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Ausgabe Nr. 21/2026 vom 20.05.2026, Fotos: zvg
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„Das Wetter verändert den Farbton meiner Pfingstrosen“
Hanna Krainer, 79, Pensionistin
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„Ich habe bereits
50 eigene Sorten hervorgebracht“

Michael Miely, 62, Pfingstrosenzüchter
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„Ich bekam einen Topf voller Pfingstrosen“
Lilli Marhold, 20, Studentin
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„Das Gelb bedeutet für mich pure Lebensfreude“
Sebastian Bernath, 39, Tischler
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„Sie ist die Königin der Blumen in kaiserlichen Gärten“
Katharina Moser, 31, selbstständig
Bei uns gedeiht die Blume der Würde
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Kaum eine Blume passt so schön in den Frühsommer wie die Pfingstrose. Wenn sie im Mai ihre schweren, duftenden Blüten öffnet, verleiht sie heimischen Gärten ein prachtvolles Aussehen. Ihren Namen verdankt sie ihrer Blütezeit sowie einem Arzt der Mythologie.
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„Das Wetter verändert den Farbton meiner Pfingstrosen“
Hanna Krainer, 79, Pensionistin


Vor mehr als 30 Jahren bekam Hanna Krainer ihre
lilafarbene Pfingstrose von ihrer Mutter geschenkt.
„Sie sagte damals, die passt zu dir, weil sie nicht laut
ist, aber trotzdem jeder hinschaut“, erinnert sich die 79jährige. Seither blüht die Pflanze jedes Jahr neben
ihrer Gartenbank. Dass ihre Pfingstrose so violett
blüht, liegt an der Sorte. Das Wetter kann den Ton
nur verstärken oder abschwächen.

Kühle Mainächte machen die Farbe oft intensiver, viel Sonne lässt sie schneller verblassen. „Für mich hat diese Farbe etwas Würdevolles“, sagt Krainer. „Sie erinnert mich an meine Mutter und an all die Sommer, die wir hier gemeinsam verbracht haben.“ Als ehemalige
Lehrerin weiß sie auch, dass die Pfingstrose mit echten Rosen gar nicht verwandt ist. „Sie gehört zur Gattung Paeonia“, sagt Krainer. „Der Name geht auf Paeon
zurück, einen Arzt aus der griechischen Mythologie.

Er soll mit der Pflanze sogar Wunden des Gottes der
Unterwelt und des Totenreiches, Hades, geheilt haben.“ Ihr Tipp: Pfingstrosen nicht zu oft umsetzen und
Verblühtes abschneiden. „Wenn sie einmal ihren
Platz gefunden haben, wollen sie dort bleiben.“


„Ich habe bereits 50 eigene Sorten hervorgebracht“
Michael Miely, 62, Pfingstrosenzüchter


Michael Miely gilt in Oberösterreich als „Pfingstrosenkönig“. In Buchkirchen bei Wels wachsen auf rund 2,5 Hektar etwa 10.000 Pfingstrosen von mehr als 650 Sorten. „Angefangen hat alles 1985 mit einer
Sammelleidenschaft“, erzählt der 62jährige.

„Irgendwann waren es so viele Pflanzen, dass ich 2002 mit dem Verkauf begonnen habe.“ Seit vielen Jahren be-
schäftigt sich Miely intensiv mit der Zucht von Paeonien. „Mehr als 50 eigene Sorten habe ich bereits hervorgebracht.“ Vor allem seine Wagner-Pfingstrosen, die Namen wie „Wotan“, „Brünnhilde“, „Siegfried“ oder „Elsa von Brabant“ tragen, liebt der Züchter. Die Elsa gehört zu seinen bekanntesten Sorten, sie ist dicht gefüllt, pfirsichfarben und mit feinen Nuancen ins Gelbe und Weiße. „Musik und Blumen gehören für mich zusammen“, sagt Miely. „Beides berührt die Seele.“

Sein Tipp: Pfingstrosen lieben einen guten, tiefgründigen Boden, vertragen aber keine Staunässe. „Man muss ihnen Platz und Geduld schenken“, sagt Miely. „Dann können Strauchpfingstrosen mit den Jahren zu prächtigen
Büschen heranwachsen – oft einen bis eineinhalb Meter hoch.“


„Ich bekam einen Topf voller Pfingstrosen“
Lilli Marhold, 20, Studentin


Zum ersten Jahrestag bekam Lilli Marhold von ihrem Freund einen Topf voller rosa Pfingstrosen.
„Er hat gesagt, Rosen verwelken nach ein paar Tagen, aber diese Blume bleibt bei dir“, erzählt die 20jährige glücklich.

