Schon als kleines Mädchen war sie ehrgeizig. Hier mit ihrem Vater und dem Bruder, der Baseball-Spieler war.
Billie Jean King: Studium nach 61 Jahren beendet
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In jungen Jahren legte sie ihr Studium auf Eis und wurde zur besten Tennisspielerin der Welt. Sie gewann 39 Grand-Slam-Titel. Im Alter von 82 Jahren hat die Amerikanerin Billie Jean King nun ihren Uni-Abschluss nachgeholt.
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Die Erste sein, darin wurde Billie Jean King zur Spezialistin. Sie war die erste Frau, die im Profitennis in einer Saison mehr als 100.000 Dollar Preisgeld verdiente; die erste, die Einzeltitel auf Sand, Hartplatz und Rasen gewann; die Erste, die 1972 zur „Sportsperson des Jahres“ gewählt wurde; und die Erste, nach der mit dem „USTA Billie Jean King National Tennis Center“ eine bedeutende Sportstätte in New York (USA) benannt wurde.
Sie ist heute der Austragungsort der US Open, eines der vier Grand Slam-Turniere. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Seit Kurzem ist die mittlerweile 82jährige auch die Erste ihrer Familie mit Hochschulabschluss. Mehr als sechs Jahrzehnte, nachdem sie ihr Studium zugunsten ihrer Tenniskarriere unterbrochen hatte, durfte sie nun an der staatlichen Universität von Kalifornien in Los Angeles ihr Diplom entgegennehmen. „Es hat ja nur 61 Jahre gedauert“, kommentierte sie ihren späten Erfolg trocken. „Ich mag es, Aufgaben abzuschließen. Das ist wie der Handschlag am Netz nach einem Match.“
Davon gab es viele, denn Billie Jean King gehörte fast zwei Jahrzehnte lang zur absoluten Weltspitze im weißen Sport. Sie gewann 39 Grand-Slam-Titel – zwölf davon im Einzel-, 16 im Doppel- und elf im Mixed-Bewerb.
Allein in Wimbledon (England) gewann sie unglaubliche 20 Mal. Dort gelang ihr mit ihrem ersten Sieg im Jahr 1966 der internationale Durchbruch. Gefürchtet war vor allem ihr aggressiver, schneller Spielstil, obendrein beeindruckte sie durch mentale Stärke.
Was die am 22. November 1943 in Long Beach (Kalifornien) geborene Sportlerin antrieb, war allerdings nie nur persönlicher Ehrgeiz, sondern Aufmerksamkeit für die Anliegen einer ganzen Generation zu erregen. „Bevor ich nicht die Nummer eins war, hörte mir niemand zu“, sagte sie später einmal über die dringende Notwendigkeit ihres Erfolges. Zur Kämpferin machte sie ein Erlebnis aus ihrer Kindheit. Billie Jean, die damals noch Moffitt hieß, durfte als Zwölfjährige nicht mit auf ein Gruppenfoto junger Tennisspielerinnen, weil sie statt des vorgeschriebenen Tennisrockes kurze Hosen trug. Schnell wurde ihr klar, dass die Ungleichbehandlung weiblicher Sportlerinnen nicht nur an Bekleidungsvorschriften lag.
Aufgewachsen in ihrer Heimatstadt Long Beach profitierte sie von der Disziplin und Durchsetzungskraft ihres Vaters, der zunächst bei der amerikanischen Marine diente und später als Feuerwehrmann arbeitete. Ihre Mutter Betty war eine hervorragende Schwimmerin, der Bruder Randy brachte es bis zum Baseball-Profi in der nationalen Liga.
Ihren ersten Tennisschläger finanzierte sich Billie Jean mit Hilfe ihrer Mutter, mit Ersparnissen und selbst verdientem Geld. Acht Dollar kostete er damals. Für die Tochter einer Mittelstandsfamilie kein kleiner Betrag, doch für Billie Jean war genau das die zusätzliche Motivation. Zudem verstand sie früh, dass Frauen im Tennis nur dann ernstgenommen werden, wenn sie wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen konnten. Gemeinsam mit acht weiteren Spielerinnen gründete sie deshalb Anfang der 1970er Jahre eine eigene Turnierserie für Frauen – gegen den Widerstand vieler Funktionäre.
Die später als „Original 9“ bekannt gewordenen Sportlerinnen riskierten damit sogar Sperren und ihre Karrieren. Aus dieser Bewegung entstand schließlich im Jahr 1973 die heute noch aktive „Women‘s Tennis Association“ (WTA), auch als Reaktion auf die männliche Organisation „Association of Tennis Professionals“ (ATP), die ein Jahr zuvor gegründet wurde.
Für Billie Jean King war die WTA weit mehr als nur eine Sportorganisation, sie war ein Mittel, um Frauen im internationalen Sport Einfluss zu verschaffen.
