Campino von den Toten Hosen: „Ich hoffe, wir sind noch nicht peinlich“
Jetzt neu: Hier klicken
und Artikel an Freunde verschenken.
und Artikel an Freunde verschenken.
Nun läuten sie also die letzte Runde ein. „Trink aus! Wir müssen gehen“ soll das finale Album (ab 29. Mai im Handel) der „Toten Hosen“ sein, und es lässt sich erfreulicherweise nicht behaupten, dass es sonderlich altersmilde klingt.
Auf Play drücken
um Artikel vorlesen
zu lassen.
um Artikel vorlesen
zu lassen.
Mit Liedern wie „Wir waren nie weg“ oder „Schlechte Nachbarn“ haut die Band noch ein Mal auf den Punk-Putz, und auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht macht sie den Mund auf. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth sprach mit dem Sänger Campino, 63, wenige Tage vor dem Beginn ihrer großen Tour, über dessen Sohn, die Fußball-Weltmeisterschaft und ein Leben nach den „Hosen“.
Wie war die Stimmung während der Vorbereitungen auf die Tour (am 23.6.2027 tritt die Band in der Messe Graz auf)?
Ich war etwas nervös. Wir setzten in der Vorbereitung immer alles daran, dass die Dinge bis zum Beginn optimal laufen, wir körperlich in Form sind, die Liedreihenfolge sitzt und jeder weiß, was er zu tun hat. Und am Ende ist es immer ein einziges Chaos, in dem wir uns durchboxen und alles irgendwie auf den letzten Drücker klappt. Das war früher auch schon so. Daran hat sich nichts geändert in mehr als vierzig Jahren.
„Wir sind so gut in Schuss“ behaupten Sie im schönen
und punkigen ersten Stück
„Wir waren nie weg“. Wie
steht es wirklich um Ihre Form?
(lacht) Uns geht es gut. Aber wir wollen uns auch nicht selbst bescheißen und ignorieren, dass wir alle um die 60 sind. Das hat mit einem Mittdreißiger nicht mehr viel gemein. Aber wir können das streckenweise kompensieren – durch Erfahrung, durch unsere Einstellung und durch die Leidenschaft, mit der wir agieren. Ich hoffe jedenfalls, dass wir noch nicht peinlich sind.
War das eine schleichende Entscheidung oder gab es einen konkreten Moment, wo Sie sich zusammengesetzt und gesagt haben: Das war es jetzt?
Dieser Entschluss hat sich nicht angeschlichen. Er ist herangereift. Der Gedanke kam immer wieder auf. Man sitzt im Bus, lässt die Zeit Revue passieren, spricht miteinander, wie es weitergehen soll. Lange Zeit schien das Ende noch weit weg, aber irgendwann war der Punkt erreicht, wo das Gefühl ziemlich stark geworden ist.
Freuen Sie sich als Fußball-Anhänger eigentlich schon auf die Weltmeisterschaft?
Das ist ein schwieriges Thema. Je nachdem, wie sich das sportlich entwickelt, wird es mich wohl wieder vor den Bildschirm ziehen, aber im Moment geht meine Vorfreude noch gegen null. Schon bei dem Gedanken, dass sich der Weltmeister den Pokal von Donald Trump überreichen lässt, wird mir schlecht.
Auf dem neuen Album singen Sie im Lied „Glück“ über Ihren Sohn, der Anfang 20 ist …
Ich habe bei diesem Lied lange gezögert, weil ich nicht wollte, dass es klingt wie eine öffentliche
Therapiesitzung. Es geht
vielmehr darum, Gefühle zu
beschreiben, die möglichst viele Mütter und Väter teilen können. Wenn so ein junger Mensch ins Leben kommt, stellt das alles auf den Kopf. Man hat einen Berg vor sich und denkt, „Wie soll das alles werden?“ Dann verlassen die Kinder irgendwann das Haus und man wundert sich, wie schnell das alles gegangen ist.
Das letzte Konzert Ihrer Tour ist für den 10. Juli 2027 in Ihrer Heimat in Düsseldorf (D) geplant. Ist danach wirklich Feierabend?
So ist das nicht gedacht. Wir werden uns im Herbst von Südamerika verabschieden – das ist definitiv die letzte Reise dorthin. Was danach zu Hause passiert, werden wir noch sehen. Das Konzert im Düsseldorfer Stadion ist nicht als das letzte Konzert von uns insgesamt angekündigt. Wie es weitergeht, werden wir uns noch überlegen.
