Ausgabe Nr. 24/2026 vom 10.06.2026, Fotos: APA-Images, The Ritz-Carlton-Bacara, APA-Images, instagram
23. Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko – Dribbling zwischen Traum & Größenwahn
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Größer, teurer, gigantischer. Am Donnerstag wird in Mexiko-Stadt (Mexiko) die 23. Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen, die alles Dagewesene in den Schatten stellt und von 11. Juni bis 19. Juli so lang wie noch nie dauert.
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Unsere Kicker fahren zu dieser Weltmeisterschaft, um Fußball-Geschichte zu schreiben“, erklärte Kapitän David Alaba, 33, vollmundig vor dem Beginn der WM, in die unser Team nach dem Sieg in der Qualifikations-Gruppe und zuletzt drei Testspielerfolgen in Serie optimistisch geht.
Die rot-weiß-rote Elf beendet mit dieser historisch achten WM-Teilnahme eine Durststrecke von 28 Jahren, bei der vorigen Teilnahme 1998 in Frankreich schied sie ebenso in der Vorrunde aus wie 1990 in Italien und 1958 in Schweden. Die beste Platzierung gelang 1954 in der Schweiz mit dem dritten Platz, 1934 in Italien war es der vierte, 1978 in Argentinien der siebente und 1982 der achte.
Die Sportstätten der diesjährigen Monster-Veranstaltung sind gigantisch, unser Land darf im „AT&T-Stadion“ von Dallas (USA), dem größten der WM, gegen Titelverteidiger Argentinien antreten. Dort wird 94.000 Zuschauern Platz geboten, im „MetLife“-Stadion von New York (USA) sind es im Finale 82.500 und im „Aztekenstadion“ von Mexiko-Stadt (Mexiko) bei der Eröffnung 83.000.
Es liegt auf ungewöhnlichen 2.200 Metern Seehöhe, andere der durchwegs modernen Stadien verfügen über schließbare Dächer und Klimaanlagen. Trotzdem hält sich die Begeisterung für diese WM des Größenwahns in Grenzen, die umgerechnet 3,3 Milliarden Euro an Veranstaltungskosten verschlang. Die vier Zeitzonen der drei Austragungsländer USA, Kanada und Mexiko und tausende Kilometer an Distanzen sorgen für eine logistische Monsteraufgabe der Teilnehmer, einen Rekord an CO2-Ausstoß und enorme Kosten für Transport und Übernachtungen.
Astronomische Preise für Karten, fürs Parken, für den Transport und für Hotels bringen den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes FIFA Gianni Infantino, 56, stark unter Druck. „Ich finde diese hohen Preise immer noch fair“, kontert er die vielen Kritiker, von UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, 58, bis Manchester-City-Trainer Pep Guardiola, 55, der meint, eine WM „sollte den Anhängern dienen und keine reine Geldmaschine sein“.
Auch die Flut an Teilnehmerländern, zum ersten Mal treten 48 Mannschaften an, von denen Jordanien, Kap Verde, Usbekistan und Curaçao erstmals dabei sind, erregt Missfallen. „Wir werden einen Qualitätsverlust des Turniers erleben“, fürchtet der deutsche Ex-Weltmeistertrainer Joachim Löw, 66.
Auch sei das Interesse der Amerikaner für Fußball gering. Nur etwa zwölf Prozent der knapp 350 Millionen Einwohner interessieren sich für Fußball, der in Amerika als „Mädchensport“ bezeichnet wird, weil ihn Frauen gerne ausüben, während sich die Burschen und Männer vor allem für American Football, Baseball und fürs Schwimmen interessieren.
Für die WM gibt es sogar auf dem Spielfeld Neuerungen, angefangen von den erstmals zwölf Gruppen zu vier Ländern, von denen sogar acht Gruppendritte in die K.-o.-Runde aufsteigen. Erstmals gibt es in jeder Spielhälfte eine kurze Unterbrechung, offiziell um den Spielern das Trinken zu ermöglichen, inoffiziell, um die Fernseh-Werbung anzukurbeln. Um die Nettospielzeit zu verkürzen, müssen Abstöße und Einwürfe binnen fünf Sekunden ausgeführt werden und ausgewechselte Spieler binnen zehn Sekunden das Feld verlassen. Neu ist zudem, dass der Videoassistent auch Gelb-rote-Karten überpüft und bei Wortduellen von Spielern rote Karten für das Verdecken des Mundes ausgegeben werden, um verschleierte Beleidigungen zu verhindern.