Damit wurde King Anfang der 1970er Jahre selbst zur Symbolfigur einer ganzen Bewegung, die im Jahr 1973 im legendären „Kampf der Geschlechter“ gipfelte. Der ehemalige Wimbledon-Sieger Bobby Riggs behauptete damals öffentlich, Frauen gehörten in die Küche und seien Männern sportlich unterlegen. Vor mehr als 30.000 Zuschauern im „Astrodome von Houston“ (US-Staat Texas) und rund 90 Millionen Fernsehzusehern weltweit besiegte King den um 26 Jahre älteren Riggs schließlich klar mit 6:4, 6:3 und 6:3.
Dieses historische Spiel wurde 2017 mit Emma Stone und Steve Carell sogar von Hollywood verfilmt. Auch Elton John war begeistert.
Als seine Freundin 1974 mit den „Philadelphia Freedoms“ als erste Frau überhaupt ein gemischtes Profi-Sportteam trainierte, beeindruckte ihn das so sehr, dass er ihr und der Mannschaft mit dem Welthit „Philadelphia Freedom“ ein musikalisches Denkmal setzte.
Den Musiker und die Tennisspielerin verband auch ihr Einsatz für die gleichgeschlechtliche Liebe. Im Jahr 1965 heiratete Billie Jean zunächst Larry King, mit dem sie viele ihrer sportpolitischen Ideen entwickelte.
Erst später bekannte sie sich öffentlich zu ihrer Bisexualität – ein mutiger Schritt, der Anfang der 1980er Jahre beinahe ihre Karriere zerstörte und zur Auflösung ihrer einträglichen Werbeverträge führte.
Nach der Scheidung 1987 verliebte sie sich schließlich in die ehemalige südafrikanische Tennisspielerin Ilana Kloss, 70, die sie 2018 heimlich in New York heiratete. Bis heute ist Billie Jean King eine unermüdliche Aktivistin geblieben. Gemeinsam mit ihrer Frau spielte sie etwa eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Profiliga für Frauen im Eishockey.
Auch ihre eigene Stiftung, die „Billie Jean King Foundation“, widmet sich Themen wie Gleichberechtigung, Bildung und gesellschaftlicher Teilnahme.
Niemals aufgeben, lautet das Motto der ehemaligen Sportlerin. Auf dem Platz nicht und nicht im Leben. Als sie ihr Abschluss-Diplom für den Bachelor in Geschichte in der Hand hielt, stilgerecht in eine schwarze Robe gekleidet, mit schwarz-gelbem Schal der Universität von Kalifornien um den Hals, mit ihrem Namen drauf und umringt von anderen Absolventen, die Jahrzehnte jünger waren als sie, strahlte King übers ganze Gesicht.
„Es ist ein Privileg für mich, hier zu stehen als Mitglied eures Abschlussjahrganges, jeah Baby!“
Sie ist heute der Austragungsort der US Open, eines der vier Grand Slam-Turniere. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Seit Kurzem ist die mittlerweile 82jährige auch die Erste ihrer Familie mit Hochschulabschluss. Mehr als sechs Jahrzehnte, nachdem sie ihr Studium zugunsten ihrer Tenniskarriere unterbrochen hatte, durfte sie nun an der staatlichen Universität von Kalifornien in Los Angeles ihr Diplom entgegennehmen. „Es hat ja nur 61 Jahre gedauert“, kommentierte sie ihren späten Erfolg trocken. „Ich mag es, Aufgaben abzuschließen. Das ist wie der Handschlag am Netz nach einem Match.“
Davon gab es viele, denn Billie Jean King gehörte fast zwei Jahrzehnte lang zur absoluten Weltspitze im weißen Sport. Sie gewann 39 Grand-Slam-Titel – zwölf davon im Einzel-, 16 im Doppel- und elf im Mixed-Bewerb.
Allein in Wimbledon (England) gewann sie unglaubliche 20 Mal. Dort gelang ihr mit ihrem ersten Sieg im Jahr 1966 der internationale Durchbruch. Gefürchtet war vor allem ihr aggressiver, schneller Spielstil, obendrein beeindruckte sie durch mentale Stärke.
Was die am 22. November 1943 in Long Beach (Kalifornien) geborene Sportlerin antrieb, war allerdings nie nur persönlicher Ehrgeiz, sondern Aufmerksamkeit für die Anliegen einer ganzen Generation zu erregen. „Bevor ich nicht die Nummer eins war, hörte mir niemand zu“, sagte sie später einmal über die dringende Notwendigkeit ihres Erfolges. Zur Kämpferin machte sie ein Erlebnis aus ihrer Kindheit. Billie Jean, die damals noch Moffitt hieß, durfte als Zwölfjährige nicht mit auf ein Gruppenfoto junger Tennisspielerinnen, weil sie statt des vorgeschriebenen Tennisrockes kurze Hosen trug. Schnell wurde ihr klar, dass die Ungleichbehandlung weiblicher Sportlerinnen nicht nur an Bekleidungsvorschriften lag.
