Bleachers: „Rituale machen mich richtig frei“
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Er ist einer der gefragtesten Produzenten der Welt. Mit Taylor Swift hat Jack Antonoff (2. v. re.) ebenso erfolgreich zusammengearbeitet wie
mit Lana Del Rey. Daneben hat der 42jährige, der hauptsächlich in New York (USA) lebt, noch eine eigene Band. Mit seinen „Bleachers“ hat er nun das Album „Everyone for Ten Minutes“ veröffentlicht. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit Antonoff darüber gesprochen und von festen Ritualen erfahren.
mit Lana Del Rey. Daneben hat der 42jährige, der hauptsächlich in New York (USA) lebt, noch eine eigene Band. Mit seinen „Bleachers“ hat er nun das Album „Everyone for Ten Minutes“ veröffentlicht. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit Antonoff darüber gesprochen und von festen Ritualen erfahren.
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Herr Antonoff, ich erreiche Sie am frühen Morgen in
Los Angeles (USA). Genügt Ihnen ein Kaffee, um in den Tag zu kommen?
Ach, ich habe jede Menge Rituale – aber sie sind ortsabhängig. Gerade halte ich mich in einem Hotel auf, also ist alles ein bisschen anders. Wenn ich zu Hause in New York bin, gibt es ein festes Ritual. Wenn ich ins Electric Lady Studio gehe, wo ich meistens arbeite, gibt es wieder ein anderes. Ich ziehe gern dieselben Gewohnheiten eine Woche lang konsequent durch. Die gleichen Mahlzeiten, dieselben Lokale, die gleichen Tagesabläufe. Und dann mache ich plötzlich wieder etwas völlig anderes.
Wofür ist das gut?
Wenn ich feste Gewohnheiten und Rituale pflege, dann fühle ich mich im Studio wirklich frei.
Das heißt: Wenn alles um Sie herum geordnet ist,
können Sie im Studio loslassen und befreiter arbeiten?
Genau. In meinem Kopf geht ständig so viel vor sich – da hilft es mir nicht, Drogen zu nehmen oder irgendwas Verrücktes zu essen. Ich wache auf und gehe zur Arbeit. Ich bin wie ein Mönch.
Immerhin ein Mönch, der seit drei Jahren mit der Schauspielerin Margaret Qualley, 31, verheiratet ist …
Oh ja, ich lebe nicht zölibatär. Aber als ein Mönch in dem Sinne, dass meine Absichten und Ziele jeden Tag klar und gleichbleibend sind.
Wenn Sie an der Musik arbeiten oder Texte schreiben – ist das für Sie eine Möglichkeit, diesem Kopfchaos Struktur zu geben?
Struktur würde ich das nicht nennen. Die Musik ermöglicht mir eher, einen Sinn in dem zu finden, was ich fühle. Meine Gedanken springen ständig überall umher. Manchmal sitze ich da und denke darüber nach, wie seltsam unsere menschliche Kommunikation ist – das ist noch ein relativ leichter Gedanke. Und dann denke ich plötzlich daran, wie absurd es ist, dass Menschen einfach sterben. Und dann will ich darüber schreiben. Das Album ist in diesen Räumen zwischen meinen Denkanfällen entstanden. Es hat noch nie mehr Lärm da draußen gegeben, und gleichzeitig war es noch nie wichtiger, sich auf das zu besinnen, was einem wirklich etwas bedeutet.
Es gibt auf dem neuen Album „Everyone for Ten Minutes“ viele mitreißende, aufbauende Lieder wie „The Van“ mit Soul-Motown-Gefühl, oder „Sideways“, das
äußerst hymnisch wirkt …
Ich will artikulieren, wie es sich für mich anfühlt, am Leben zu sein. Ich fühle einen unglaublichen Mix aus allem gleichzeitig, und mich interessiert genau dieser komische Mix. Wir alle sind mittlerweile gut darin geworden, viele seltsame Informationen gleichzeitig zu halten. Früher, wenn etwas Furchtbares passierte, brauchten wir Tage, um die Nachricht zu verarbeiten. Heute hören wir irgendwas Schreckliches und müssen es sofort mit dem vermischen, was uns sonst so um die Ohren fliegt.
Fällt es Ihnen schwer, tiefe Gefühle zuzulassen?