In unserem Land teilen sich die Fernseh-Sender ORF und ServusTV mit je 52 Partien die Live-Übertragungen. Während Eröffnung und Finale zu normalen europäischen Zeiten angepfiffen werden, müssen die heimischen Anhänger dazwischen oft die Nacht zum Tag machen. Das Spiel unserer Mannschaft gegen Jordanien beginnt um sechs Uhr, jenes gegen Algerien um vier Uhr in der Früh. kreuziger
Die Höhepunkte der ersten Tage:
Do., 11. Juni, 21h Mexiko – Südafrika (ORF1)
Sa., 13. Juni, 21h Katar – Schweiz (ServusTV)
So. 14. Juni, 19h Deutschland – Curaçao (ORF1)
So. 14. Juni, 22h Niederlande – Japan (ORF1)
Mo. 15. Juni, 18h Spanien – Kap Verde (ServusTV)
Mo. 15. Juni, 21h Belgien – Ägypten (ServusTV)
Di. 16. Juni, 21h Frankreich – Senegal (ORF1)
Mi. 17. Juni, 3h Argentinien – Algerien (ORF1)
Mi. 17. Juni, 6h Österreich – Jordanien (ORF1)
Mi. 17. Juni 22h England – Kroatien (ServusTV)
ÖFB-Nationalelf im 5-Sterne-Resort –
Spezial-Klopapier und Backerbsen
Die rot-weiß-rote Nationalelf von Trainer Ralf Rangnick, 67, residiert während der WM im „The Ritz-Carlton Bacara“-Hotel in Santa Barbara (USA) so luxuriös wie noch nie.
„Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Land ein schöneres Quartier hat als wir“, sieht sich Teamchef Ralf Rangnick, 67, zumindest in dieser Frage bereits jetzt als Weltmeister. Er klapperte in Eigenregie vor der WM mehrere Hotels ab und blieb beim „The Ritz-Carlton Bacara“ hängen.
Das 5-Sterne-Luxusresort an der Gaviota-Küste bietet neben drei Salzwasser-Infinity-Becken die größte Wellnesslandschaft der gesamten US-Westküste, die 3.900-Quadratmeter umfasst und sich über vier Stockwerke erstreckt. „Ein Zimmer kostet mehr als die Unterbringung unseres gesamten Teams bei der WM 1978 in Argentinien“, verweist ein schmunzelnder Herbert Prohaska, 70, darauf, dass im Ritz-Carlton der Zimmerpreis gewöhnlich zwischen 520 und 1.000 Euro pro Nacht liegt. Doch selbst diese hohe Summe sorgt nicht dafür, dass sämtliche Wünsche von David Alaba, 33, und seinen Kollegen erfüllt werden, die alle in Einzelzimmern logieren. Backerbsen etwa sind in den USA unbekannt. „Deswegen haben wir eigens vier Tonnen an Ausrüstung aus Österreich hintransportieren lassen“, verrät ÖFB-Marketingmann Michael Schmidt.
„Neben 750 Dressen sind darunter auch viele Schmankerln für die Küche, die die Spieler gerne haben wie Gams-Leberkäse oder Käsekrainer.“ Auch das dünne US-Klopapier mögen die Spieler nicht, daher wurde extra ein dickeres „europäisches“ für die Zimmer organisiert. Die Entfernungen vom Hotel weg sind für US-Verhältnisse erträglich, zum ersten Spiel nach San Francisco sind es „nur“ 523 Kilometer, zum zweiten nach Dallas 2.135 und zum dritten in Kansas City (alle drei USA) 2.300 Kilometer.
