Otto Waalkes:
„In Museen wird viel zu wenig gelacht“
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Mit seinen „Ottifanten“ schuf Otto Waalkes eine Marke. Jetzt erobert der 77jährige die ehrwürdigen Hallen der Albertina. Im Interview spricht er über Eitelkeiten im Wohnzimmer und fehlendem Humor in Museen.
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Herr Waalkes, wann kam Ihnen die Idee, sich an
große Meister heranzuwagen?
Die Idee war doch naheliegend. Musikalisch habe ich die Meister der Popmusik parodiert, verbal die Meister der Dichtkunst, malerisch mussten es also die alten und neuen Meister der bildenden Kunst sein – wobei ich die Meisterinnen auf allen drei Feldern nicht unerwähnt lassen möchte.
Sie haben Werke großer Künstler wie Albrecht Dürer auf Ihre Weise interpretiert – mit „Ottifanten“.
Die Werke sind nun in der Albertina zu sehen. Wie oft waren Sie schon in diesem Museum und wie legen Sie so einen Besuch an?
Zählt jemand mit, wie oft er ins Museum geht? Ich nicht. Aber normalerweise fange ich mit den Sonderausstellungen an und schaue danach bei meinen Lieblingsbildern vorbei.
Die Geschichte unseres Landes ist eng mit den Habsburgern verwoben. Ihre Kunst ist bis 10. Jänner 2027 im Palais Erzherzog Albrecht untergebracht, einer historischen Residenz der Habsburger. Interessieren Sie die Habsburger?
Bisher habe ich mich eher mit dem Hause Habsucht beschäftigt. Und mit der Familie Kohlen und Reibach – aber jetzt wird‘s langsam Zeit, dass ich in der
Kapuzinergruft, also der Kaisergruft, der Ruhestätte der Habsburger anklopfe.
In der Albertina hängt auch Dürers berühmter Feldhase, dem Sie sich künstlerisch bereits genähert haben. Was, glauben Sie, hätte Dürer zum Otti-Hasen gesagt?
Dürer wurde ja oft kopiert und nahm es sehr genau mit seiner Urheberschaft. Aber solange ich meine Nachbilder nicht mit AD signiere, wird er mich hoffentlich nicht verklagen.
Welche Kunstwerke eignen sich dafür,
von Otto Waalkes „ergänzt“ zu werden?
Die Auswahl ist gar nicht einfach – vor allem, wenn es so viele Vorbilder gibt wie in der Albertina. Einige drängen sich geradezu auf, wie Dürers „Großes Rasenstück“ oder „Saverys Elefant“, der sich an einem Baum reibt. Andere sind auf den ersten Blick nicht so parodiefähig, aber wenn sie mir gefallen, lasse ich nicht locker, bis mir etwas dazu einfällt.
Mussten Sie von Kunstexperten für Ihren Zugang schon einmal Kritik einstecken?
Es wurde seinerzeit von vielen auch nicht gern gesehen, dass sich Kim Kardashian des Originalkleides von Marilyn Monroe bemächtigt hat …
Offene Ablehnung erfuhr ich eher selten, aber ich vermute, dass einige Kunstliebhaber heimlich den Kopf schütteln. Und das ist auch gut so. Ich würde mich übrigens in eine Hose von, sagen wir, Salvador Dalí zwängen.
In Museen gibt es oft Bänke, um vor Kunstwerken verweilen zu können. Machen Sie das?
Das kommt auf das Museum an. Wenn der Raum menschenleer ist, kann ich mir Zeit lassen, wenn nicht, muss ich meist ein Autogramm geben oder für ein Selbstporträt posieren. Das mache ich gern.
Wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus –
hängen dort eher Ottifanten oder alte Meister?
Ich gebe zu, da hängen auch Bilder von mir neben Bildern, die andere von mir gemalt haben. Das klingt furchtbar eitel, ist es vermutlich auch. Außerdem gibt es noch Bilder, die mir Kollegen geschenkt haben – eine echte Ostfriesen-Mischung.
Museen werden meist nicht mit Humor in Verbindung gebracht, sondern mit Langeweile. Als humorvoller Mensch: Hat Sie das bei Ihrer Studienwahl nicht abgeschreckt?
Das stimmt, in Museen wird viel zu wenig gelächelt und schon gar nicht gelacht. Um das zu ändern, habe ich Kunst studiert – und weil mir nichts Gescheiteres eingefallen ist.
„Wien, Wien nur du allein, kannst die Stadt meiner Ausstellung sein …“
Was macht Otto Waalkes an einem freien Tag
oder Wochenende in Wien?
Fragen beantworten und wenn zwischendurch noch Zeit ist, werde ich vielleicht ins Kunsthistorische Museum gehen, um mir den schönen Vermeer noch einmal genauer anzuschauen, „Die Malkunst“.
Zur Person:
Otto Waalkes wurde am 22. Juli 1948 im ostfriesischen Emden geboren. Sein Vater war Malermeister. Bereits während der Schulzeit erfand der Sohn den zum Markenzeichen gewordenen „Ottifanten“, ebenso trat Otto Waalkes bereits als Gymnasiast als Sänger auf.
Nach der Matura studierte er Kunstpädagogik in
Hamburg (D). Doch dann zog es ihn endgültig auf die Bühne – seine Auftritte als Komiker begeisterten ein
breites Publikum. Die Bekanntheit und Beliebtheit ausnützend, versuchte sich Waalkes auch mehrfach als Schauspieler – unter anderem in „Otto – der Film“ (1985).
