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Ausgabe Nr. 24/2026 vom 10.06.2026, Fotos: Schumann + Stingl / ROBA Images, ARD Degeto Film/Nicolas Maas
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Annett Renneberg nahm sich eine Auszeit in Vietnam und Kambodscha.
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Als Sekretärin in „Donna Leon“.
Nach dem Serientod an den Strand geflüchtet
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Sie hat sich als schlaue Assistentin von „Commissario Brunetti“ einen Namen gemacht – und als Herzchirurgin in der Serie „In aller Freundschaft.“

Dass nach neun Jahren Schluss war, hat Annett Renneberg, 48, überrascht, aber nicht mutlos gemacht. Nach einer Auszeit in Asien will die Schauspielerin tanzen.
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„Diesmal komme ich nicht davon“, sagte Dr. Maria Weber in der erfolgreichen Krankenhausserie „In aller Freundschaft“, als ihr Hirntumor zurückkehrte. Das war Drama pur – in der Serie, aber auch im Leben. Denn nach neun Jahren fiel für Annett Renneberg, 48, die letzte Klappe. Ihr Abschied erfolgte nicht freiwillig. Sie wurde aus der Serie geschrieben, weil ihre Rolle angeblich nicht mehr ins Konzept passte. Sie war seit dem Jahr 2017 als Herzchirurgin in der Sachsenklinik zu sehen. Fast zehn Jahre später hat nun für die gebürtige Thüringerin (D) das Leben nach dem Serientod begonnen.

Das eine Auge lacht. „Ich muss nun nicht mehr meine Termine ein Jahr im Voraus planen. Ich genieße es, spontan Konzertkarten kaufen oder verreisen zu können – und meinen beiden Söhnen verbindlich sagen zu können, dass wir gemeinsam etwas unternehmen können. Das ist ein schönes Gefühl.“

Das weinende Auge gilt ihrem Serien-Aus, das völlig überraschend kam. „Die Rolle hätte Potenzial gehabt. Allein die Herausforderung, Mutterschaft und den Berufsalltag als Ärztin zu vereinen, hätte Stoff für eine eigene Serie geboten“, ist sich Renneberg sicher.

Um die Enttäuschung hinter sich lassen zu können und Abstand zu gewinnen, reiste sie spontan alleine nach Vietnam und Kambodscha, sah Land und Leute und herrliche Strände. Sie habe Zeit für sich selbst gebraucht, meint Renneberg. Über ihren ehemaligen Arbeitgeber ARD verliert die 48jährige dennoch kein böses Wort, sondern verteidigt die Serie gegen Kritiker. Wie zuletzt in der Internet-Diskussion „Gemischtes Hack“, wo von „seichter Unterhaltung“ die Rede war. Derartige Aussagen lässt sie an sich abperlen. „Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, mich mit solchen Bewertungen zu befassen. Persönlich würde ich ‚In aller Freundschaft‘ einfach als Unterhaltung bezeichnen – einmal besser, einmal schlechter gelungen. Bei einer Serie dieser Länge (seit 1998 gab es bislang 28 Staffeln) geht das nicht anders. Ich habe meine Rolle aber immer mit vollem Einsatz gespielt.“ Ein Blick auf die Karriere der 48jährigen zeigt, dass ihr Weg beinahe vorgezeichnet war. Die am 16. März 1978 in Rudolstadt (D) geborene Darstellerin wurde bereits als Jugendliche entdeckt und übernahm sofort anspruchsvolle Rollen.

Mit 13 Jahren beeindruckte sie im Film „Die Brut der schönen Seele“ als Mädchen, das sich in einen älteren Mann verliebt. Mit 18 Jahren machte sie sich in der Fernsehwelt endgültig einen Namen. In „Maja“ spielte sie eine drogensüchtige Prostituierte, die von einem Fotografen während ihres Entzugs begleitet wird. Der breiten Öffentlichkeit wurde sie jedoch vor allem durch ihr längstes Engagement bekannt. Denn 19 Jahre lang verkörperte sie in der beliebten Serie „Donna Leon“ mit Commissario Brunetti (ab 17.6. auf ARD) dessen Assistentin Elettra Zorzi – klug, schnell, diskret und unverzichtbar.

