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Ausgabe Nr. 23/2026 vom 02.06.2026, Fotos: Amazon MGM Studios, All Mauritius, APA-images, Facebook
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Hugh Jackman, 57, in seinem neuen Film „Glennkill – Ein Schafskrimi“
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Jackman als unsterblicher „Wolverine".
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Die Neue an seiner Seite: Sutton Foster.
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Mit seinen beiden Adoptivkindern.
Vom Wolf zum Schaf
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Als „Wolferine“ wurde Hugh Jackman, 57, in den „X-Men“-Filmen berühmt. In seinem aktuellen Kino-Hit verkörpert er einen braven Schäfer, der ermordet wird.
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Der australische Darsteller Hugh Jackman hat in mehr als 50 Filmen mit vielen Kreaturen gesprochen. Als unsterbliches, wolfsähnliches Wesen „Wolverine“ mit tödlichen Krallen der „X-Men“-Fernseh-Serie, die ihn berühmt machte, auch mit Mutanten aller Art.

In seinem neuen Film „Glennkill – Ein Schafskrimi“, derzeit in unseren Kinos, spricht der 57 Jahre alte Schauspieler mit Schafen und rührt die Kino-
besucher zu Tränen. Denn der 188 Zentimeter große Mime verkörpert den gutmütigen irischen Schafhirten George. Jahr für Jahr umsorgt er seine Herde. Wie ein Vater beschützt und füttert er sie, liest ihnen sogar abends, wenn sie ihn wie Kinder umringen, Märchen vor – bis seine Anvertrauten ihn eines Tages tot auffinden. Nun ergreift „Lilly“, das klügste Schaf, die Initiative. Sie führt die Herde ins Dorf, um den Mörder aufzuspüren.

Das klingt recht harmlos. Doch es verbirgt den Tiefgang der Geschichte. In Wirklichkeit ist es ein Agatha-Christie-ähnlicher Krimi, in dem es um Leben und Tod geht. Deshalb griff Jackman zu, als ihm die Hauptrolle angeboten wurde. Denn er wollte weg vom Image des schier unbesiegbaren, aggressiven Helden „Wolverine“ mit den tierischen Instinkten.

Der „Schafskrimi“ schließt sich in seiner Fundiertheit Jackmans vorherigem Projekt „Der Sohn“ an. Darin stellte er den Vater eines depressiven Buben dar. „Der Film zeigte die Verletzbarkeit von Familien“, sagt er. Die Arbeit an „Der Sohn“ habe sein Leben verändert, betont Jackman. Vor allem, weil sein geliebter Vater im fernen Australien verstarb, als er in London (England) drehte und er daher nicht am Sterbebett sein konnte.

Chris Jackman, von Beruf Buchhalter, war die wichtigste Person im Leben des am 12. Oktober 1968 in Sydney geborenen Schauspielers. Die englischstämmigen Eltern waren nach Australien ausgewandert. Doch die Mutter mochte das Leben in Sydney nicht und kehrte mit ihren beiden Töchtern zurück nach London. Der Vater zog die drei Söhne allein auf. „Er war ein strenger Mann“, erinnert sich Jackman. „Aber alles, was ich bin, verdanke ich ihm. Auch meinen immer wachen Wunsch, noch mehr dazuzulernen, habe ich von meinem Vater.

Bildung sei alles, sagte er. Sein Vater habe ihn auch gelehrt, auf seinen Körper zu achten und seine Gesundheit zu pflegen. „Ich trinke keinen Alkohol und rauche nicht. Ich gehe nach der Arbeit mit niemandem aus, besuche keine Party. Die Party, die ich mit Kollegen auf der Bühne oder vor der Kamera habe, ist viel besser und genug für mich.“

Entscheidend für ihn sei, in der Früh erholt aufzuwachen und nicht mit dem Gedanken, am liebsten im Bett bleiben zu wollen. Um dies zu erreichen, meditiert Jackman und trainiert seinen Körper hart auf einem Rudergerät. „Diese Maschine ist im Fitness-Studio meist frei, weil das Trainieren auf ihr schmerzt“, erklärt der 57jährige.

Heute lacht er über solche kleinen Episoden, in seiner Jugend hatte er dagegen schwer zu kämpfen. Weil er wesentlich größer war als seine Altersgenossen, empfand er sich als Außenseiter und litt unter
Depressionen. Die bekam er langsam in den Griff, als er Erfolg im Schulsport hatte.

