischer Sicht sind dann ein bis zwei Liter
zusätzlich ratsam.
Gibt es Patienten, die bei den Trinkmengen
aufpassen müssen?
Ja, Patienten mit Herzschwäche und bestimmten
Nieren- und Lebererkrankungen. Ein geschwächtes
Herz kann überschüssiges Wasser nicht effektiv aus dem Körper pumpen, was zu gefährlichen Wassereinlager-
ungen in den Beinen oder in der Lunge führen kann.
Eine Begrenzung der täglichen Trinkmenge kann notwendig sein.
Welche Getränke empfehlen Sie?
Trink- und Mineralwasser, insbesondere Mineralwasser mit mehr als 150 mg/Liter Kalzium und mehr als 50 mg/Liter Magnesium, verdünnte Fruchtsäfte, Kräuter- und Früchtetees.
Kaffee trägt entgegen anderslautenden Aussagen zur Flüssigkeitsversorgung bei. Essen Sie wasserreiche Lebensmittel wie Melonen, Kompott, Paradeiser, Gurken, Suppen und Milchprodukte. Gegen ein gelegentliches Glas Bier oder Wein spricht nichts, sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegen vorliegen.
Worauf ist bei Medikamenten zu achten?
Es gibt Medikamente, die die Ausscheidung von Wasser über die Nieren erhöhen, etwa bestimmte Medikamente gegen Herzschwäche. Problematisch sind Arzneimittel, die eine verstärkte Harnausscheidung bewirken. Dadurch kommt es zum Flüssigkeits-
verlust. Die Trinkmenge sowie
die Art und Anzahl der Medikamente im Hinblick auf Hitzeperioden
mit dem Arzt abstimmen.
Was sollten Senioren noch wissen?
Durch hitzebedingten Salz- und Flüssigkeitsverlust kann es passieren, dass der Körper mehr Wärme aufnimmt, als er durch Schwitzen abgibt. Das kann zu einem „Hitzschlag“ führen, einer gefährlichen Erhöhung der Körpertemperatur. Kommt es zum Kreislaufschock und zu Bewusstseinsstörungen, besteht Lebensgefahr.
Tipps, um gefahrlos durch den Sommer zu kommen
Nie direkt nach dem Sonnenbad ins Wasser springen. Kaltes Wasser verengt die Blutgefäße. Das kann
zu Atemnot, Ohnmacht oder Herzstillstand führen.
Ventilatoren richtig nutzen.
Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit („Schwüle“) und Windstille verhindern, dass Schweiß verdunstet. Ohne Verdunstungskühlung steigt die gefühlte Temperatur aber massiv an.
Der Luftstrom des Ventilators kühlt, da der Schweiß schneller verdunstet. Aufgrund der Verdunstung sollte
dabei stets ausreichend getrunken werden.
Ab etwa 35 °C kühlt ein Ventilator jedoch nicht mehr,
da die Luft wärmer ist als die Körpertemperatur.
Achtung vor Verbrennung mit dem Gartenschlauch.
Wasser im Gartenschlauch wird durch direkte Sonneneinstrahlung bis zu 60 Grad warm. Wer damit abgespritzt wird, erleidet schmerzhafte Verbrühungen.
Den Körper kühl halten (auch unterwegs):
Reiben Sie Füße, Rücken und Beine öfters mit kühlenden Gels oder Franzbranntwein ein.
Die Körperkerntemperatur (rund um die Organe) stabil halten:
Bei Säuglingen und Menschen ab 65 Jahren ist die körpereigene Temperaturregelung rasch überfordert.
Hitze kann die Körperkerntemperatur von
37°C erhöhen. Bereits ab 0,5 °C mehr muss das Herz mehr arbeiten.
Bei 39 °C Körperkerntemperatur treten Übelkeit, Muskelkrämpfe und Schwindel auf, ab
40 °C besteht akute Lebensgefahr, weil die Eiweiße im Körper verklumpen.
Während junge und gesunde Menschen überdurchschnittlich hohe Temperaturen gut verkraften, stellen sie für ältere eine Herausforderung, mitunter eine gesundheitliche Gefahr dar.
Davor warnen Mediziner wie OÄ Dr. Patricia Walentiny, vom Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt. Die Leiterin des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation verrät, worauf ältere Menschen bei Hitzewellen achten müssen.
Dr. Walentiny, mit welchem Gesundheitsproblem kämpfen ältere Menschen an Hitzetagen häufig?
Mit Flüssigkeitsmangel. Bei einem Flüssigkeitsmangel von ein bis zwei Prozent der Körpermasse, das sind etwa 1,4 Liter bei einem Körpergewicht von 70 Kilo, muss mit Leistungseinschränkungen gerechnet werden.
Wie macht sich das bemerkbar?
Mit Schwäche, Schwindel, Apathie, Lethargie und einer erhöhten Sturzneigung. Die Wahrnehmung kann ein-
geschränkt sein, Verwirrtheit kann auftreten.
Kann das lebensbedrohlich werden?
Ein Flüssigkeitsmangel von 20 Prozent der Körpermasse gilt als lebensbedrohlich. Etwa jeder fünfte von 100 Patienten, der mit dieser Diagnose ins Spital gebracht wird, stirbt innerhalb von 30 Tagen nach der Aufnahme. Gefährliche Symptome sind plötzlicher Gewichtsverlust, Blutdruckabfall, Herzrasen, Krampfanfälle, Thrombosen sowie Kreislauf- und Nierenversagen.
Belastet die Sommerhitze ein altes Herz?
Ja. Das Blut wird zähflüssiger. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Hinzu kommt, dass bei zu geringem Blutvolumen das Herz schlechter durchblutet wird. Es muss schneller schlagen. Wird zu lange zu wenig getrunken, erhöht sich das Risiko für Herzversagen.