„Diese Rolle war ein Geschenk, und ich bin unendlich dankbar dafür. Da die Filme so häufig wiederholt werden, sind sie noch immer präsent, und ich werde oft darauf angesprochen.“ Der Tod des „Brunetti“-Darstellers Uwe Kockisch, der im Dezember 2025 an Lungenkrebs starb, traf sie schwer. „Ich denke recht oft an ihn.“

Mit ihrem Soloprogramm „Und immer wieder Venedig“ hält sie die Erinnerung an ihn und diese Zeit lebendig und nimmt ihr Publikum mit auf eine Reise in die Lagunenstadt und zu den Dreharbeiten. „In Österreich war ich mit dem Programm noch nie – das wäre doch eine Idee. Ich mag das Land gern, und ich weiß, dass es in Österreich viele Brunetti-Anhänger gibt.“ Die letzte Klappe fiel 2019, an neuen Ideen mangelte es Renneberg aber ohnehin nie. Als sie mit vier Jahren in der Staatsoper Berlin (D) erstmals „Schwanensee“ sah, wollte sie Ballerina werden, später Ärztin – und schließlich Opernsängerin. Früh erhielt sie Unterricht in Akkordeon, Klavier und Gesang und plante sogar, ein Opernstudium in Angriff zu nehmen. Dass es anders kam, lag auch an dem Regisseur Peter Zadek, der sie ans Theater holte und sie unter anderem in der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ bei den Salzburger Festspielen besetzte. Die „Ophelia“ bei den Wiener Festwochen oder „Solveig“ in „Peer Gynt“ am Berliner Ensemble folgten. Da blieb wenig Zeit, um Operngesang zu studieren. Losgelassen hat sie die Musik dennoch nie. „Es reizt mich immer. Ich habe nach wie vor Gesangsunterricht und werde sicher wieder einmal auf einer Bühne singen.“

Was ihre Zukunft vor der Kamera betrifft, da bleibt sie gelassen. „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich bin vollauf damit beschäftigt, mein Leben neu zu strukturieren. Ich glaube daran, dass die Dinge zu uns kommen, die für uns gedacht sind.“ Ein Satz, den sie von ihrer Mutter übernommen hat – und der sich bislang immer bewahrheitet hat. „Ich warte freudig und gespannt.“

Im wahren Leben hat sie ihre Rolle fürs Leben längst auf einem Bauernhof im nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Mit Tieren, Weite und Stille. Kein Fernsehstudio weit und breit, die nächste Stadt 40 Minuten entfernt, das nächste Geschäft eine Viertelstunde. Immer an ihrer Seite sind ihre beiden Söhne und ihr Mann, ein Landwirt, die sie bewusst vor der Öffentlichkeit schützt. Sie geben ihr auch in schwierigen Momenten Halt. Zum Beispiel, als Renneberg kürzlich erstmals über belastende Erfahrungen in ihrer Jugend sprach.

„Aus heutiger Sicht meine ich, missbraucht worden zu sein“, sagt sie über die Dreharbeiten zu „Die Brut der schönen Seele“ und spricht von Szenen, die sie damals überfordert hätten. Dass sie sich 35 Jahre später darüber äußerte, wurde nicht nur positiv aufgenommen. Doch ihr Zuhause gibt ihr die nötige Ruhe, um all das zu verarbeiten. „Ich liebe und brauche Stille und bin gern für mich – und das finde ich in wunderbarer Weise auf meinem großen Hof. Dazu kommen die Pflanzen und Tiere, die Natur überhaupt. Ich kann mir momentan kein anderes Leben vorstellen.“ reiter




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Borerferro iusdam utem. Ga.
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