Ist ein Leben nach den „Hosen“ überhaupt vorstellbar?
Wir hatten in unserer Karriere oft genug Schaffenspausen, hier und da einmal ein Jahr, wo nichts los war. Das ist also für mich nichts Unvorstellbares. Außerdem bleiben wir uns als Freunde erhalten. Und ganz zum Schluss sind wir alle verabredet in unserem Gemeinschaftsgrab auf dem Düsseldorfer Südfriedhof.
Wie war die Stimmung während der Vorbereitungen auf die Tour (am 23.6.2027 tritt die Band in der Messe Graz auf)?
Ich war etwas nervös. Wir setzten in der Vorbereitung immer alles daran, dass die Dinge bis zum Beginn optimal laufen, wir körperlich in Form sind, die Liedreihenfolge sitzt und jeder weiß, was er zu tun hat. Und am Ende ist es immer ein einziges Chaos, in dem wir uns durchboxen und alles irgendwie auf den letzten Drücker klappt. Das war früher auch schon so. Daran hat sich nichts geändert in mehr als vierzig Jahren.
„Wir sind so gut in Schuss“ behaupten Sie im schönen
und punkigen ersten Stück
„Wir waren nie weg“. Wie
steht es wirklich um Ihre Form?
(lacht) Uns geht es gut. Aber wir wollen uns auch nicht selbst bescheißen und ignorieren, dass wir alle um die 60 sind. Das hat mit einem Mittdreißiger nicht mehr viel gemein. Aber wir können das streckenweise kompensieren – durch Erfahrung, durch unsere Einstellung und durch die Leidenschaft, mit der wir agieren. Ich hoffe jedenfalls, dass wir noch nicht peinlich sind.
War das eine schleichende Entscheidung oder gab es einen konkreten Moment, wo Sie sich zusammengesetzt und gesagt haben: Das war es jetzt?
Dieser Entschluss hat sich nicht angeschlichen. Er ist herangereift. Der Gedanke kam immer wieder auf. Man sitzt im Bus, lässt die Zeit Revue passieren, spricht miteinander, wie es weitergehen soll. Lange Zeit schien das Ende noch weit weg, aber irgendwann war der Punkt erreicht, wo das Gefühl ziemlich stark geworden ist.
Freuen Sie sich als Fußball-Anhänger eigentlich schon auf die Weltmeisterschaft?
Das ist ein schwieriges Thema. Je nachdem, wie sich das sportlich entwickelt, wird es mich wohl wieder vor den Bildschirm ziehen, aber im Moment geht meine Vorfreude noch gegen null. Schon bei dem Gedanken, dass sich der Weltmeister den Pokal von Donald Trump überreichen lässt, wird mir schlecht.
Auf dem neuen Album singen Sie im Lied „Glück“ über Ihren Sohn, der Anfang 20 ist …
Ich habe bei diesem Lied lange gezögert, weil ich nicht wollte, dass es klingt wie eine öffentliche
Therapiesitzung. Es geht
vielmehr darum, Gefühle zu
beschreiben, die möglichst viele Mütter und Väter teilen können. Wenn so ein junger Mensch ins Leben kommt, stellt das alles auf den Kopf. Man hat einen Berg vor sich und denkt, „Wie soll das alles werden?“ Dann verlassen die Kinder irgendwann das Haus und man wundert sich, wie schnell das alles gegangen ist.
Das letzte Konzert Ihrer Tour ist für den 10. Juli 2027 in Ihrer Heimat in Düsseldorf (D) geplant. Ist danach wirklich Feierabend?
So ist das nicht gedacht. Wir werden uns im Herbst von Südamerika verabschieden – das ist definitiv die letzte Reise dorthin. Was danach zu Hause passiert, werden wir noch sehen. Das Konzert im Düsseldorfer Stadion ist nicht als das letzte Konzert von uns insgesamt angekündigt. Wie es weitergeht, werden wir uns noch überlegen.
Ist ein Leben nach den „Hosen“ überhaupt vorstellbar?
Wir hatten in unserer Karriere oft genug Schaffenspausen, hier und da einmal ein Jahr, wo nichts los war. Das ist also für mich nichts Unvorstellbares. Außerdem bleiben wir uns als Freunde erhalten. Und ganz zum Schluss sind wir alle verabredet in unserem Gemeinschaftsgrab auf dem Düsseldorfer Südfriedhof.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung














