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Treibstoff, Strom und Lebensmittel sind teuer. Straßenbahn und Bus im Sommer voll und heiß. Zudem wollen sich immer mehr Menschen im Alltag bewegen. Auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit. Jetzt fahren sie Rad. Diese Art der Fortbewegung ist äußerst beliebt.
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Mehr als 2,5 Millionen Menschen in unserem Land sind regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs. Bis 2030 soll der Radverkehr laut Verkehrsministerium weiter zulegen, dann werden den Prognosen zufolge 13 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Auch der Besitz von Fahrrädern zeigt, wie breit diese Fortbewegungsart inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Fast zwei Drittel (63 Prozent) aller heimischen Haushalte besitzen einen Drahtesel. Das entspricht mehr als 2,6 Millionen Haushalten. Und immer öfter hat dieses Fahrrad einen Motor.
Wir sind zu einem E-Bike-Land geworden. Schon im Jahr 2024 waren mehr als die Hälfte aller verkauften Fahrräder E-Bikes – das ist laut Branchenverband der höchste Anteil in Europa. Im Vorjahr blieb dieser Wert stabil, bei Fahrrädern für Erwachsene lag der E-Bike-Anteil sogar bei rund 69 Prozent.
Was früher belächelt wurde, ist heute für viele der entscheidende Grund, überhaupt umzusteigen. Mit Motorunterstützung sind Hügel, Gegenwind und längere Strecken ohne Probleme zu bewältigen.
Die Branche folgt diesem Trend nach Motorisierung. Die neuesten Modelle bieten kräftigere Antriebe, bessere Akkus, moderne Displays, App-Funktionen und mehr Sicherheit. Wichtig ist aber, dass das Rad den Ansprüchen genügt. „Werden kurze oder lange Strecken gefahren, in steilem oder ebenem Gelände, sind es langsame oder sportliche Fahrten – es gibt E-Bikes für alle Anwendungsmöglichkeiten und Untergründe“, sagt der ÖAMTC-Experte Dominik Darnhofer. Vor dem Kauf sei daher eine gute Beratung ebenso unerlässlich wie die Probefahrt.
Freilich muss für die sichere Fahrt auch die Infrastruktur passen. Bislang verfügt unser Land über ein 20.400 Kilometer langes Radverkehrsnetz. Darin sind aber nicht nur Radwege enthalten, sondern auch Fahrradstraßen, Radfahrstreifen, Wohnstraßen, Tempo-30-Bereiche sowie gemeinsame Geh- und Radwege.
Tatsächlich baulich getrennte Radwege machen laut der Organisation für Mobilität mit Zukunft (früher Verkehrsclub Österreich, VCÖ) nur rund 550 Kilometer aus. Doch das Netz wird weiter ausgebaut. In Wien plant die Stadt 33 Projekte von rund 12,5 Kilometer Länge.
Auch in den Bundesländern entstehen neue Verbindungen: In der Steiermark wird entlang der L376 ein 2,4 Kilometer langer Geh- und Radweg zwischen Premstätten, Haselsdorf-Tobelbad und Lieboch gebaut, in Salzburg wurde in Nußdorf am Haunsberg eine neue Verbindung zwischen Waidach und Olching fertiggestellt.
Seit diesem Frühjahr erweitert darüberhinaus der Meridiem Trail das Fernradweg-Angebot in unserem Land. Die rund 600 Kilometer lange Route führt von Wien ins Burgenland durch die Steiermark bis nach Villach in Kärnten und folgt den Spuren der alten Römerstraße „Strada del Sole“. morri
Warum sind Sie aufs Fahrrad umgestiegen?
„Ich bekomme ein Stück Freiheit zurück“
Renate Fuchs, 59, Yogalehrerin
Alles wird teurer: Lebensmittel, Sprit, Strom – und am Ende soll der kleine Mann schauen, wie er zurechtkommt. Darum versuche ich, so gut wie möglich unabhängig zu sein. Ich kaufe viel am Wochenmarkt oder direkt bei Bauern in der Umgebung ein.
Auch im Winter erledige ich diese Wege, so oft es geht, mit dem Rad. Nicht nur, weil ich mir den Sprit sparen will, sondern weil ich nicht wegen jedem Einkauf vom Auto abhängig sein möchte. Ganz ohne geht es noch nicht, aber jeder Weg, den ich aus eigener Kraft schaffe, gibt mir ein Stück Freiheit zurück.“
„In der Stadt bin ich mit dem Rad schneller“
Martin Heimgartner, 55, Servicetechniker
Bei den Spritpreisen überlege ich mir inzwischen zwei Mal, ob ich wirklich mit dem Auto fahren muss. Früher bin ich sogar kurze Strecken gefahren, heute nehme ich immer öfter das Rad.