Die Ausstellung „OTTO meets Albertina“ in Wien ist bis
10. Jänner 2027 zu sehen.
Der Eintritt kostet € 20,90.
Karten: shop.albertina.at/de/tickets/eintritt-tickets/
große Meister heranzuwagen?
Die Idee war doch naheliegend. Musikalisch habe ich die Meister der Popmusik parodiert, verbal die Meister der Dichtkunst, malerisch mussten es also die alten und neuen Meister der bildenden Kunst sein – wobei ich die Meisterinnen auf allen drei Feldern nicht unerwähnt lassen möchte.
Sie haben Werke großer Künstler wie Albrecht Dürer auf Ihre Weise interpretiert – mit „Ottifanten“.
Die Werke sind nun in der Albertina zu sehen. Wie oft waren Sie schon in diesem Museum und wie legen Sie so einen Besuch an?
Zählt jemand mit, wie oft er ins Museum geht? Ich nicht. Aber normalerweise fange ich mit den Sonderausstellungen an und schaue danach bei meinen Lieblingsbildern vorbei.
Die Geschichte unseres Landes ist eng mit den Habsburgern verwoben. Ihre Kunst ist bis 10. Jänner 2027 im Palais Erzherzog Albrecht untergebracht, einer historischen Residenz der Habsburger. Interessieren Sie die Habsburger?
Bisher habe ich mich eher mit dem Hause Habsucht beschäftigt. Und mit der Familie Kohlen und Reibach – aber jetzt wird‘s langsam Zeit, dass ich in der
Kapuzinergruft, also der Kaisergruft, der Ruhestätte der Habsburger anklopfe.
In der Albertina hängt auch Dürers berühmter Feldhase, dem Sie sich künstlerisch bereits genähert haben. Was, glauben Sie, hätte Dürer zum Otti-Hasen gesagt?
Dürer wurde ja oft kopiert und nahm es sehr genau mit seiner Urheberschaft. Aber solange ich meine Nachbilder nicht mit AD signiere, wird er mich hoffentlich nicht verklagen.
Welche Kunstwerke eignen sich dafür,
von Otto Waalkes „ergänzt“ zu werden?
Die Auswahl ist gar nicht einfach – vor allem, wenn es so viele Vorbilder gibt wie in der Albertina. Einige drängen sich geradezu auf, wie Dürers „Großes Rasenstück“ oder „Saverys Elefant“, der sich an einem Baum reibt. Andere sind auf den ersten Blick nicht so parodiefähig, aber wenn sie mir gefallen, lasse ich nicht locker, bis mir etwas dazu einfällt.
Mussten Sie von Kunstexperten für Ihren Zugang schon einmal Kritik einstecken?
Es wurde seinerzeit von vielen auch nicht gern gesehen, dass sich Kim Kardashian des Originalkleides von Marilyn Monroe bemächtigt hat …
Offene Ablehnung erfuhr ich eher selten, aber ich vermute, dass einige Kunstliebhaber heimlich den Kopf schütteln. Und das ist auch gut so. Ich würde mich übrigens in eine Hose von, sagen wir, Salvador Dalí zwängen.
In Museen gibt es oft Bänke, um vor Kunstwerken verweilen zu können. Machen Sie das?
Das kommt auf das Museum an. Wenn der Raum menschenleer ist, kann ich mir Zeit lassen, wenn nicht, muss ich meist ein Autogramm geben oder für ein Selbstporträt posieren. Das mache ich gern.
Wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus –
hängen dort eher Ottifanten oder alte Meister?
Ich gebe zu, da hängen auch Bilder von mir neben Bildern, die andere von mir gemalt haben. Das klingt furchtbar eitel, ist es vermutlich auch. Außerdem gibt es noch Bilder, die mir Kollegen geschenkt haben – eine echte Ostfriesen-Mischung.
Museen werden meist nicht mit Humor in Verbindung gebracht, sondern mit Langeweile. Als humorvoller Mensch: Hat Sie das bei Ihrer Studienwahl nicht abgeschreckt?
Das stimmt, in Museen wird viel zu wenig gelächelt und schon gar nicht gelacht. Um das zu ändern, habe ich Kunst studiert – und weil mir nichts Gescheiteres eingefallen ist.
„Wien, Wien nur du allein, kannst die Stadt meiner Ausstellung sein …“
Was macht Otto Waalkes an einem freien Tag
oder Wochenende in Wien?
Fragen beantworten und wenn zwischendurch noch Zeit ist, werde ich vielleicht ins Kunsthistorische Museum gehen, um mir den schönen Vermeer noch einmal genauer anzuschauen, „Die Malkunst“.
Zur Person:
Otto Waalkes wurde am 22. Juli 1948 im ostfriesischen Emden geboren. Sein Vater war Malermeister. Bereits während der Schulzeit erfand der Sohn den zum Markenzeichen gewordenen „Ottifanten“, ebenso trat Otto Waalkes bereits als Gymnasiast als Sänger auf.
Nach der Matura studierte er Kunstpädagogik in
Hamburg (D). Doch dann zog es ihn endgültig auf die Bühne – seine Auftritte als Komiker begeisterten ein
breites Publikum. Die Bekanntheit und Beliebtheit ausnützend, versuchte sich Waalkes auch mehrfach als Schauspieler – unter anderem in „Otto – der Film“ (1985).
Die Ausstellung „OTTO meets Albertina“ in Wien ist bis
10. Jänner 2027 zu sehen.
Der Eintritt kostet € 20,90.
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