Warum lässt im Alter der Durst nach?
Die Sinneswahrnehmung verändert sich. Die Sensoren, die dem Gehirn signalisieren, dass getrunken werden muss, melden häufig zu früh, dass der Bedarf gedeckt sei. Zusätzlich nimmt die fettfreie Körpermasse und damit der Wassergehalt des Körpers ab. Der Durst setzt oft erst dann ein, wenn bereits ein Mangel vorliegt. Mein Tipp, stellen Sie sich die Trinkration für den Tag bereits in der Früh sicht- und greifbar bereit. Variieren Sie Ihre Getränke und planen Sie bewusst Trinkzeiten ein.
Bei Hitze sinkt der Blutdruck. Warum ist das so?
Nehmen wir zu wenig Flüssigkeit auf, führt das zum Blutdruckabfall, da sich bei Hitze die Blutgefäße weiten. Kombiniert mit nächtlichem Wasserlassen kann das zu Stürzen auf dem Weg zur Toilette führen.
Wie viel sollten ältere Menschen trinken?
Ältere Menschen haben einen täglichen Bedarf an Flüssigkeit von etwa 30 Millilitern Wasser pro Kilo Körpergewicht. Ein Beispiel: Ein älterer Mensch mit einem Körpergewicht von 70 Kilo benötigt rund 2,1 Liter Flüssigkeit. Etwa 300 Milliliter Wasser entstehen durch Stoffwechselprozesse in den Körperzellen. Rund 700 Milliliter werden über feste Nahrung aufgenommen. Die restlichen 1,1 Liter müssen daher getrunken werden.
Und wenn es 30 Grad Celsius und mehr hat?
Aus medizinischer Sicht sind dann ein bis zwei Liter
zusätzlich ratsam.
Gibt es Patienten, die bei den Trinkmengen
aufpassen müssen?
Ja, Patienten mit Herzschwäche und bestimmten
Nieren- und Lebererkrankungen. Ein geschwächtes
Herz kann überschüssiges Wasser nicht effektiv aus dem Körper pumpen, was zu gefährlichen Wassereinlager-
ungen in den Beinen oder in der Lunge führen kann.
Eine Begrenzung der täglichen Trinkmenge kann notwendig sein.
Welche Getränke empfehlen Sie?
Trink- und Mineralwasser, insbesondere Mineralwasser mit mehr als 150 mg/Liter Kalzium und mehr als 50 mg/Liter Magnesium, verdünnte Fruchtsäfte, Kräuter- und Früchtetees.
Kaffee trägt entgegen anderslautenden Aussagen zur Flüssigkeitsversorgung bei. Essen Sie wasserreiche Lebensmittel wie Melonen, Kompott, Paradeiser, Gurken, Suppen und Milchprodukte. Gegen ein gelegentliches Glas Bier oder Wein spricht nichts, sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegen vorliegen.
Worauf ist bei Medikamenten zu achten?
Es gibt Medikamente, die die Ausscheidung von Wasser über die Nieren erhöhen, etwa bestimmte Medikamente gegen Herzschwäche. Problematisch sind Arzneimittel, die eine verstärkte Harnausscheidung bewirken. Dadurch kommt es zum Flüssigkeits-
verlust. Die Trinkmenge sowie
die Art und Anzahl der Medikamente im Hinblick auf Hitzeperioden
mit dem Arzt abstimmen.
Was sollten Senioren noch wissen?
Durch hitzebedingten Salz- und Flüssigkeitsverlust kann es passieren, dass der Körper mehr Wärme aufnimmt, als er durch Schwitzen abgibt. Das kann zu einem „Hitzschlag“ führen, einer gefährlichen Erhöhung der Körpertemperatur. Kommt es zum Kreislaufschock und zu Bewusstseinsstörungen, besteht Lebensgefahr.
Tipps, um gefahrlos durch den Sommer zu kommen
Nie direkt nach dem Sonnenbad ins Wasser springen. Kaltes Wasser verengt die Blutgefäße. Das kann
zu Atemnot, Ohnmacht oder Herzstillstand führen.
Ventilatoren richtig nutzen.
Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit („Schwüle“) und Windstille verhindern, dass Schweiß verdunstet. Ohne Verdunstungskühlung steigt die gefühlte Temperatur aber massiv an.
Der Luftstrom des Ventilators kühlt, da der Schweiß schneller verdunstet. Aufgrund der Verdunstung sollte
dabei stets ausreichend getrunken werden.
Ab etwa 35 °C kühlt ein Ventilator jedoch nicht mehr,
da die Luft wärmer ist als die Körpertemperatur.
Achtung vor Verbrennung mit dem Gartenschlauch.
Wasser im Gartenschlauch wird durch direkte Sonneneinstrahlung bis zu 60 Grad warm. Wer damit abgespritzt wird, erleidet schmerzhafte Verbrühungen.
Den Körper kühl halten (auch unterwegs):
Reiben Sie Füße, Rücken und Beine öfters mit kühlenden Gels oder Franzbranntwein ein.
Die Körperkerntemperatur (rund um die Organe) stabil halten:
Bei Säuglingen und Menschen ab 65 Jahren ist die körpereigene Temperaturregelung rasch überfordert.
Hitze kann die Körperkerntemperatur von
37°C erhöhen. Bereits ab 0,5 °C mehr muss das Herz mehr arbeiten.
Bei 39 °C Körperkerntemperatur treten Übelkeit, Muskelkrämpfe und Schwindel auf, ab
40 °C besteht akute Lebensgefahr, weil die Eiweiße im Körper verklumpen.
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