Gerade in der Stadt bin ich damit oft schneller und spare mir Parkplatzsuche, Gebühren und Benzin. Wenn das mit den Preisen so weitergeht, denke ich ernsthaft darüber nach, mein Auto ganz zu verkaufen. Für längere Wege müsste ich mir dann etwas überlegen, aber im Alltag merke ich, vieles geht auch ohne Auto.“
„Der Arzt sagte, ich müsse mich mehr bewegen“
Josef Koller, 83, Pensionist
Mein Arzt hat vor einiger Zeit zu mir gesagt: Herr Koller, Sie müssen sich mehr bewegen. Mit Sport kann man mich ehrlich gesagt jagen. Fitnessstudio, Turnen, Laufen – das war nie meines. Aber Radfahren taugt mir. Da habe ich nicht das Gefühl, dass ich trainieren muss, sondern ich fahre einfach los.
Einmal zum Einkaufen, dann wieder zum Friedhof und manchmal drehe ich nur eine Runde im Ort. Ich merke, dass mir das guttut. Die Beine bleiben in Schwung, und im Kopf wird man auch freier. Solange es geht, steige ich deshalb weiterhin aufs Rad.“
„Es ist entspannter und fühlt sich richtiger an“
Julia Meiering, 38, Bürokauffrau
Für kurze Strecken nehme ich inzwischen fast immer das Fahrrad. Früher bin ich sogar für Kleinigkeiten ins Auto gestiegen, um zum Bäcker, zur Apotheke oder schnell zum Supermarkt zu fahren. Heute denke ich mir: Warum eigentlich? Mit dem Rad bin ich genauso schnell, finde leichter einen Platz und habe gleich ein bisschen Bewegung.
Im Sommer fahren wir oft mit der Familie zum See. Da machen wir bewusst keine weiten Autofahrten mehr, sondern suchen uns schöne Ausflugsziele in der Nähe. Das ist entspannter, billiger und fühlt sich einfach richtiger an.“
„Ich will nicht in einer stickigen U-Bahn sitzen“
Lukas Berger, 23, Student
Im Sommer steige ich völlig aufs Fahrrad um. Die Öffis sind mir dann zu voll, zu heiß und ehrlich gesagt auch zu unflexibel. Mit dem Rad bin ich meistens schneller an der Uni oder bei meiner Nebentätigkeit, weil ich nicht auf die nächste Straßenbahn warten muss.
Am Anfang war es nur ein Versuch, inzwischen merke ich, wie gut es mir tut. Ich komme wacher an, spare Geld und habe jeden Tag Bewegung. Wenn das Wetter passt, gibt es keinen Grund, warum ich mich in eine stickige U-Bahn setzen sollte.“
Auch der Besitz von Fahrrädern zeigt, wie breit diese Fortbewegungsart inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Fast zwei Drittel (63 Prozent) aller heimischen Haushalte besitzen einen Drahtesel. Das entspricht mehr als 2,6 Millionen Haushalten. Und immer öfter hat dieses Fahrrad einen Motor.
Wir sind zu einem E-Bike-Land geworden. Schon im Jahr 2024 waren mehr als die Hälfte aller verkauften Fahrräder E-Bikes – das ist laut Branchenverband der höchste Anteil in Europa. Im Vorjahr blieb dieser Wert stabil, bei Fahrrädern für Erwachsene lag der E-Bike-Anteil sogar bei rund 69 Prozent.
Was früher belächelt wurde, ist heute für viele der entscheidende Grund, überhaupt umzusteigen. Mit Motorunterstützung sind Hügel, Gegenwind und längere Strecken ohne Probleme zu bewältigen.
Die Branche folgt diesem Trend nach Motorisierung. Die neuesten Modelle bieten kräftigere Antriebe, bessere Akkus, moderne Displays, App-Funktionen und mehr Sicherheit. Wichtig ist aber, dass das Rad den Ansprüchen genügt. „Werden kurze oder lange Strecken gefahren, in steilem oder ebenem Gelände, sind es langsame oder sportliche Fahrten – es gibt E-Bikes für alle Anwendungsmöglichkeiten und Untergründe“, sagt der ÖAMTC-Experte Dominik Darnhofer. Vor dem Kauf sei daher eine gute Beratung ebenso unerlässlich wie die Probefahrt.
Freilich muss für die sichere Fahrt auch die Infrastruktur passen. Bislang verfügt unser Land über ein 20.400 Kilometer langes Radverkehrsnetz. Darin sind aber nicht nur Radwege enthalten, sondern auch Fahrradstraßen, Radfahrstreifen, Wohnstraßen, Tempo-30-Bereiche sowie gemeinsame Geh- und Radwege.