„Ich finde Pfingstrosen schöner als Rosen.
Sie wirken weicher, üppiger und ehrlicher.“ In ihrem Topf wächst die Sorte „Sarah Bernhardt“, eine rosa Pfingstrose mit großen, gefüllten Blüten, die zu den beliebtesten Sorten gehört. Im Topf können Pfingstrosen viele Jahre halten.

„Pfingstrosen wurden schon in der Antike als Heilpflanzen geschätzt.“ Wurzeln und Samen wurden in der Volksmedizin verwendet, etwa gegen Krämpfe oder Frauenleiden.

Ihr Tipp: „Nicht zu viel gießen, Staunässe vermeiden und den Topf nicht ständig umstellen.“


„Das Gelb bedeutet für mich pure Lebensfreude“
Sebastian Bernath, 39, Tischler


Zur Geburt seiner Tochter Lena setzte Sebastian Bernath vor acht Jahren eine gelbe Pfingstrose in den Garten.
„Ein Baum war mir zu gewöhnlich“, sagt der 39jährige. „Ich wollte etwas, das jedes Jahr wieder blüht – so wie eine Erinnerung an diesen wunderbaren Tag.“

Seine Wahl fiel auf die Sorte „Bartzella“, eine prächtige gelbe Pfingstrose. Ihre großen, zitronengelben Blüten mit warmem, orangefarbenem Zentrum leuchten schon von Weitem. „Dieses Gelb bedeutet für mich pure Lebensfreude“, sagt Bernath, der sogleich einen Tipp parat hat, damit die Pfingstrosen ihre volle Pracht entfalten.

„Sie mögen einen sonnigen bis halbschattigen Platz,
etwas Kompost im Frühjahr und vor allem einen geduldigen Gärtner. Pfingstrosen wollen in Ruhe gelassen werden. Am Anfang blühen sie sparsam, aber jedes Jahr werden sie schöner.“ Verblühtes schneidet Bernath ab, das Laub bleibt bis zum Herbst stehen, damit die Pflanze Kraft sammeln kann. „Meine Tochter fragt mich jedes Jahr, ob ihre Pfingstrose schon blüht“, erzählt Bernath. „Dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe.“


„Sie ist die Königin der Blumen in kaiserlichen Gärten“
Katharina Moser, 31, selbstständig


Eine Reise nach China löste bei Katharina Moser die Begeisterung für Pfingstrosen aus. „Ich habe dort zum ersten Mal verstanden, dass diese Blume nicht nur schön ist, sondern eine Geschichte hat“, meint die 31jährige.

In China wird die Pfingstrose seit mehr als tausend
Jahren verehrt. Sie gilt dort als Blume des Reichtums,
der Würde und der Schönheit, in kaiserlichen Gärten wurde sie sogar als „Königin der Blumen“ gepflegt.
Zurück daheim pflanzte Moser rosa Bauernpfingstrosen in ihren Garten. Ihre gefüllten Blüten erinnern sie bis heute an diese Reise. „Rosa Pfingstrosen sind für mich romantisch, aber nicht kitschig. Sie haben etwas
Weiches und trotzdem Kraftvolles.“

Mosers Tipp: Wer Blüten für die Vase schneiden will, sollte warten, bis die Knospen schon Farbe zeigen und sich weich anfühlen. „Sind sie noch hart wie Murmeln, gehen sie oft nicht richtig auf“, sagt die Hobbygärtnerin. „Bereits geöffnete Blüten halten dagegen nicht mehr lange.“
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