Das ist nicht immer leicht, insbesondere, wenn es um traurige Gefühle und Erfahrungen geht, wie den frühen Tod meiner Schwester. Sie starb mit 13 Jahren, ich war 18. Noch nie ist ein gutes Lied entstanden, wenn man vor seinen Gefühlen flieht.
Sie arbeiten mit vielen namhaften Künstlerinnen.
Hängen Sie da oft am Telefon?
Natürlich. Ich lebe in derselben Welt wie alle. Da draußen gibt es diese schreckliche Kraft, die uns eingeredet hat, sie sei Gemeinschaft – aber das ist sie nicht. Die sozialen Medien sind ein großer Betrug, da geht es nur ums Geldverdienen.
Los Angeles (USA). Genügt Ihnen ein Kaffee, um in den Tag zu kommen?
Ach, ich habe jede Menge Rituale – aber sie sind ortsabhängig. Gerade halte ich mich in einem Hotel auf, also ist alles ein bisschen anders. Wenn ich zu Hause in New York bin, gibt es ein festes Ritual. Wenn ich ins Electric Lady Studio gehe, wo ich meistens arbeite, gibt es wieder ein anderes. Ich ziehe gern dieselben Gewohnheiten eine Woche lang konsequent durch. Die gleichen Mahlzeiten, dieselben Lokale, die gleichen Tagesabläufe. Und dann mache ich plötzlich wieder etwas völlig anderes.
Wofür ist das gut?
Wenn ich feste Gewohnheiten und Rituale pflege, dann fühle ich mich im Studio wirklich frei.
Das heißt: Wenn alles um Sie herum geordnet ist,
können Sie im Studio loslassen und befreiter arbeiten?
Genau. In meinem Kopf geht ständig so viel vor sich – da hilft es mir nicht, Drogen zu nehmen oder irgendwas Verrücktes zu essen. Ich wache auf und gehe zur Arbeit. Ich bin wie ein Mönch.
Immerhin ein Mönch, der seit drei Jahren mit der Schauspielerin Margaret Qualley, 31, verheiratet ist …
Oh ja, ich lebe nicht zölibatär. Aber als ein Mönch in dem Sinne, dass meine Absichten und Ziele jeden Tag klar und gleichbleibend sind.
Wenn Sie an der Musik arbeiten oder Texte schreiben – ist das für Sie eine Möglichkeit, diesem Kopfchaos Struktur zu geben?
Struktur würde ich das nicht nennen. Die Musik ermöglicht mir eher, einen Sinn in dem zu finden, was ich fühle. Meine Gedanken springen ständig überall umher. Manchmal sitze ich da und denke darüber nach, wie seltsam unsere menschliche Kommunikation ist – das ist noch ein relativ leichter Gedanke. Und dann denke ich plötzlich daran, wie absurd es ist, dass Menschen einfach sterben. Und dann will ich darüber schreiben. Das Album ist in diesen Räumen zwischen meinen Denkanfällen entstanden. Es hat noch nie mehr Lärm da draußen gegeben, und gleichzeitig war es noch nie wichtiger, sich auf das zu besinnen, was einem wirklich etwas bedeutet.
Es gibt auf dem neuen Album „Everyone for Ten Minutes“ viele mitreißende, aufbauende Lieder wie „The Van“ mit Soul-Motown-Gefühl, oder „Sideways“, das
äußerst hymnisch wirkt …
Ich will artikulieren, wie es sich für mich anfühlt, am Leben zu sein. Ich fühle einen unglaublichen Mix aus allem gleichzeitig, und mich interessiert genau dieser komische Mix. Wir alle sind mittlerweile gut darin geworden, viele seltsame Informationen gleichzeitig zu halten. Früher, wenn etwas Furchtbares passierte, brauchten wir Tage, um die Nachricht zu verarbeiten. Heute hören wir irgendwas Schreckliches und müssen es sofort mit dem vermischen, was uns sonst so um die Ohren fliegt.
Fällt es Ihnen schwer, tiefe Gefühle zuzulassen?
Das ist nicht immer leicht, insbesondere, wenn es um traurige Gefühle und Erfahrungen geht, wie den frühen Tod meiner Schwester. Sie starb mit 13 Jahren, ich war 18. Noch nie ist ein gutes Lied entstanden, wenn man vor seinen Gefühlen flieht.
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