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Ausgabe Nr. 23/2026 vom 02.06.2026, Fotos: zvg., Die Urlauber sehen Zebras
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Lind mit einem zahmen Löwen, der in einer Schutzstation für Wildtiere lebt.
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Die unberührte wildnis
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Nächtigen in luxus Lodge.
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Konzerte in der Wildnis
Mein neues Leben unter wilden Tieren
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Die Opernsängerin Eva Lind hat die großen Bühnen der Welt hinter sich gelassen und ein neues Leben in Tansania (Afrika) begonnen. Die Tirolerin bietet als Reiseveranstalterin Safaris und Ausflüge in die Wildnis an. Am Programm stehen der Arusha-Nationalpark, eine Ballonsafari, Konzerte in der Wildnis und Badetage auf Sansibar.
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Es könnte der Stoff einer großen Oper sein, es ist aber eine Geschichte, die das Leben schrieb. „Als ich aus dem Flugzeug gestiegen bin, sind mir die Tränen herunter-
geronnen. Es war, als wäre ich zu Hause“, sagt Eva Lind. Die 59jährige meint weder Wien noch Tirol und auch nicht eine der großen Bühnen dieser Welt. Sie spricht von Afrika. Wer die Oper kennt, kennt Eva Lind.

Im Alter von 17 Jahren wurde sie in Innsbruck am Tiroler Landestheater entdeckt und mit nur 19 Jahren kam sie an die Wiener Staatsoper, wo sie den Grundstein für ihre Karriere legte. Es folgten internationale Engagements. Sie sang mit José Carreras, 79, Plácido Domingo, 85, und Luciano Pavarotti († 71).

Doch dann beendete sie ihre Karriere, um sich einem neuen Kapitel zu widmen – Afrika. Die Idee entstand, als Lind den Kontinent vor vielen Jahren zum ersten Mal bereiste. „Ich war seit 20 Jahren vorbereitet. Ich habe nur auf den richtigen Moment gewartet.“ Als Corona kam, wurde die Idee wieder wach. „Da dachte ich, wenn ich jetzt nicht nach Afrika aufbreche, wann dann? Ich habe nur das Nötigste mitgenommen“, erzählt Lind.

Mehr als 20 afrikanische Länder hat sie im Laufe ihrer Karriere kennengelernt und so jenen Platz gefunden, der für sie der richtige ist. Am Ende wählte Lind Tansania als zweite Heimat. „Da stimmt einfach alles. Die Tierwelt, das Klima und die Menschen. Alle sind so freundlich. Ich kannte niemanden, als ich nach Afrika gekommen bin. Aber ich fand schnell Anschluss.“

Entschieden hat sie sich aber nicht für Daressalam, die große, moderne Stadt am Meer, sondern für Arusha, auf 1.500 Metern am Fuße des Kilimandscharo. „In Daressalam ist es mir zu heiß, es ist tropisch dort. Wo ich lebe, liegen die Temperaturen das ganze Jahr über bei 25 bis 28 Grad und in der Nacht bei rund 18 Grad. Das ist ideal.“ Ihr Haus mit großem Garten teilt sich Lind mit drei adoptierten Straßenhunden.

Während sie früher von Opernhaus zu Opernhaus unterwegs war, sitzt sie heute nach einer halben Stunde im Auto zwischen Zebras und Giraffen. Rund um sie sind unendliche Weiten. Im Hintergrund erheben sich der 5.895 Meter hohe Kilimandscharo oder der 4.562 Meter hohe Mount Meru. „Je nachdem, in welche Richtung ich mich begebe. Ohne Berge ginge es nicht“, sagt die gebürtige Innsbruckerin. Die Faszination Tansanias zeigt sich auch in den 22 Nationalparks. Dort lebt alles, was unsereins nur aus dem Zoo kennt: Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Giraffen und natürlich Raubkatzen. „Besonders spannend ist es während der ,Great Migration‘, der ,Großen Tierwanderung‘. Dann sind Millionen von Tieren unterwegs“, erklärt Lind.

Dabei handelt es sich um die größte Säugetierwanderung der Welt. Etwa 1,5 Millionen Gnus, 300.000 Zebras und zahlreiche Antilopen durchqueren jedes Jahr das Serengeti-Masai-Mara-Ökosystem zwischen Tansania und Kenia. Sie sind auf der Suche nach saftigem Gras und frischem Wasser.

Ganz ohne Arbeit geht es für die Tirolerin aber auch in Afrika nicht. Aus Lind, der Opernsängerin, wurde Lind, die Reiseveranstalterin. „Ich habe mich auf Safaris spezialisiert. Das waren immer meine schönsten Reisen. Jetzt kann ich das auch anderen Menschen ermöglichen“, schwärmt Lind, deren vielfältige Reisen auf der Internetseite www.erlebnistours.com zu buchen sind.

Lind arbeitet entweder in ihrem Büro in der Stadt oder von daheim. „Meine Lieblingsbeschäftigung ist, Reisen zu planen.“ Wer bei Lind bucht, bekommt ein maßgeschneidertes Angebot für jede Geldtasche. Eine sechstägige Safari mit anschließendem, dreitägigem Badeaufenthalt auf Sansibar kostet inklusive Flug ab Wien etwa € 4.500,–.

Regelmäßig am Ausflugsprogramm steht der Arusha-
Nationalpark samt Nächtigungen in einer Lodge. „Die Gäste können in die Serengeti fahren und drei Tage dort bleiben.“ Ebenso eindrucksvoll ist eine frühmorgendliche Ballonsafari. Es ist ein unvergesslicher Moment, in absoluter Stille über eine riesige Fläche zu schweben.

Angetan hat es Lind der Ngorongoro-Krater, die weltweit größte inaktive, ununterbrochene kesselförmige Vertiefung vulkanischen Ursprunges – eine sogenannte Caldera. Mit 20 Kilometern Durchmesser und 600 Metern Tiefe gehört der Krater zum UNESCO-Weltkulturerbe und bietet eine der höchsten Raubtierdichten Afrikas. Die berühmten „Big Five“ – Löwe, Nashorn, Elefant,
Büffel und Leopard – sind hier zu finden.

„Im Ngorongoro-Krater gibt es wirklich alle Tiere auf engstem Raum. Die Landschaft ist grün und wunderschön.“ Mehr als 25.000 Großtiere leben im Krater. „In der Mitte befindet sich ein See, wo die Urlauber picknicken können. Das ist der Hammer und einzigartig.“

Als Abschluss empfiehlt Lind Badetage auf Sansibar. Die zu Tansania gehörende Inselgruppe liegt vor der Ostküste des Landes. „Das ist ein magischer Ort mit weißen Stränden, Palmen und hervorragendem Essen.“ Gleichzeitig schätzt die Opernsängerin die Stabilität. „Sowohl auf Sansibar als auch in Tansania herrscht Frieden. Es gibt nie Bürgerkrieg, im Gegensatz zu Kenia, wo es öfter kracht.“

Ganz losgelassen hat Lind die Musik dennoch nicht. Mit „Concerts in the Wild“ veranstaltet sie Konzerte mitten in der Wildnis. Eine Violonistin im Heißluft-
ballon, ein Auftritt in der Serengeti – manchmal begleitet vom Brüllen eines Löwen im Hintergrund. Das ist dann ein Duett der besonderen Art. reiter
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