Tatsächlich baulich getrennte Radwege machen laut der Organisation für Mobilität mit Zukunft (früher Verkehrsclub Österreich, VCÖ) nur rund 550 Kilometer aus. Doch das Netz wird weiter ausgebaut. In Wien plant die Stadt 33 Projekte von rund 12,5 Kilometer Länge.
Auch in den Bundesländern entstehen neue Verbindungen: In der Steiermark wird entlang der L376 ein 2,4 Kilometer langer Geh- und Radweg zwischen Premstätten, Haselsdorf-Tobelbad und Lieboch gebaut, in Salzburg wurde in Nußdorf am Haunsberg eine neue Verbindung zwischen Waidach und Olching fertiggestellt.
Seit diesem Frühjahr erweitert darüberhinaus der Meridiem Trail das Fernradweg-Angebot in unserem Land. Die rund 600 Kilometer lange Route führt von Wien ins Burgenland durch die Steiermark bis nach Villach in Kärnten und folgt den Spuren der alten Römerstraße „Strada del Sole“. morri
Warum sind Sie aufs Fahrrad umgestiegen?
„Ich bekomme ein Stück Freiheit zurück“
Renate Fuchs, 59, Yogalehrerin
Alles wird teurer: Lebensmittel, Sprit, Strom – und am Ende soll der kleine Mann schauen, wie er zurechtkommt. Darum versuche ich, so gut wie möglich unabhängig zu sein. Ich kaufe viel am Wochenmarkt oder direkt bei Bauern in der Umgebung ein.
Auch im Winter erledige ich diese Wege, so oft es geht, mit dem Rad. Nicht nur, weil ich mir den Sprit sparen will, sondern weil ich nicht wegen jedem Einkauf vom Auto abhängig sein möchte. Ganz ohne geht es noch nicht, aber jeder Weg, den ich aus eigener Kraft schaffe, gibt mir ein Stück Freiheit zurück.“
„In der Stadt bin ich mit dem Rad schneller“
Martin Heimgartner, 55, Servicetechniker
Bei den Spritpreisen überlege ich mir inzwischen zwei Mal, ob ich wirklich mit dem Auto fahren muss. Früher bin ich sogar kurze Strecken gefahren, heute nehme ich immer öfter das Rad.
Gerade in der Stadt bin ich damit oft schneller und spare mir Parkplatzsuche, Gebühren und Benzin. Wenn das mit den Preisen so weitergeht, denke ich ernsthaft darüber nach, mein Auto ganz zu verkaufen. Für längere Wege müsste ich mir dann etwas überlegen, aber im Alltag merke ich, vieles geht auch ohne Auto.“
„Der Arzt sagte, ich müsse mich mehr bewegen“
Josef Koller, 83, Pensionist
Mein Arzt hat vor einiger Zeit zu mir gesagt: Herr Koller, Sie müssen sich mehr bewegen. Mit Sport kann man mich ehrlich gesagt jagen. Fitnessstudio, Turnen, Laufen – das war nie meines. Aber Radfahren taugt mir. Da habe ich nicht das Gefühl, dass ich trainieren muss, sondern ich fahre einfach los.
Einmal zum Einkaufen, dann wieder zum Friedhof und manchmal drehe ich nur eine Runde im Ort. Ich merke, dass mir das guttut. Die Beine bleiben in Schwung, und im Kopf wird man auch freier. Solange es geht, steige ich deshalb weiterhin aufs Rad.“
„Es ist entspannter und fühlt sich richtiger an“
Julia Meiering, 38, Bürokauffrau
Für kurze Strecken nehme ich inzwischen fast immer das Fahrrad. Früher bin ich sogar für Kleinigkeiten ins Auto gestiegen, um zum Bäcker, zur Apotheke oder schnell zum Supermarkt zu fahren. Heute denke ich mir: Warum eigentlich? Mit dem Rad bin ich genauso schnell, finde leichter einen Platz und habe gleich ein bisschen Bewegung.
Im Sommer fahren wir oft mit der Familie zum See. Da machen wir bewusst keine weiten Autofahrten mehr, sondern suchen uns schöne Ausflugsziele in der Nähe. Das ist entspannter, billiger und fühlt sich einfach richtiger an.“
„Ich will nicht in einer stickigen U-Bahn sitzen“
Lukas Berger, 23, Student
Im Sommer steige ich völlig aufs Fahrrad um. Die Öffis sind mir dann zu voll, zu heiß und ehrlich gesagt auch zu unflexibel. Mit dem Rad bin ich meistens schneller an der Uni oder bei meiner Nebentätigkeit, weil ich nicht auf die nächste Straßenbahn warten muss.
Am Anfang war es nur ein Versuch, inzwischen merke ich, wie gut es mir tut. Ich komme wacher an, spare Geld und habe jeden Tag Bewegung. Wenn das Wetter passt, gibt es keinen Grund, warum ich mich in eine stickige U-Bahn setzen sollte.“
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