Die Kosten für Unterbringung und Transfers muss der Fußballverband allerdings nicht alleine stemmen. Neben einer Pauschale in der Höhe von 2,2 Millionen Euro erhält der ÖFB vom Weltverband FIFA auch ein Startgeld von zehn Millionen Euro. Wenn die K.-o.-Runde überlebt wird, kommt eine weitere Million Euro als Preisgeld dazu, beim Erreichen des Achtelfinales 3,5 Millionen. Der Sieger des Turniers erhält 42,7 Millionen.
Die rot-weiß-rote Elf beendet mit dieser historisch achten WM-Teilnahme eine Durststrecke von 28 Jahren, bei der vorigen Teilnahme 1998 in Frankreich schied sie ebenso in der Vorrunde aus wie 1990 in Italien und 1958 in Schweden. Die beste Platzierung gelang 1954 in der Schweiz mit dem dritten Platz, 1934 in Italien war es der vierte, 1978 in Argentinien der siebente und 1982 der achte.
Die Sportstätten der diesjährigen Monster-Veranstaltung sind gigantisch, unser Land darf im „AT&T-Stadion“ von Dallas (USA), dem größten der WM, gegen Titelverteidiger Argentinien antreten. Dort wird 94.000 Zuschauern Platz geboten, im „MetLife“-Stadion von New York (USA) sind es im Finale 82.500 und im „Aztekenstadion“ von Mexiko-Stadt (Mexiko) bei der Eröffnung 83.000.
Es liegt auf ungewöhnlichen 2.200 Metern Seehöhe, andere der durchwegs modernen Stadien verfügen über schließbare Dächer und Klimaanlagen. Trotzdem hält sich die Begeisterung für diese WM des Größenwahns in Grenzen, die umgerechnet 3,3 Milliarden Euro an Veranstaltungskosten verschlang. Die vier Zeitzonen der drei Austragungsländer USA, Kanada und Mexiko und tausende Kilometer an Distanzen sorgen für eine logistische Monsteraufgabe der Teilnehmer, einen Rekord an CO2-Ausstoß und enorme Kosten für Transport und Übernachtungen.
Astronomische Preise für Karten, fürs Parken, für den Transport und für Hotels bringen den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes FIFA Gianni Infantino, 56, stark unter Druck. „Ich finde diese hohen Preise immer noch fair“, kontert er die vielen Kritiker, von UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, 58, bis Manchester-City-Trainer Pep Guardiola, 55, der meint, eine WM „sollte den Anhängern dienen und keine reine Geldmaschine sein“.
Auch die Flut an Teilnehmerländern, zum ersten Mal treten 48 Mannschaften an, von denen Jordanien, Kap Verde, Usbekistan und Curaçao erstmals dabei sind, erregt Missfallen. „Wir werden einen Qualitätsverlust des Turniers erleben“, fürchtet der deutsche Ex-Weltmeistertrainer Joachim Löw, 66.
Auch sei das Interesse der Amerikaner für Fußball gering. Nur etwa zwölf Prozent der knapp 350 Millionen Einwohner interessieren sich für Fußball, der in Amerika als „Mädchensport“ bezeichnet wird, weil ihn Frauen gerne ausüben, während sich die Burschen und Männer vor allem für American Football, Baseball und fürs Schwimmen interessieren.
Für die WM gibt es sogar auf dem Spielfeld Neuerungen, angefangen von den erstmals zwölf Gruppen zu vier Ländern, von denen sogar acht Gruppendritte in die K.-o.-Runde aufsteigen. Erstmals gibt es in jeder Spielhälfte eine kurze Unterbrechung, offiziell um den Spielern das Trinken zu ermöglichen, inoffiziell, um die Fernseh-Werbung anzukurbeln. Um die Nettospielzeit zu verkürzen, müssen Abstöße und Einwürfe binnen fünf Sekunden ausgeführt werden und ausgewechselte Spieler binnen zehn Sekunden das Feld verlassen. Neu ist zudem, dass der Videoassistent auch Gelb-rote-Karten überpüft und bei Wortduellen von Spielern rote Karten für das Verdecken des Mundes ausgegeben werden, um verschleierte Beleidigungen zu verhindern.
