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Ausgabe Nr. 25/2026 vom 17.06.2026, Fotos: AdobeStock, action press, APA-Images (2), dpa
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Die Kinder sind die Schaffner …
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… und geben die Signale.
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Der Fahrdienstleiter kümmert sich um den korrekten Ablauf.
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Bei dieser Bahn haben Kinder das Sagen
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Die Kindereisenbahn ist eine Schmalspurbahn in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Der Betrieb wird von Kindern im Alter von zehn bis 14 Jahren übernommen.
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Ein lauter Pfiff ertönt und die Türen einer rot-weiß lackierten Bahn in Ungarn schließen sich. Am Bahnsteig stehen die Mitarbeiter des Bahnhofes. Sie tragen eine dunkelblaue Uniform und salutieren, während sich der Zug langsam in Bewegung setzt.

Keiner der Bediensteten besitzt einen Führerschein, darf wählen oder legal Alkohol trinken. Trotzdem sorgen sie für einen reibungslosen Ablauf einer Eisenbahnstrecke inmitten der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Bei der Kindereisenbahn, auf Ungarisch „Gyermekvasút“ genannt, sorgen Schüler im Alter von zehn bis 14 Jahren für einen störungsfreien Betrieb. Erwachsene steuern zwar die Lokomotiven, doch alles andere liegt in den Händen der Kinder. Sie geben die Signale, bedienen die Weichen, begrüßen die Fahrgäste und kontrollieren im Zug die Fahrkarten. „Es ist eine Ehre, hier mitmachen zu dürfen. Nur wer ein guter Schüler ist, wird aufgenommen“, sagt Veronika Csák, die als Eisenbahnerin ihren Dienst versieht.

Gut bedeutet, nach unseren Maßstäben, nur Einser und Zweier im Zeugnis zu haben. Die ungarische Notenskala funktioniert umgekehrt. „Wer Vierer und Fünfer schreibt, gehört zu den Besten und darf dabei sein“, erzählt Viktor Váczi, der Pressesprecher der Bahn. Er selbst hat als Kind hier gearbeitet.

„Ich konnte es damals kaum erwarten, endlich in die vierte Klasse zu kommen, um an dem Kinderbahn-Kurs teilzunehmen“, sagt der Ungar. In diesem Kurs werden die Buben und Mädchen auf ihre Aufgaben als „Eisenbahner“ vorbereitet. Die Kindereisenbahn ist die weltweit längste Bahnstrecke, die von Kindern betrieben wird. „Auf der Strecke gelten dieselben Regeln wie auf jeder Bahnlinie in Ungarn. Die Kinder arbeiten mit echten Fahrzeugen unter realen Bedingungen“, erklärt Váczi.

Die zwölf Kilometer lange Strecke der Schmalspurbahn führt durch die landschaftlich schönen und waldreichen Budaer-Berge. Unterwegs genießen die Fahrgäste eine herrliche Aussicht auf Budapest und die Donau. Die Bahn bewältigt 236 Höhenmeter. „Das Gebiet ist bei Wanderern beliebt, die gerne die Bahn nutzen“, sagt Váczi.

Der Zug verkehrt zwischen den beiden Endstationen Széchenyihegy und Hűvösvölgy und hält an sechs Bahnhöfen. „In der Nähe der Stationen befin-

den sich Aussichtspunkte, Spielplätze und Wanderwege. Da die Züge mehrmals täglich fahren, lohnt es sich, auszusteigen und mit dem nächsten Zug weiterzufahren“, gibt der Ungar einen Tipp.

Eine Dreiviertelstunde braucht der Zug für eine Strecke. Mit gemütlichen 20 Kilometern pro Stunde ruckelt er über die Gleise. Eine Fahrt kostet € 3,– (1.000 Forint) für Erwachsene. Kinder und Hunde zahlen die Hälfte des Preises. Während die Passagiere die Aussicht genießen, macht sich der zwölfjährige Domonkos Szigeti daran, die Fahrkarten zu kontrollieren. „Mich faszinieren Züge. Ich mag es, gemeinsam mit anderen Kindern für den Ablauf der Bahn verantwortlich zu sein. Ich arbeite hier zwei Mal im Monat“, sagt der Schüler. Die Kinder sind in 15 Gruppen aufgeteilt. Pro Tag sind 40 bis 50 Buben und Mädchen als Eisenbahner im Einsatz. Insgesamt sind 700 Schüler bei der Kindereisenbahn dabei.

Die Kindereisenbahn ist eine sowjetische Erfindung. Die erste dauerhaft in Betrieb genommene Kindereisenbahn, ursprünglich „Pioniereisenbahn“ genannt, war jene in Tiflis, Georgien, im Jahr 1935. Ein Jahr später wurde eine in der russischen Stadt Krasnojarsk eröffnet. Sie ist noch heute in Betrieb.

Der Spatenstich für die Kindereisenbahn in Budapest fand am 11. April 1948 statt. In nur drei Monaten wurde der erste, drei Kilometer lange, Abschnitt fertiggestellt. Das gelang vor allem deshalb, weil 800 Studenten und Freiwillige mitarbeiteten. Die gesamte Strecke wurde am 20. August 1950 freigegeben.

Zu Beginn rollten Dampflokomotiven über die Schienen. Sie wurden vor 50 Jahren von Dieselloks abgelöst. An einigen Feiertagen kommen noch Dampflokomotiven zum Einsatz. Der aufregendste Abschnitt ist der 200 Meter lange Hárs-Hill-Tunnel kurz vor der Endstation Hűvösvölgy. Dort befindet sich ein interaktives Museum über die Geschichte der Bahn.

Die schönste Anreise ist jene mit der Schwabenbergbahn, die heute als Straßenbahnlinie 60 geführt wird. Sie bringt die Besucher auf den 420 Meter hohen Schwabenberg, wo die Bahn ihren Ausgang nimmt. widlak
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