Ganz haben sie ihn jedoch nicht verlassen. Er werde auch heute noch von der Furcht vor Misser-

folgen gepeinigt und besuche Psychotherapeuten, verriet Jackman, den der Vater gerne als Anwalt gesehen hätte. Doch der Jugendliche beschloss, Journalist zu werden. „Das schien ein viel einfacheres Studium zu sein.“ Bei einem Besuch in England verliebte er sich allerdings ins Theater und schrieb sich nach der Heimkehr nach Australien in eine Schauspiel-Klasse ein.

Zum Glück hatte Chris Jackman nichts dagegen. Er bestand nur darauf, dass der Sohn auch Klavier und Geige spielen lernte. Hugh Jackman schloss das Studium erfolgreich ab – und fand dann keine Arbeit am Theater.

„Acht Jahre lang schlug ich mich mit kleinen Nebentätigkeiten an Tankstellen und im Supermarkt durch. Für die australischen Nationalparks trat ich sogar im Koala-Kostüm auf.“

Bei einer dieser Vorstellungen fiel er jedoch einem Talentesucher des Fernsehens auf, was ihm zu ersten Rollen in Spielfilmen verhalf. Bei Dreharbeiten zu einer Serie verliebte er sich Mitte der 90er Jahre in seine Partnerin Deborra-Lee Furness, und sie heirateten. Als sich bald darauf Hollywood meldete, ging es nicht nur privat, sondern auch beruflich bergauf.

Der Regisseur Bryan Singer fragte ihn, ob er Interesse daran hätte, die Rolle des „Wolverine“ in einem Film mit dem Titel „X- Men“ zu

übernehmen. Das Angebot erschien Jackman zunächst als nicht vielversprechend. Weil er gerade kein anderes Angebot hatte und die Rolle die Tür in die Traumfabrik Hollywood aufzustoßen versprach, erklärte er sich einverstanden.

„X-Men“ wurde zu aller Überraschung ein riesiger Erfolg, und Jackman verkörperte zehn Mal in 24 Jahren den Krallenmann „Wolverine“.

Mittlerweile gilt Hugh Jackman in Hollywood als netter Typ. Dies sei falsch, gesteht er. „Ich habe auch Augenblicke, in denen ich gar nicht nett bin.“ Einer dieser Momente war jener, in dem er nach mehr
als 25 Ehejahren eine Affäre begann. Deborra-Lee

wurde von dem Betrug schwer getroffen. Sie glaubte, eine glückliche Ehe zu führen.

Sie hatten lange vergeblich versucht, ein Kind auf natürliche Weise zu bekommen. Nach zwei Fehlgeburten entschieden sie sich zur Adoption. Im Jahr 2000 kam ihr Sohn Oscar Maximilian zur Welt. Fünf Jahre später adoptierten sie auch noch die kleine Ava Eliot. Das Familienglück endete im Vorjahr, die Eltern trennten sich ohne Schlammschlacht.

Jackmans neue Lebenspartnerin ist die Tänzerin Sutton Foster, 51. Auch sie lernte er im beruflichen Umfeld kennen, und zwar im Braodway-Musical „The Music Man“.

Wobei sich der Darsteller beschämt über das Ende seiner Ehe zeigt, die er einst als „das Schönste in meinem Leben“ rühmte.

Von seinem aktuellen Werk, den „Schafskrimi“, hingegen schwärmt er. „Es ist eine wunderbare, ehrliche Geschichte. Mir gefällt daran, dass die Schafe das Sterben anders sehen als wir Menschen. Sie glauben, weiße Schäfchen am Himmel zu werden.“

Die Buchvorlage dazu stammt von einer Frau aus Bayern (D). Schafe hätten ihr wegen ihrer stoischen Ruhe imponiert, als sie bei einem Besuch in Irland Tausende davon herumstehen sah.

So seien sie in den Krimi geschlüpft, meint die Autorin, die sich Leonie Swann nennt, ein Pseudonym, und jetzt in England lebt. Das Buch erschien 2005 auf Deutsch mit dem Titel „Glennkill“ und wurde in 30 Sprachen übersetzt. kauck
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