In unserem Land teilen sich die Fernseh-Sender ORF und ServusTV mit je 52 Partien die Live-Übertragungen. Während Eröffnung und Finale zu normalen europäischen Zeiten angepfiffen werden, müssen die heimischen Anhänger dazwischen oft die Nacht zum Tag machen. Das Spiel unserer Mannschaft gegen Jordanien beginnt um sechs Uhr, jenes gegen Algerien um vier Uhr in der Früh. kreuziger
Die Höhepunkte der ersten Tage:
Do., 11. Juni, 21h Mexiko – Südafrika (ORF1)
Sa., 13. Juni, 21h Katar – Schweiz (ServusTV)
So. 14. Juni, 19h Deutschland – Curaçao (ORF1)
So. 14. Juni, 22h Niederlande – Japan (ORF1)
Mo. 15. Juni, 18h Spanien – Kap Verde (ServusTV)
Mo. 15. Juni, 21h Belgien – Ägypten (ServusTV)
Di. 16. Juni, 21h Frankreich – Senegal (ORF1)
Mi. 17. Juni, 3h Argentinien – Algerien (ORF1)
Mi. 17. Juni, 6h Österreich – Jordanien (ORF1)
Mi. 17. Juni 22h England – Kroatien (ServusTV)
ÖFB-Nationalelf im 5-Sterne-Resort –
Spezial-Klopapier und Backerbsen
Die rot-weiß-rote Nationalelf von Trainer Ralf Rangnick, 67, residiert während der WM im „The Ritz-Carlton Bacara“-Hotel in Santa Barbara (USA) so luxuriös wie noch nie.
„Es fällt mir schwer zu glauben, dass ein Land ein schöneres Quartier hat als wir“, sieht sich Teamchef Ralf Rangnick, 67, zumindest in dieser Frage bereits jetzt als Weltmeister. Er klapperte in Eigenregie vor der WM mehrere Hotels ab und blieb beim „The Ritz-Carlton Bacara“ hängen.
Das 5-Sterne-Luxusresort an der Gaviota-Küste bietet neben drei Salzwasser-Infinity-Becken die größte Wellnesslandschaft der gesamten US-Westküste, die 3.900-Quadratmeter umfasst und sich über vier Stockwerke erstreckt. „Ein Zimmer kostet mehr als die Unterbringung unseres gesamten Teams bei der WM 1978 in Argentinien“, verweist ein schmunzelnder Herbert Prohaska, 70, darauf, dass im Ritz-Carlton der Zimmerpreis gewöhnlich zwischen 520 und 1.000 Euro pro Nacht liegt. Doch selbst diese hohe Summe sorgt nicht dafür, dass sämtliche Wünsche von David Alaba, 33, und seinen Kollegen erfüllt werden, die alle in Einzelzimmern logieren. Backerbsen etwa sind in den USA unbekannt. „Deswegen haben wir eigens vier Tonnen an Ausrüstung aus Österreich hintransportieren lassen“, verrät ÖFB-Marketingmann Michael Schmidt.
„Neben 750 Dressen sind darunter auch viele Schmankerln für die Küche, die die Spieler gerne haben wie Gams-Leberkäse oder Käsekrainer.“ Auch das dünne US-Klopapier mögen die Spieler nicht, daher wurde extra ein dickeres „europäisches“ für die Zimmer organisiert. Die Entfernungen vom Hotel weg sind für US-Verhältnisse erträglich, zum ersten Spiel nach San Francisco sind es „nur“ 523 Kilometer, zum zweiten nach Dallas 2.135 und zum dritten in Kansas City (alle drei USA) 2.300 Kilometer.
Die Kosten für Unterbringung und Transfers muss der Fußballverband allerdings nicht alleine stemmen. Neben einer Pauschale in der Höhe von 2,2 Millionen Euro erhält der ÖFB vom Weltverband FIFA auch ein Startgeld von zehn Millionen Euro. Wenn die K.-o.-Runde überlebt wird, kommt eine weitere Million Euro als Preisgeld dazu, beim Erreichen des Achtelfinales 3,5 Millionen. Der Sieger des Turniers erhält 42,7 Millionen.
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