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Ausgabe Nr. 22/2026 vom 26.05.2026, Foto: Zeppelzauer
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Peter Westenthaler
Wahl zum ORF-General: „Grauslicher Postenschacher“
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Nach dem Ende der Bewerbungsfrist für die ORF-Führung präsentieren sich die Kandidaten am 8. Juni in einer öffentlichen Anhörung. Drei Tage später bestellen die 35 Stiftungsräte den neuen ORF-Generaldirektor. Eine informelle Vereinbarung der Koalitionspartner über die ORF-Besetzungen lässt den von der FPÖ entsandten Stiftungsrat Ing. Peter Westenthaler die politische Unabhängigkeit in Frage stellen.
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Herr Westenthaler, bereits jetzt haben sich ÖVP und SPÖ auf APA-Chef Clemens Pig als Favoriten verständigt …

… statt den Besten zu nehmen oder die Anhörung abzuwarten, hat man sich auf einen linken „Systemling“ geeinigt. Das ist der grauslichste Postenschacher zwischen SPÖ, ÖVP und dem ORF, den es je gab. Daher ist davon auszugehen, dass sich der ORF nicht verändern wird. Zusätzlich sollen die vier zentralen Direktoren rot und schwarz besetzt werden.

Was kritisieren Sie an Pig?

In den Ausschreibungs-Richtlinien steht eindeutig, dass es einschlägige Berufserfahrung für den Chef eines Fernseh- und Radiounternehmens braucht.

Pig kommt von einer Presseagentur, die vorgefertigte Meldungen veröffentlicht, also erfüllt er die Kriterien nach meiner Meinung nicht. Sollte sich herausstellen, dass es qualifiziertere Bewerber gab, könnte seine erwartete Bestellung vor Gericht landen.

Wollte Andreas Babler (SPÖ) nicht eine Frau als ORF-Chef?

Genau. Es haben sich auch mehrere höchstqualifizierte Frauen beworben. Wenn Babler jetzt trotzdem Pig bestellt, dann hat er alle Frauen in diesem Land angelogen und für dumm verkauft.

Einen linken Systemkandidaten einer qualifizierten Frau vorzuziehen, der noch dazu die Ausschreibungskriterien nicht erfüllt – das wird man sich noch genau anschauen müssen.

Soll der neue Chef aus den eigenen Reihen kommen?

Das sollte kein Kriterium sein. Außerdem ist der ORF nicht in dem Zustand, den Luxus zu haben, zu differenzieren, ob es ein Außenstehender oder ein interner Mitarbeiter wird.

Es gibt auch von mir keine klare Tendenz. Ein Externer könnte
die vorherrschende Freunderlwirtschaft sprengen. Der Interne kennt dafür den ORF, wobei er bei der Anhörung glaubhaft belegen muss, dass er sich vom bisherigen ORF abgrenzt.

Wie würde Ihr idealer Kandidat aussehen?

Wer die ORF-Führung übernehmen will, muss ein Medienmanager sein, wirtschaftliche Erfahrung und fachliche Qualifikation mitbringen aufgrund einer möglichst langjährigen Erfahrung in Fernsehen und Radio. Wer der Bestgeeignete ist, wird sich bei der Anhörung zeigen – Pig wird es nicht sein. rz
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