Aufgewachsen in ihrer Heimatstadt Long Beach profitierte sie von der Disziplin und Durchsetzungskraft ihres Vaters, der zunächst bei der amerikanischen Marine diente und später als Feuerwehrmann arbeitete. Ihre Mutter Betty war eine hervorragende Schwimmerin, der Bruder Randy brachte es bis zum Baseball-Profi in der nationalen Liga.
Ihren ersten Tennisschläger finanzierte sich Billie Jean mit Hilfe ihrer Mutter, mit Ersparnissen und selbst verdientem Geld. Acht Dollar kostete er damals. Für die Tochter einer Mittelstandsfamilie kein kleiner Betrag, doch für Billie Jean war genau das die zusätzliche Motivation. Zudem verstand sie früh, dass Frauen im Tennis nur dann ernstgenommen werden, wenn sie wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen konnten. Gemeinsam mit acht weiteren Spielerinnen gründete sie deshalb Anfang der 1970er Jahre eine eigene Turnierserie für Frauen – gegen den Widerstand vieler Funktionäre.
Die später als „Original 9“ bekannt gewordenen Sportlerinnen riskierten damit sogar Sperren und ihre Karrieren. Aus dieser Bewegung entstand schließlich im Jahr 1973 die heute noch aktive „Women‘s Tennis Association“ (WTA), auch als Reaktion auf die männliche Organisation „Association of Tennis Professionals“ (ATP), die ein Jahr zuvor gegründet wurde.
Für Billie Jean King war die WTA weit mehr als nur eine Sportorganisation, sie war ein Mittel, um Frauen im internationalen Sport Einfluss zu verschaffen.
Damit wurde King Anfang der 1970er Jahre selbst zur Symbolfigur einer ganzen Bewegung, die im Jahr 1973 im legendären „Kampf der Geschlechter“ gipfelte. Der ehemalige Wimbledon-Sieger Bobby Riggs behauptete damals öffentlich, Frauen gehörten in die Küche und seien Männern sportlich unterlegen. Vor mehr als 30.000 Zuschauern im „Astrodome von Houston“ (US-Staat Texas) und rund 90 Millionen Fernsehzusehern weltweit besiegte King den um 26 Jahre älteren Riggs schließlich klar mit 6:4, 6:3 und 6:3.
Dieses historische Spiel wurde 2017 mit Emma Stone und Steve Carell sogar von Hollywood verfilmt. Auch Elton John war begeistert.
Als seine Freundin 1974 mit den „Philadelphia Freedoms“ als erste Frau überhaupt ein gemischtes Profi-Sportteam trainierte, beeindruckte ihn das so sehr, dass er ihr und der Mannschaft mit dem Welthit „Philadelphia Freedom“ ein musikalisches Denkmal setzte.
Den Musiker und die Tennisspielerin verband auch ihr Einsatz für die gleichgeschlechtliche Liebe. Im Jahr 1965 heiratete Billie Jean zunächst Larry King, mit dem sie viele ihrer sportpolitischen Ideen entwickelte.
Erst später bekannte sie sich öffentlich zu ihrer Bisexualität – ein mutiger Schritt, der Anfang der 1980er Jahre beinahe ihre Karriere zerstörte und zur Auflösung ihrer einträglichen Werbeverträge führte.
Nach der Scheidung 1987 verliebte sie sich schließlich in die ehemalige südafrikanische Tennisspielerin Ilana Kloss, 70, die sie 2018 heimlich in New York heiratete. Bis heute ist Billie Jean King eine unermüdliche Aktivistin geblieben. Gemeinsam mit ihrer Frau spielte sie etwa eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Profiliga für Frauen im Eishockey.
Auch ihre eigene Stiftung, die „Billie Jean King Foundation“, widmet sich Themen wie Gleichberechtigung, Bildung und gesellschaftlicher Teilnahme.
Niemals aufgeben, lautet das Motto der ehemaligen Sportlerin. Auf dem Platz nicht und nicht im Leben. Als sie ihr Abschluss-Diplom für den Bachelor in Geschichte in der Hand hielt, stilgerecht in eine schwarze Robe gekleidet, mit schwarz-gelbem Schal der Universität von Kalifornien um den Hals, mit ihrem Namen drauf und umringt von anderen Absolventen, die Jahrzehnte jünger waren als sie, strahlte King übers ganze Gesicht.
„Es ist ein Privileg für mich, hier zu stehen als Mitglied eures Abschlussjahrganges, jeah Baby!“
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